Das Leben der Indigenen ist untrennbar mit dem Wald verbunden, in dem sie leben. Zentraler Punkt im Weltbild der Indios ist der Energieausgleich: Alles, was dem Wald zum Leben entnommen wird, entzieht ihm Energie, die ihm wieder zurückgegeben werden muss, damit der Wald keinen Schaden erleidet. Der Schamane überwacht diesen Energiefluss und wirkt somit einerseits als Hüter über die Riten und Gesetze der Indigenen, andererseits wird er so zum Bewahrer des natürlichen Lebensraums, des Waldes.

Die Indigenen sind davon überzeugt, dass nur das, was im Wald ungestört wächst, viel Energie enthält, das heißt kräftigend, nahrhaft und gesund ist. Deshalb gehen sie bei Rodungen für das Anlegen ihrer Felder sehr schonend vor. Auch die Jagd unterliegt zahlreichen Regelungen und Tabus. Erzürnt der Jäger den Herrn der Tiere, so sind Krankheit für den Jäger selbst, seine Kinder oder seine Verwandten die Folge. Die Menschen im Wald sind so gleichzeitig seine Behüter.

Doch sie leben gefährlich. Noch Anfang dieses Jahrhunderts lebten z.B. im brasilianischen Amazonasbecken über eine Million Indigene. Heute sind es gerade noch 200.000. Dutzende Völker weltweit sind schon verschwunden. Für immer ausgelöscht sind damit auch ihre Kulturen, ihre Sprachen und Religionen. Während des Kautschukbooms, der Anfang dieses Jahrhunderts in den Regenwäldern Amazoniens seinen Höhepunkt hatte, wurden im kolumbianischen Amazonas-Tiefland innerhalb eines Jahrzehnts zwischen 30.000 und 40.000 Indigene umgebracht, tausende wurden versklavt. Bei der Zerschlagung der indigenen Kulturen spielte auch die Kirche eine wesentliche Rolle. Bis heute werden Kinder von kirchlichen Missionen erzogen. Früher wurden Kinder gewaltsam in Internate geholt. Ihre eigenen Sprachen wurden ihnen verboten, traditionelle Lebensweisen und -normen konnten sie nicht mehr lernen.

Erst seit vergleichbar kurzer Zeit leisten die Regenwaldvölker organisierten Widerstand. Weltweit begannen sie ihr Recht auf Land und eigene Kulturen einzufordern. Oft endet ihr Widerstand in Gefängnissen, Menschen sind von Folter und Mord bedroht.

 

Zwei Filme, die zeigen, wie sich die Regenwaldzerstörung auf die inigenen Völker auswirkt

Dayak Meratus

Der Film handelt von einer indigenen Gemeinschaft im Meratus Berggebiet auf Kalimantan, Indonesien. Die Dayak Meratus nutzen andere Waldprodukte als Holz, wie zum Beispiel Kautschuk, um sich einen Lebensunterhalt zu schaffen und den Regenwald nachhaltig zu nutzen. Ihr Lebensraum ist durch Plantagen, Bergbau und Holzeinschlag gefährdet.

Eine lokale NGO unterstützte die Dayak beim Verwalten ihrer natürlichen Ressourcen, bei der Neustrukturierung indigener Institutionen und des Gemeinschaftsrechts. Die Dayak wurden finanziell unabhängig und mit Hilfe der NGO suchen sie nun nach legaler Anerkennung ihrer traditionellen Landrechte.

The Dayak Meratus from Handcrafted Films on Vimeo.

The Knasaimos People

Indigene Völker sind besonders stark vom illegalen Holzeinschlag betroffen. Die Knasaimos leben in Papua, dem indonesischen Teil der Insel Neuguinea. Der Handel mit illegalem Holz hat die Lebensgrundlage und sozialen Strukturen ihrer Dörfer zerstört. Durch verschiedene Maßnahmen der Regierung hat sich die Situation in letzter Zeit verbessert. Der Film zeigt die Erfolge und untersucht, wie die lokalen Gemeinschaften von einer verbesserten Kontrolle des Waldes ihrer Vorfahren profitieren werden..

The Knasaimos People from Handcrafted Films on Vimeo.