Tattendorf ist Nationalpark Garten

Ein ganzes Ortsgebiet für die Vielfalt findet man in Tattendorf in Niederösterreich. Die Gemeinde wurde deshalb als GLOBAL 2000 Nationalpark Garten-Gemeinde ausgezeichnet

Nationalpark Garten Gemeinde Tattendorf

Die Gemeinde Tattendorf in Niederösterreich pflegt ihre Grünflächen naturnah, setzt konkrete Maßnahmen zur Förderung der Insekten-, Tier- und Pflanzenvielfalt und bietet der Bevölkerung Anreize zu einem nachhaltigen Lebensstil. Der Ort erfüllt alle Voraussetzungen für unsere Initiative Nationalpark Garten.

Vielen Insekten, Tieren und auch heimischen Pflanzen fehlt ausreichend Lebensraum. Durch Bodenversiegelung, Bebauung und den massiven Einsatz von Pestiziden werden sie immer weiter verdrängt. Private Gärten werden als Rückzugsorte für die Natur immer wichtiger. Durch die Initiative Nationalpark Garten soll deshalb ein Netzwerk an kleinen Naturschutzgebieten entstehen. Die Bevölkerung ist dazu aufgerufen, ihre eigenen Grünflächen, Balkone oder Fensterbretter so zu gestalten, dass auch die Natur etwas davon hat. Wichtige Maßnahmen dafür sind der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und Kunstdünger, die Verwendung von torffreier Erde und die gezielte Förderung von Biodiversität, also sowohl Insekten- als auch Pflanzenvielfalt. So entstehen nicht nur wichtige Lebensräume für gefährdete Arten, sondern auch kleine Oasen für Mensch und Natur. 

Trockenrasen Naturdenkmal TattendorfEs können aber nicht nur private Gärten teilnehmen, sondern auch ganze Gemeinden. So hat etwa die Gemeinde Tattendorf, südöstlich von Baden, ihr gesamtes Ortsgebiet zum Nationalpark Garten erklärt. Öffentliche Grünflächen werden dort weniger oft gemäht, um den Lebensraum von seltenen Pflanzen und Insekten zu erhalten, für jedes Neugeborene wird ein Baum in der „Geburtstagsau“ gepflanzt, und für die Bevölkerung gibt es einen regionalen 24-Stunden Bio-Supermarkt. „Als Laie denkt man bei Nationalpark an die Hohen Tauern oder an die Donau-Auen. Der Name ‚Nationalpark Garten‘ alleine, macht bewusst, dass Natur- und Umweltschutz nicht im Schutzgebiet enden, sondern im Garten anfangen. Das ist, was das Projekt für uns als Gemeinde so interessant macht“, erklärt Alfred Reinisch, Bürgermeister von Tattendorf.

Tattendorf ist wahrlich ein Hotspot für die Vielfalt der Natur. Dazu trägt auch das geschützte Trockenrasengebiet, das sogenannte Naturdenkmal, bei. Trockenrasen gehört zu den artenreichsten Vegetationsformen in Europa. Durch sein vermehrtes Aufkommen leben in Niederösterreich etwa so viele Schmetterlingsarten wie in ganz Deutschland. Auch der Verzicht auf das umstrittene Pestizid Glyphosat tut der Biodiversität im Ort sehr gut. Durch das regionale Humusprojekt „Mei Erd“ werden zudem die biogenen Abfälle der gesamten Region wieder zu wertvoller Gartenerde.