Erleben Sie die Magie der Glühwürmchen in Österreich – die streng genommen keine Würmer, sondern Leuchtkäfer sind. Warum leuchten Glühwürmchen und wie leuchten die Käfer eigentlich? Die kleinen Tiere sind zunehmend vom Aussterben bedroht: vor allem durch Lichtverschmutzung und Pestizide. Erfahren Sie mehr über ihr Leben, ihre Lebensdauer und wie Sie Ihren Garten in einen sicheren Lebensraum für die Tiere verwandeln können.

Glühwürmchen

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Die kleinen Tierchen sind keine Würmer, sondern zählen zu den Leuchtkäfern. Sie heißen "Fireflies" auf Englisch oder "Lucciola" auf Italienisch. Im Lateinischen übrigens "Lampyridae".

Glühwürmchen leben vor allem an Waldrändern, in Parks, in Gärten, unter faulem Holz, im Gebüsch oder auf Bahnböschungen - besonders in der Nähe von Teichen oder Flussufern. Sie meiden Orte mit Helligkeit wie Straßen und von Menschen stark bewohnte Gegenden.. Die Larven ernähren sich von Schnecken. Die erwachsenen Käfer nehmen gar keine Nahrung auf.

Warum und wie leuchten Glühwürmchen?

Waldweg bei Nacht mit zahlreichen leuchtenden Glühwürmchen über dem Boden

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In Österreich sind vor allem zwei Arten verbreitet: der Große und der Kleine Leuchtkäfer. Ihr geheimnisvolles Leuchten entsteht durch sogenannte Biolumineszenz – eine biochemische Reaktion in ihren Zellen, bei der „kaltes“ Licht erzeugt wird. Dieses einzigartige Leuchtsignal dient der Partnersuche.

Beim Großen Leuchtkäfer leuchten ausschließlich die am Boden sitzenden Weibchen, um fliegende, paarungsbereite Männchen anzulocken. Beim Kleinen Leuchtkäfer hingegen sind auch die Männchen selbst leuchtend unterwegs. Generell gilt: Flugfähig sind bei den Glühwürmchen nur die Männchen – sie folgen den Lichtsignalen der Weibchen durch die Sommernacht.

Wann ist Glühwürmchen-Zeit?

Ab Mitte Juni, rund um die Johannisnacht am 24. Juni, beginnt in Österreich die beste Zeit, um Glühwürmchen zu beobachten. In warmen, windstillen Sommernächten werden sie ab Einbruch der Dunkelheit aktiv, dann kann man ihre charakteristischen Lichtsignale in Gärten, auf Wiesen und an Waldrändern beobachten.

Wie viele Arten von Leuchtkäfern gibt es?

Weltweit kennt man über 2000 Arten dieser Familie, die aber nicht alle leuchten. In Mitteleuropa heimisch sind der Große Leuchtkäfer, der Kleine Leuchtkäfer (beide in Österreich verbreitet), der Kurzflügel-Leuchtkäfer und der Italienische Leuchtkäfer.

Spannend ist, dass die unterschiedlichen Arten verschieden leuchten. So strahlt das kleine Glühwürmchen im Fliegen ein gelb-grünliches Licht aus, das wie Funken durch die Luft fliegt. Das Große hingegen leuchtet im Sitzen mit einem LED-ähnlichen gelblich-grünem Licht. Das Italienische blinkt mit weißlichem Licht und vom Kurzflügeligen, das nicht fliegen kann, leuchten nur die Larven mit einem feinen Licht. 

Wie kann ich Glühwürmchen anlocken?

Züchten oder umsiedeln lassen sich Glühwürmchen nicht, aber anlocken kann man sie. Eine düngerfreie Wiese ist Voraussetzung. Sie können einen Asthaufen, eine kleine Mauer oder andere Kleinstrukturen errichten. Weibchen mögen es, dort zu sitzen.

