Krebskrankes Tschernobyl-Kind

Eine Studie im Auftrag des deutschen Bundesamt für Strahlenschutz, die vom Kinderkrebsregister in Mainz durchgeführt wurde, untersucht die Auswirkungen von der Nähe von Atomkraftwerken zum Wohnort auf das Kinderkrebsrisiko. Die Untersuchung lief über 23 Jahre in der Umgebung von 16 Aktomkraftwerken mit insgesamt 22 Reaktoren.

Krebsrisiko bei 0 - 4jährigen am größten

Das Ergebnis der Studie zeigt eindeutig, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit von Krebs für Kinder unter fünf Jahren in der Nähe von Atomkraftwerken häufiger ist, insbesondere für Leukämie. Im 5-km-Umkreis um die Reaktoren wurde im Untersuchungszeitraum von 1980 bis 2003 festgestellt, dass 37 Kinder neu an Leukämie erkrankt sind. Die Eintrittswahrscheinlichkeit von Krebs ist damit um 60 Prozent erhöht, die von Leukämie sogar um 100 Prozent. Zwar sind die absoluten Zahlen gering: Um die Atomkraftwerke waren von 77 Krebsfällen statistisch 29 der Nähe zum AKW zuzuordnen, von 37 Leukämiefällen statistisch 20.

Wichtig ist die Studie, weil sie erstmalig die eindeutige Auswirkungen von Atomkraftwerken auf die Krebs- und Leukämiewahrscheinlichkeit in der Nähe von Atomkraftwerken bestätigte. Nachdem bereits in den 1960er- und 1980er-Jahren Studien über erhöhte Krankheitsraten in der Nähe von AKWs in den Vereinigten Staaten und in England durchgeführt wurden, wurden diese oftmals aufgrund von methodischen Fehlern angezweifelt. Auch zwei deutsche Studien von 1992 und 1997 wurden wegen der gemittelten Daten bezweifelt, da diese die Ursachen für die Erkrankungen verunklären könnten. Daher berücksichtigte diese Studie einzelne Daten, ihre Erkenntnisse gelten bis heute trotz mehrfacher Angriffe: Die deutsche Bundesregierung erklärte 2011, dass es keine neue Studien geben werde, da die bisherige methodisch nicht mehr zu verbessern sei.

Die gesamte Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken finden Sie unten im Downloadbereich.