CAPTOR Messgerät

Was ist CAPTOR?

CAPTOR (Collective Awareness Plattform for Tropospheric Ozone Pollution) ist ein Projekt in dem BürgerInnen und WissenschaftlerInnen gemeinsam gegen die Ozonbelastung Europas kämpfen. Mit günstigen Messgeräten die von interessierten BürgerInnen aufgestellt und betreut werden, bauen wir ein Netzwerk zur Ozonmessung in belasteten Regionen auf. Durch die Beobachtung der Ozonwerte und gemeinsame Diskussionen möchten wir mehr Bewusstsein schaffen und konkrete Lösungen für die Ozonprobleme finden.

Es wurde auch eine App entwickelt, die verschiedene Schadstoffe anzeigt. Airact.org stellt aktuelle Luftgütedaten, eingespeist von der Europäischen Umweltagentur (EEA), dar. Dieses Daten sind tagesaktuell und für verschiedene Luftschadstoffe abrufbar: SO2, NO2, Ozon und Feinstaub.

Unterschied gutes und schlechtes Ozon

Im Zusammenhang mit Ozon hören wir meist nur vom Ozonloch in der Atmosphäre. Dieses gute Ozon blockiert die UV-Strahlen der Sonne und schützt uns so vor den gefährlichen Strahlen. Was viele jedoch nicht wissen ist, dass es auch schlechtes, bodennahes Ozon gibt. Dieses Ozon ist nichts anderes als Luftverschmutzung, die unsere Gesundheit, die Vegetation und das Ökosystem schädigt.

Bodennahes Ozon

In Bodennähe auftretendes Ozon wird erst bei intensiver Sonneneinstrahlung durch komplexe Prozesse aus Vorläuferschadstoffen (Stickstoffoxiden und flüchtige organische Verbindungen) gebildet. Hier ist es durch seine Auswirkungen auf Menschen und Natur ein gefährlicher Luftverschmutzer und Hauptbestandteil von „Smog“.

Verursacher: Menschen

Verursacht werden die Ozonvorläuferstoffe hauptsächlich vom Menschen. Etwa die Hälfte der Schadstoffoxide kommt aus dem Verkehrsbereich, der Rest aus Feuerungsanlagen und überdüngten Böden. Auch die Verwendung von Lösemitteln, die in Farben, Lacken, Klebstoffen, Reinigungsmittel usw. vorkommen, setzt solche Stoffe frei. 

Hohe Lufttemperaturen und starke Sonneneinstrahlung begünstigen die Entstehung von bodennahem Ozon in der Atmosphäre. Das ist vor allem im Sommer der Fall, Ozonbelastung kann es aber auch in der kalten Jahreszeit geben.

Grafik: Schadstoffe des Verkehrs gefährde die Gesundheit

Vom Winde verweht

Ozon kann vom Wind auch über weite Strecken transportiert werden, so können ländliche Gebiete sehr hohe Ozonwerte aufweisen. Die Schadstoffe werden vor allem in Ballungsgebieten ausgestossen, die Bildung des schädlichen Ozon findet dann aber großteils in den umliegenden ländlichen Gebieten statt. Daher leiden die VerursacherInnen (die städtische Bevölkerung) nicht im selben Ausmaß an den Auswirkungen der schlechten Luftqualität. Die ländliche Bevölkerung hingegen hat einen sehr geringen Einfluss auf die Emissionen, die ihre Atemluft beeinträchtigen. Weil Ursache und Wirkung oft räumlichen getrennt sind, schenken wir der Belastung durch Ozon weniger Beachtung als anderen Schadstoffen.

Gefahren der Luftverschmutzung

Luftverschmutzung hat auf die Gesundheit des Menschen, auf die Ökosysteme und das Klima, schwerwiegende Einflüsse und ist eine der größten Herausforderungen für die gegenwärtige Umweltschutzpolitik. Sie ist für jährlich mehr als 430.000 frühzeitige Todesfälle in Europa verantwortlich und trägt zu erheblichen Schäden in der Landwirtschaft und den Wäldern bei. Dabei bedroht sie unser Dasein und die natürlichen Systeme, die für unseren Wohlstand unerlässlich sind.

Was tun?

Nur wenn BürgerInnen, WissenschaftlerInnen, NGOs und regionale EntscheidungsträgerInnen zusammenarbeiten, können wir gemeinsam eine Lösung für die Luftverschmutzung durch bodennahes Ozon erarbeiten. Im Sommer 2017 waren unsere Raptoren (so heißen die Messgeräte mit der Raspberry-Pi Platine) in der Steiermark in den Regionen um Hartberg und Weiz im Einsatz. Für den Sommer 2018 hatten wir wieder Gemeinden und Freiwillige in der Steiermark, die sich bei der Messaktion beteiligten. Getestet wird außerdem noch in Spanien und Italien.

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie auf www.captor-project.eu

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