Biodiversität in Städten & Gemeinden der Zukunft

Sehen Sie hier die Vorträge aus der Konferenz "Biodiversität in Städten und Gemeinden der Zukunft".

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Vielen Dank fürs Zusehen - der Livestream ist nun vorbei.

Sie haben einen Vortrag verpasst? Kein Problem: Alle Vorträge stehen ab 18. Mai online zum Nachhören/-sehen zur Verfügung.

Übersicht

Hier finden Sie alle Vidoes der Vortragsreihe "Biodiversität in Städten & Gemeinden der Zukunft" von unseren Online-Kongresses "Visions for Transition - Wie Landwirtschaft und Städte der Zukunft die Biodiversität bewahren".

Alle Vorträge

Wenn die Welt krank wird - und der Mensch mit ihr. Globaler Artenverlust - Ursachen, Konsequenzen, Risiken

Dr. Josef Settele, IPBES, Deutschland

Der Zustand der Natur verschlechtert sich beispiellos und das Artensterben beschleunigt sich – mit gravierenden Auswirkungen auf die Menschen ‒einschließlich dem vermehrten Auftreten von Pandemien wie COVID-19. In welchem Zustand befinden sich die Ökosysteme der Erde – an Land, an den Küsten und im offenen Ozean? Inwiefern ermöglichen sie den gut sieben Milliarden Menschen auf der Erde eine ausreichende Lebensqualität mit Nahrungsmitteln, Rohstoffen und Erholung? Was muss getan werden, um die Ökosysteme langfristig zu sichern? Diesen Fragen geht Josef Settele, einer der HauptautorInnen des aktuellen Globalen Zustandsberichts des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) nach.

 

Situation der Biodiversität in Österreich

Dr. Franz Essl, Biodiveristätsrat Österreich

Auch in Österreich ist die intakte Natur die Grundlage für gesellschaftliches Wohlergehen. Sie schützt vor Naturgefahren, sichert die Nahrungsmittelproduktion und bedeutet lebenswerte Landschaften. Die derzeitigen Zielsetzungen, Strategien und Gegenmaßnahmen reichen bei Weitem nicht aus, um Österreichs Biodiversität für die nächsten Generationen zu erhalten. Die wissenschaftlichen Befunde sind eindeutig, fundierte Vorschläge für Maßnahmen liegen vor und müssen umgehend politisch Berücksichtigung finden, so der österreichische Biodiversitätsrat. Franz Essl gibt einen Überblick zu Status quo & Trends zum Thema Biodiversität in Österreich, mit besonderer Berücksichtigung auf Landnutzung und mögliche Handlungsoptionen.

 

Vermessene Vielfalt: Biodiversitätsdaten für evidenzbasierte Entscheidungen 

Dr. Johannes Rüdisser, Institut für Ökologie der Universität Innsbruck

Der Schutz der noch verbleibenden biologischen Vielfalt ist eine der größten und wichtigsten globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Biodiversitäts-Monitoring – also das systematische und fortlaufende Erheben der biologischen Vielfalt – liefert wissenschaftliche Grundlagen für evidenzbasierte Entscheidungen in der Raumplanung, der Landwirtschaft und im Natur- und Umweltschutz. Leider wissen wir erstaunlich wenig über den Zustand vieler Tier- und Pflanzenarten in Österreich. Johannes Rüdisser - Initiator des Tagfalter-Monitorings „Viel-Falter“ - erläutert Bedeutung und Möglichkeiten systematischer Biodiversitätserhebungen in Österreich am Beispiel der Schmetterlinge.

 

Literaturverweise:

 

Wiens Smart City Strategie im Kontext globaler Herausforderungen

DIin Ina Homeier, Smart City Wien 

Unsere Städte wachsen unaufhörlich ‒ bald werden mehr Menschen in Städten als in anderen Siedlungsformen leben. Was bedeutet diese Entwicklung für die Welt? Vor welchen Herausforderungen stehen Städte? Welche Herausforderungen sind mit der Urbanisierung verbunden? In der Smart City Wien-Rahmenstrategie legt Wien seine strategischen Ziele für eine nachhaltige Entwicklung bis 2050 fest. Diese Strategie ist damit die themenübergreifende Antwort der Stadt auf aktuelle und globale Herausforderungen mit Schwerpunkt aufKlimaschutz, Digitalisierung, Partizipation und soziale Inklusion. Die Rahmenstrategie ist auch eine Antwort auf die Klimakrise: Die lokalen Treibhausgasemissionen sollen bis 2030 halbiert und bis 2050 um 85 Prozent – jeweils pro Kopf und gegenüber 2005 – reduziert werden.

