Glühwürmchen

In Sommernächten bei einem Spaziergang im Wald Glühwürmchen leuchten zu sehen, ist ein Erlebnis. Doch, wie können sie in den eigenen Garten gelockt werden?

Glühwürmchen

Die kleinen Tierchen zählen zu den Leuchtkäfern. Das klingt nicht ganz so verzaubernd wie Glühwürmchen, "Fireflies" auf Englisch oder "Lucciola" auf Italienisch. Im Lateinischen übrigens "Lampyridae".

Weltweit kennt man über 2000 Arten dieser Familie, die aber nicht alle leuchten. In Mitteleuropa heimisch sind der Große Leuchtkäfer, der Kleine Leuchtkäfer, der Kurzflügel-Leuchtkäfer und der Italienische Leuchtkäfer. Spannend ist, dass die unterschiedlichen Arten verschieden leuchten. So strahlt das kleine Glühwürmchen im Fliegen ein gelb-grünliches Licht aus, das wie Funken durch die Luft flieget. Das Große hingegen leuchtet im Sitzen mit einem LED-ähnlichen gelblich-grünem Licht. Das Italienische blinkt mit weißlichem Licht und vom Kurzflügeligen, das nicht fliegen kann, leuchten nur die Larven mit einem feinen Licht.

In Österreich sind die häufigsten zwei Arten der Große und der Kleine Leuchtkäfer. Sie leuchten mit Hilfe von Bioluminiszenz – eine bio-chemische Reaktion in den Zellen, bei der kaltes Licht entsteht. Bei den Großen Leuchtkäfern können nur die am Boden sitzenden Weibchen leuchten, die dadurch paarungsbereite Männchen anlocken. Bei den Kleinen Leuchtkäfern, leuchten hingegen auch die fliegenden Männchen. Generell, sind bei den Glühwürmchen nur die Männchen flugfähig.

Im Wiener Raum können zwei Arten gefunden werden, nämlich der Große und der Kleine Leuchtkäfer.

Wie leben sie?

Glühwürmchen leben vor allem an Waldrändern, in Parks, in Gärten, unter faulem Holz, im Gebüsch oder auf Bahnböschungen. Die Larven ernähren sich von Schnecken und die Erwachsenen Käfer nehmen gar keine Nahrung auf.

Zu sehen sind sie in warmen Sommernächten, manchmal bereits im Mai. Mit etwas Geschick und Geduld lassen sich mit Langzeitbelichtung Fotos der Flugbahnen machen. Stellen Sie mit einem Stativ ihre Kamera am Waldrand auf, Belichtungszeit 20 Sekunden oder mehr. Am Foto werden wirre leuchtende Linien, die sich durchs Unterholz ziehen, zu sehen sein.

Glühwürmchen

Züchten oder umsiedeln lassen sich Glühwürmchen nicht, aber anlocken kann man sie. Eine düngerfreie Wiese ist Voraussetzung. Sie können einen Asthaufen, eine kleine Mauer oder andere Kleinstrukturen errichten. Die Weibchen sitzen dort gerne. Die Larven fressen Schnecken im Garten, also ein Grund mehr, für sie geeignete Plätzchen zu schaffen. Sie meiden beleuchtete Orte, die Männchen sind dadurch stark irritiert. Verzichten Sie an manchen Stellen auf Gartenbeleuchtung. Leuchtkäfer bevorzugen, wie auch manch andere Insekten, die Dunkelheit in der Nacht. Der Zyklus von Licht und Dunkelheit ist für viele Organismen von Bedeutung und beispielsweise auch für nachtaktive Bestäuber-Insekten essentiell.

5 Tipps zur Förderung der Glühwürmchen im Garten:

  • Verzicht auf Pestizide, Insektizide, Herbizide und Schneckenkorn. Für die Entwicklung der Glühwürmchenlarven über mehrere Jahre benötigen sie verschiedene Schneckenarten als Futter.
  • Verzicht auf Kunstdünger. Glühwürmchen bevorzugen magere Wiesen.
  • Kleinstrukturen wie Trockensteinmauern und Steinhaufen, Totholz und Asthaufen, offene Flächen, Laubhecken sind gefragt.
  • Lassen Sie die Motorsense weg, damit kann man erwachsene Tierchen zerstören.
  • Künstliche Gartenbeleuchtung und Leuchtdauer reduzieren.

Die Käfer sind Zeichen einer intakten Natur. Sie leben in strukturreichen Landschaften mit seltenen Pflanzenarten. Sie zu fördern trägt zum Erhalt der Biodiversität bei.

Glühwürmchen melden

Es gibt die Möglichkeit, den Standort gesichteter Tierchen bei der Umweltberatung zu melden. Online über ein Formular, telefonisch oder via Email geben Sie Ort, Datum, Uhrzeit, Anzahl sitzender oder fliegender Glühwürmchen bekannt.

Dadurch tragen Sie zur Erhebung der natürlichen Glühwürmchenorte bei. Die Liste aller gemeldeten Standorte kann dann über die Webseite der Umweltberatung abgerufen werden.

Hier geht’s zum Formular zur Glüchwürmchenmeldung.

Zusätzlich liefert der Schweizer Verein „Glühwürmchen Projekt“ Wissenswertes und Wissenschaftliches zu den Leuchtkäfern.