Neuigkeit, 22.12.2021

Erfolg: BPA als „besonders besorgniserregend“ eingestuft

Die ECHA hat die hormonell wirksame Chemikalie Bisphenol A in die Liste der „besonders besorgniserregenden Stoffe“ aufgenommen und nach Industrie-Klage vom EuGH Recht bekommen.

Bereits seit vielen Jahren kämpfen wir bei GLOBAL 2000 gegen die hormonell wirksame Chemikalie Bisphenol A, kurz BPA. BPA ist eine der meistverwendeten Industrie-Chemikalien der Welt und kommt in der Plastikherstellung zum Einsatz. Zudem ist BPA ist hormonschädigend. Das heißt: Schon die kleinsten Dosen davon können das menschliche Hormonsystem beeinflussen und die Gesundheit schädigen.

Trotz Klage kommt die SVHC-Einstufung

Nun zieht endlich auch die Politik mit einem ersten Schritt in die richtige Richtung nach.
Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat Bisphenol A endlich als „besonders besorgniserregenden Stoff“ (SVHC) eingestuft. Wie zu erwarten war, gab es gleich darauf einen Aufschrei aus der Plastiklobby – der Industrieverband "Plastics Europe" hat gegen die SVHC Einstufung eine Klage eingereicht.
Doch jetzt die gute Nachricht: Kurz vor Weihnachten hat der Europäische Gerichtshof die Klage in letzter Instanz abgewiesen und uns damit ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk bereitet. Die Aufnahme in die Liste der „besonders besorgniserregenden Stoffe“ ist somit fixiert.

Gesundheitlicher Richtwert enorm gesenkt

Doch das ist nicht die einzige Erfolgsmeldung rund um BPA. Eine Woche davor hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) die Risikobewertung von Bisphenol A überarbeitet. Darin empfiehlt sie den gesundheitlichen Richtwert DTA (die „duldbare tägliche Aufnahme“) von 4.000 Nanogramm auf 0,04 Nanogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag herabzusetzen – also um den Faktor 100.000 zu reduzieren!

Wir freuen uns, dass die beiden Behörden EFSA und ECHA – wenn auch spät – ihre Risikobewertung an den Stand der Wissenschaft zu BPA angepasst haben und vom EuGH dafür gestern Rückendeckung erhielten. 

GLOBAL 2000 hatte bereits 2009 gewarnt, dass der damals geltende Richtwert für BPA das tatsächliche Gesundheitsrisiko massiv unterschätzen könnte. Wir fordern nun das sofortige Aus für die hormonschädigende Chemikalie in allen für Konsumentinnen und Konsumenten relevanten Anwendungsbereichen – von Gebrauchsartikeln über Plastikverpackungen bis zu Konservendosen.