 

Friesach im Wandel - eine Stadt auf dem Weg in die Zukunft

Leo Kudlicka, Erste Transition Town Initiative Österreichs

„Transition Town“ ist eine weltweite Bewegung von Kulturwende- und Nachhaltigkeitsinitiativen, wo Menschen beginnen, in ihrer Umgebung anders zu handeln und zu wirtschaften. Auch in Friesach, der ersten Transition Town Kärntens sollen Visionen entwickelt und Alternativen für ein gutes Leben in der Zeit des Übergangs ausprobiert werden. Gemeinsam wird nach lokal und regional tragfähigen Lösungsansätzen gesucht, um für die anstehenden gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen vorbereitet und handlungsfähig zu sein.

 

Naturvielfalt in der Gemeinde - Mehrwert und Herausforderungen

Ing. Martin Summer, Bürgermeister von Rankweil a.D.

Seit vielen Jahren setzt die Vorarlberger Gemeinde Rankweil auf naturnahe Gestaltung ihrer Grünflächen und wurde damit zur Vorreiterin in Sachen Artenschutz in der Gemeinde. Durch gezielte Maßnahmen, wie die Anlage von Wildblumenwiesen, den Erhalt von Streuobstwiesen oder die Errichtung von Natursteinmauern, konnte die Artenvielfalt im Gemeindegebiet deutlich erhöht werden. Gleichzeitig wurde die Bevölkerung intensiv in die Artenschutzbemühungen eingebunden.

 

Das biologische Erbe der Karpaten - eine Quelle der Inspiration für die Erhaltung der biologischen Vielfalt

Monika Janisova, PhD, Botanisches Institut SAS, Slowakei

Die traditionelle Grünlandnutzung in Mitteleuropa liefert seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden hochwertige Nahrungsmittel und Kleidung. Als Nebeneffekt der nachhaltigen Landwirtschaft halten einige ländliche Gebiete Weltrekorde im Artenreichtum. In mehreren Regionen der Karpaten ist die traditionelle Landwirtschaft immer noch gut erhalten. Der Besuch von Bergdörfern in Rumänien oder der Ukraine ist wie eine Zeitreise durch mehrere Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte der landwirtschaftlichen Geschichte. Dies ist eine großartige Gelegenheit, die Weisheit unserer VorfahrInnen zu nutzen, um die biologische Vielfalt des Graslands für unsere Nachkommen zu erhalten. Beispiele für Graslandbewirtschaftungspraktiken, die auf traditionellem ökologischen Wissen basieren, können als Inspiration für die Entwicklung moderner Strategien zur Erhaltung der biologischen Vielfalt dienen, die sowohl in ländlichen Regionen als auch in einer modernen Landschaft anwendbar sind.

Literatur: Ahogy gondozz a, úgy veszi h asznát

 

Wildlife Gardening 

Dave Goulson, PhD, Universität Sussex, Groß Britannien

Wir befinden uns inmitten des 6. Massensterbens, wobei das Aussterben schneller vor sich geht als jemals zuvor in den letzten 65 Millionen Jahren. Die "Fülle des Lebens" ist im Rückgang begriffen, wobei jüngste Studien zeigen, dass vor allem Insekten schnell zu verschwinden scheinen. Wenn es so weitergeht, wird dies tiefgreifende Folgen für die Menschheit und unseren Planeten haben. Dave Goulson erklärt, warum Insekten im Niedergang begriffen sind und zeigt auf wie wir dieser Krise begegnen sollten, nämlich indem wir unsere Gärten und städtischen Gebiete in Oasen des Lebens verwandeln.

 

Artenvielfalt fördern in Gemeinden - das Beispiel Blühlinge

Dr. Martin Wildenberg, GLOBAL 2000 & Mrg. Katka Klimová, BROZ

Im Rahmen des Projekts BLÜHLINGE werden große interaktive Knotenpunkte und kleinere Trittsteine in Form von Blühflächen als Habitate für Schmetterlinge in Städten und Gemeinden in der Slowakei und in Österreich in enger Zusammenarbeit mit erfahrenen strategischen Partnern errichtet. BLÜHLINGE ist eine Kombination aus optischen, haptischen und wissenschaftlichen Elementen der Bewusstseinsbildung mit Citizen Science-Charakter, die zu einer Verhaltensänderung beitragen sollen. Mit einer Vielfalt an Kommunikationsstrategien und der Einbindung unterschiedlichster Medienkanäle stellt das Projekt den Schmetterling als einen zentralen Indikator für Biodiversität ins Zentrum. So arbeiten Schulen, Städte, Gemeinden, BürgerInnen, GärtnerInnen und MedienpartnerInnen in der Slowakei und in Österreich in einem grenzüberschreitenden Projekt gemeinsam an Naturschutzlösungen und bilden gleichzeitig Grundlagen für zukünftige Projekte zum Thema Biodiversität.


 

Blühlinge Logos