Schnuller in schwarz-weiss

GLOBAL 2000 Schnuller-Test

Im Herbst 2009 machten wir erstmals auf die Belastung von Schnullern mit Bisphenol A (BPA) aufmerksam. Die Chemikalie, die wie ein Hormon wirkt, konnte in den getesteten Schnullern im harten Plastikschild sowie in den weichen Saugteilen nachgewiesen werden. Eine Folgestudie zeigte, dass sich die Chemikalie bei Verwendung aus dem Schildteil lösen und so über die Mundschleimhäute von Kindern aufgenommen werden kann. Mit diesen Ergebnissen wandten wir uns an die Öffentlichkeit.

Auf den Druck von GLOBAL 2000 reagierten viele Schnullerhersteller mit dem Umstieg auf BPA-freie Produktion.

Minister erlässt BPA-Verbot

Nur kurze Zeit später (2010) setzte damaliger Gesundheitsminister Alois Stöger das versprochene Verbot in Babyfläschchen und -saugern um. Die Durchsetzung des BPA-Verbots in Babyschnullern erfüllt ganz klar unser gefordertes Vorsorgeprinzip bei Kleinkindern. Die Chemikalie muss aus dem direkten Umfeld von Kindern so weit wie möglich verbannt werden. Das Gesetz ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Österreich war damit eines der ersten Länder nach Dänemark, Frankreich und Schweden, die ein ähnliches Verbot durchgesetzt haben.

EU zieht nach

Noch im selben Jahr fällt auch auf EU-Ebene der Beschluss, Bisphenol-A aus Babyfläschchen zu verbannen.

Trotz Verbot belastet?

Eine von der EU beauftragte Studie ergab Anfang 2012, dass trotz europaweitem Verbot immer noch viele Babyfläschchen die hormonell wirksame Chemikalie BPA enthielten, obwohl diese ausdrücklich als „BPA-frei“ gekennzeichnet waren. Außerdem wurden in den 440 untersuchten Fläschchen insgesamt 27 verschiedene Chemikalien gefunden, die ins Babymilchsimulat übergehen können.

Wir haben uns damals zu einer Überprüfung dieser Ergebnisse für den österreichischen Markt entschieden. In verschiedenen Drogeriemärkten sowie per Internet wurden insgesamt 13 Babyfläschchen unterschiedlichster Hersteller gekauft und nach der gleichen Methode wie in der EU-Studie getestet.  Alle getesteten Fläschchen waren wirklich „BPA-frei“! Allerdings ließen sich zwölf verschiedene Chemikalien bzw. Stoffgruppen nachweisen, die in das Babymilchsimulatt eingewandert sind.

Gefordert: Umfassender Schutz vor BPA

Weiterhin bleibt unklar, wie die restliche Bevölkerung und da besonders schwangere Frauen vor der allgegenwärtigen Chemikalie geschützt werden sollen. Über Lebensmittelverpackungen wie die Innenbeschichtung von Konserven- und Getränkedosen, gelangt BPA in unsere Lebensmittel und in weiterer Folge in unsere Körper.

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