Elektroschrott vermeiden

Seit Jahren sind Handys, Laptops und Computer nicht mehr aus unserem Alltag weg zu denken. Laut einer Erhebung der Arbeiterkammer wird etwa ein Handy in Österreich durchschnittlich nur mehr eineinhalb bis zwei Jahre lang genutzt. Das kommt daher, dass wir mit dem Abschluss eines Handyvertrags auch gleich Punkte sammeln, mit denen wir uns im darauffolgenden Jahr – gegen eine kleine Aufzahlung oder gar gratis – gleich wieder das noch leistungsstärkere Nachfolgemodell gönnen können. Woran wir dabei allerdings nicht denken, sind die ökologischen und sozialen Auswirkungen unseres Verschleißes an Geräten der Unterhaltungselektronik.

In unseren Tablets, Flatscreens & Co stecken wertvolle Rohstoffe, deren Abbau häufig in armen Ländern des Globalen Südens– massive Umweltverschmutzung, gravierende Menschenrechtsverletzungen und Konflikte verursachen. In einem Smartphone stecken alleine mehr als 50 verschiedene Metalle, die als wertvolle Ressourcen unbedingt recycelt werden sollten. Abgesehen von den wiederzuverwertenden wertvollen Bestandteilen wie Gold und Kupfer, enthält dieser aber auch Schwermetalle, gifte Flammschutzmittel und jede Menge Kunststoffe, die sich gar nicht entsprechend recyceln lassen. Es gibt also viele Gründe für einen bewussteren Umgang mit unseren Elektronikgeräten und warum wir unnötigen Elektroschrott vermeiden sollten.

Weniger ist mehr

Zunächst sollten wir uns also einmal die Frage stellen, ob wir auch wirklich ein neues Gerät brauchen und ob es nicht das alte auch noch tut. Und dann sollten wir auch der Frage nachgehen, ob wir das, was das neue Gerät alles kann, auch wirklich nutzen können. Viele kaufen einen neuen Computer mit extremer Leitungsstärke, um dann lediglich Texte zu schreiben und im Internet zu surfen. Wenn wir nur das Gerät kaufen, das unseren Anforderungen genügt, könnten wir viel Geld und ganz nebenbei auch Ressourcen sparen. Anders gesagt: „Wenn Sie mit dem Fahrrad in die Arbeit fahren wollen, kaufen Sie sich ja auch nicht das allerneueste Hightech-Rennrad.“

Qualität statt Quantität

Kaufen Sie lieber hochwertige, langlebige und reparierfähige Produkte und setzen Sie etwa bei Smartphones auf Geräte mit modularem Aufbau. Oft ist es einfacher für Business-Geräte Ersatzteile zu bekommen, da diese in großen Stückzahlen produziert werden und auf längeren Betrieb ausgelegt sind. Mit dem Leistungsspektrum eines Geräts steigt auch meist sein Energiehunger. Daher sollten die vorgesehenen Energiespar-Features neuer Rechner genutzt werden. Wer nur im Internet surft, E-Mails checkt und Textdokumente erstellt, kann wirklich lange mit ein und demselben Gerät auskommen. Es gibt einige wenige Hersteller von IT-Produkten, die sich bemühen, ihre Produkte umweltfreundlicher und „fairer“ zu gestalten. Es macht also Sinn, sich nach solchen zu erkundigen. Weiters sollten Sie bei Neuanschaffungen auf die Reparierbarkeit von Produkten achten. Infos darüber, wie gut ein Produkt reparierbar ist, erhalten sie beispielsweise auf de.ifixit.com.

Reparieren statt wegwerfen, teilen statt entsorgen

Elektrogeräte reparierenFunktioniert das Gerät noch, dann schenken oder verkaufen Sie es doch einfach weiter. Sollte mal etwas kaputt gehen, fragen Sie nach Reparaturmöglichkeiten. Mit kleinen Geräten könnten Sie beispielsweise in ein Reparaturcafe gehen, um das Gerät unter Anleitung selber zu reparieren. Wo Sie solche finden, erfahren Sie auf www.repanet.at. Sollten Sie Ihr Gerät aber lieber zuhause alleine reparieren wollen, finden Sie kostenlos Reparaturanleitungen auf de.ifixit.com.

Oder Sie lassen es lieber professionell reparieren? Dann sehen Sie im Reparaturführer oder im Reparaturnetzwerk nach. Ist ein Gerät doch mal kaputt und lässt sich nicht mehr reparieren, bringen Sie Ihre Elektronikgeräte bitte immer zu einem zertifizierten Entsorger.

Re-use Geräte: Schenke Geräten eine zweites Leben!

Wenn Sie sich eine neues Gerät zulegen wollen oder müssen, können Sie sich für ein so genanntes „refurbished“ IT-Gerät entscheiden. Diese garantieren eine qualitätsgesicherte Datenlöschung, Überholung und Instandsetzung. Ein seriöser Betrieb gewährt Ihnen natürlich eine Garantiezeit auf Ihr neues Second-hand-Gerät. Mit solch einem Kauf verlängern Sie das Leben von IT-Geräten, die ja oftmals nicht ausgetauscht werden, weil sie nicht mehr funktionstüchtig sind, sondern weil sie beispielsweise schon von der Steuer abgeschrieben sind. Mit einem „refurbished“ IT-Gerät tragen sie aktiv zur Ressourcenschonung und zum Schutz der Umwelt bei.

Refurbished Geräte bekommen Sie beispielsweise bei: Compuritas sowie auf Anfrage beim Verein Socius (Tel.: 01 202 26 86), dort kann man kaputte Geräte auch reparieren lassen. Außerdem kann man beim Verein Socius gebrauchte Geräte auch abgeben und damit Gutes tun.

Energiesparen im Betrieb

Wie bei allen elektronischen Geräten sollte man diese nicht unnötig laufen lassen. Viele Geräte haben Energiespareinstellungen, die das Gerät nach einer gewissen Zeit in den Ruhemodus versetzen oder abschalten.

Netzteile verbrauchen immer ein wenig Strom, daher sollten diese, wenn das Gerät nicht benötigt wird abgesteckt oder ausgeschaltet werden. Standby-Funktionen etwa bei Monitoren sind zwar praktisch, verbrauchen aber ebenfalls immer ein wenig Strom. Daher kann Strom gespart werden, wenn die Geräte ganz abgeschaltet oder komplett vom Strom genommen werden, z.B. durch schaltbare Stromverteilerleisten.

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