Die Larven fressen Schnecken im Garten, also ein Grund mehr, geeignete Plätzchen für sie zu schaffen. Sie meiden beleuchtete Orte, die Männchen sind dadurch stark irritiert. Verzichten Sie an manchen Stellen in Ihrem Garten auf Beleuchtung. Leuchtkäfer bevorzugen, wie auch manch andere Insekten, die Dunkelheit in der Nacht. Der Zyklus von Licht und Dunkelheit ist für viele Organismen von Bedeutung und beispielsweise auch für nachtaktive Bestäuber-Insekten essenziell.

Foto-Tipp

Zu sehen sind sie in warmen Sommernächten, manchmal bereits im Mai. Mit etwas Geschick und Geduld lassen sich mit Langzeitbelichtung Fotos der Flugbahnen machen. Stellen Sie mit einem Stativ ihre Kamera am Waldrand auf, Belichtungszeit 20 Sekunden oder mehr. Auf dem Foto werden wirre leuchtende Linien, die sich durchs Unterholz ziehen, zu sehen sein.

Glühwürmchen

Dominik Linhard

 

5 Tipps zur Förderung von Glühwürmchen im Garten:

  • Verzichten Sie auf Pestizide, Insektizide, Herbizide und Schneckenkorn: Für die Entwicklung der Glühwürmchenlarven über mehrere Jahre benötigen sie verschiedene Schneckenarten als Futter.
  • Verzichten Sie auf Kunstdünger: Glühwürmchen bevorzugen magere Wiesen.
  • Legen Sie Kleinstrukturen an: Trockensteinmauern und Steinhaufen, Totholz und Asthaufen, offene Flächen & Laubhecken.
  • Lassen Sie die Motorsense weg: Sie ist für die erwachsene Tierchen gefährlich.
  • Künstliche Gartenbeleuchtung und Leuchtdauer reduzieren.

Glühwürmchen sind Zeichen einer intakten Natur - wo sie auftauchen, ist die Natur gesund. In ihrer Nähe findet man oft auch seltene Tier- und Pflanzenarten, und generell eine hohe Biodiversität und Strukturvielfalt. Erfahren Sie mehr über's naturnahe Gärtnern.

Portrait Dominik Linhard. Biodiversitäts-Experte bei GLOBAL 2000

„Glühwürmchen zeigen uns, wie sensibel unsere Ökosysteme geworden sind: Wo Pestizide und künstliches Licht zunehmen, verschwindet auch ihr Leuchten. Der Schutz der Biodiversität in Österreich beginnt mit dem Bewahren von Lebensräumen und dem konsequenten Reduzieren des Einsatzes von Chemikalien.“

Dominik Linhard, GLOBAL 2000-Biodiversitäts-Experte

Glühwürmchen schützen

Glühwürmchen sind nur ein Beispiel für das stille Verschwinden unserer Artenvielfalt. Insekten spielen eine zentrale Rolle für unsere Ökosysteme, doch Pestizide und Lebensraumverlust bedrohen ihr Überleben massiv. GLOBAL 2000 setzt sich seit Jahrzehnten für den Schutz der Biodiversität und die Reduktion gefährlicher Pestizide ein.

Unterstützen Sie jetzt den Schutz unserer Natur: Mit Ihrer Spende helfen Sie, Lebensräume zu bewahren, Pestizide zu reduzieren und das Aussterben wichtiger Arten zu stoppen. Gemeinsam können wir Österreich wieder zum Blühen, Wachsen - und Leuchten - bringen.

Glühwürmchen melden

Es gibt die Möglichkeit, den Standort gesichteter Tierchen bei der Umweltberatung zu melden:

Online über das Formularexternal link, opens in a new tab: Geben Sie Ort, Datum, Uhrzeit, Anzahl sitzender oder fliegender Glühwürmchen bekannt. Die Liste aller gemeldeten Standorte kann dann über die Webseite der Umweltberatung abgerufen werden. Dadurch tragen Sie zur Erhebung der natürlichen Glühwürmchenorte bei.

Zusätzlich liefert der Schweizer Verein „Glühwürmchen Projektexternal link, opens in a new tab“ Wissenswertes und Wissenschaftliches zu den Leuchtkäfern.