Landwirtschaftliches Feld

Wie Gentechnik die Umwelt belastet

Ein grundlegendes Problem ist, dass es viel zu wenig unabhängige Studien gibt, die Aufschluss über die verschiedenen Folgen der Gentechnik geben. Doch das, was erforscht wurde, gibt Aufschluss über die unterschiedlichen Bereiche, in denen sich Gentechnik negativ auf die Umwelt auswirkt. Und nach 20 Jahren sehen wir auch in der Praxis, dass Gentechnik Folgen hat, vor allem in jenen Regionen der Erde, die besonders viel oder fast ausschließlich Gentechnik anbauen.

Zerstörung der Ackerböden

Sie haben sicher schon einmal Bilder von den riesigen Sojafeldern in den USA oder Argentinien gesehen, riesige braune Landstriche, über die Flügeltraktoren rauschen und großflächig Pestizide sprühen.

Traktor versprüht Pestizide über Sojafeld

Vielleicht haben Sie auch schon einmal Bilder von den Böden gesehen, wie sie nach der Ernte nach mehreren Jahren Gentechnik-Anbau aussehen.

Rissiger, ausgetrockneter Boden auf dem nichts mehr wächst

Riesige Risse ziehen sich über wüstenähnliche Landschaften. Dort wächst kein Grashalm mehr, die Erde ist im wahrsten Sinne des Wortes tot.

Warum ist das so?

Eine gentechnisch veränderte Pflanze ist eine Art pflanzliche Hochleistungsmaschine. Sie liefert nur eine Periode lang relativ hohe Erträge. Sie nützt den Boden, die Düngemittel und das Wasser in vollen Zügen, gibt ihre Bedingungen vor und lässt daneben wenig Spielraum für ein natürliches Acker-Ökosystem. Eine Art der Genmanipulation bewirkt bei der Pflanze die Produktion eines Giftes, das Insekten vernichten soll. Das Gift, das die Pflanze gegen Insekten produziert, wirkt sich aber auch negativ auf Bodenorganismen aus. Neben den Schadinsekten (wie etwa dem Maiszünsler) werden auch nützliche Insekten getötet, wenn sie etwa vom „Tau“ der Pflanze trinken. Pollen werden von Bestäubern auf benachbarte Felder getragen und verändern dort die Kulturpflanzen.

In den vergangenen Jahren wurde viel über den GV-Mais der Firma Pioneer High Bred diskutiert. Studien, die im Zuge der Zulassungsverfahren herangezogen wurden, weisen darauf hin, dass der GV-Mais 1507 auch Wasserorganismen schädigen kann.

Widerständiges Unkraut fordert noch mehr Herbizideinsatz

Als die Gentechnik-Pflanzen so weit waren, dass sie den Weg vom Labor auf die Felder antreten konnten, warben die Herstellerfirmen damit, dass mit Gentechnik weniger Unkrautvernichtungsmittel, also Herbizide eingesetzt werden müssen. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Nach einigen Jahren dauerhaftem, großflächigem Einsatz vor allem von Glyphosat, entwickelten die unerwünschten Ackerpflanzen auf den Sojafeldern Resistenzen gegen das Herbizid. Sie konnten also nicht mehr so einfach beseitigt werden. Die Lösung sieht man derzeit in der Steigerung der Herbizidmenge, in der Kombination von Herbiziden oder in alternativen Herbiziden. Hier können Sie ausführlicher zu Glyphosat und seinen Folgen nachlesen. Andere Unkrautvernichtungsmittel sind etwa Glufosinat oder ein Abkömmling des aus dem Vietnam-Krieg bekannten „Agent-Orange“: 2,4-D.

Die Gentechnik-Folgen für die Umwelt setzen sich also zusammen aus den eigentlichen Eigenschaften der gentechnisch veränderten Pflanzen und dem hohen Einsatz von Herbiziden. Unsere Forderung lautet: Es braucht noch viel mehr unabhängige Untersuchungen, denn bei weitem wurden noch nicht alle Risikofelder und Wirkungsketten ausreichend untersucht.

Lesen Sie mehr zu weiteren Folgen von Gentechnik