Nationalpark Garten: Erfolgsgeschichte eines artenfreundlichen Gartens

Der Nationalpark Garten von Erna Grabner in der Steiermark ist ein lebendiges Biotop. Auf einer Fläche, die mit Hingabe gestaltet wurde, findet man nicht nur eine Fülle von Pflanzen, sondern auch eine reiche Tierwelt. Wir haben uns mit Erna Grabner unterhalten, der Gewinnerin des diesjährigen Nationalpark Garten Fotowettbewerbs, über ihre langjährige Leidenschaft für artenfreundliches Gärtnern, ihre inspirierenden Erfahrungen und ihre Tipps für andere Naturliebhaber:innen

Der diesjährige Gewinner-Garten ist sein eigenes Ökosystem, welches seit 1979 in liebevoller Hingabe gedeiht. So wurde er zu einem Ort voller Ruhe und Schönheit. In diesem Interview tauchen wir ein in die faszinierende Welt eines Nationalpark-Gartens und erfahren, wie Erna es geschafft hat, eine artenreiche Oase zu schaffen. Von ihrem Engagement für die Umwelt bis zu den erstaunlichen Veränderungen in der Tierwelt ihres Gartens nach ihrer Teilnahme am Nationalpark Garten Projekt - lassen Sie sich inspirieren und lernen Sie von Ernas Erfahrungen.

Warum haben Sie sich entschieden, beim Projekt Nationalpark Garten mitzumachen?

Erna Grabner: Ich habe erstmals 2021 mitgemacht und gleich gewonnen. Dadurch wurde ich wieder informiert und aufgefordert, mein Foto zu aktualisieren. Dies habe ich so gemacht.

Haben Sie bereits von GLOBAL 2000 gehört, bevor Sie sich entschieden haben, Ihren Garten nach den Nationalpark Garten Kriterien anzulegen?

Erna Grabner:  Ja, ich kenne und schätze GLOBAL 2000 schon seit langem.

Könnten Sie uns etwas über Ihren Garten erzählen und wie Sie es geschafft haben, eine artenfreundliche Garten-Oase zu schaffen?

Erna Grabner: Ich habe einen sehr großen Garten mit Gemüse, Blumen, Teich, Bäume und Sträucher. Ich fotografiere und beobachte gerne die Insekten, Schmetterlinge, Vögel usw. Dazu ist es natürlich notwendig, ihnen auch etwas zu bieten. Das Garteln ohne Gift ist für mich schon immer selbstverständlich und auch das Kompostieren.

Seit wie vielen Jahren widmen Sie sich schon der Neugestaltung Ihres Gartens und wie haben Sie gestartet?

Erna Grabner: Das hat mit dem Einzug in unser Haus (1979) langsam begonnen und hört seither gar nie mehr auf.

 

Gab es Überraschungen, Veränderungen oder Herausforderungen bei der Umstellung auf torffreie Erde und den Verzicht auf Kunstdünger in Ihrem Garten? Wie hat sich die Tierwelt in Ihrem Garten seit Ihrer Teilnahme am Nationalpark Garten Projekt verändert? Haben Sie bemerkt, dass mehr Bienen, Schmetterlinge oder andere Tiere Ihren Garten besuchen?

Erna Grabner: Seit ich bewusst auf heimische Gehölze und Wildstauden achte, den Staudengarten im Herbst nicht „zusammenräumen“ habe ich viel mehr Vögel (z.B. Stieglitz auf den Disteln), Schmetterlinge und sehr sehr viele Bienen (vor allem auf blühende Kräuter).

Welche Tipps haben Sie für andere Gärtner:innen, die daran interessiert sind, ihre Gärten artenfreundlicher zu gestalten und an zukünftigen Fotowettbewerben teilzunehmen?

Erna Grabner: Einfach auf Vielfalt achten, nicht den Garten „sterilisieren“, andere Gärten (Natur im Garten) anschauen und sich z.B. auf Facebook sich zu bestimmten Gruppen anschließen für den Erfahrungsaustausch.

Wie sind Sie dazu gekommen, sich aktiv für den Umweltschutz und die Artenvielfalt in Ihrem Garten einzusetzen?

Erna Grabner: Ich weiß es gar nicht mehr ganz genau –  Ich glaube durch Vorträge in unserer Gemeinde über das richtige Kompostieren mit Gerald Dunst (der heute die bekannte Sonnenerde erzeugt).

Was war die schönste Erfahrung, die Sie beim Umstellen des Gartens gemacht haben?

Erna Grabner: Dass der Garten vom Frühjahr bis zum Winter (also das ganze Jahr) lebt.

Haben Sie durch Ihre Motivation auch andere Menschen in Ihrer Nähe dazu inspiriert, aktiv zu werden? 

Erna Grabner: Ja. Meine Freundin und ich betreiben eine WhatsApp-Gruppe – diese haben wir  “Gartenspione” genannt. Wir informieren über interessante Vorträge und treffen uns vom Frühjahr bis zum Herbst alle 14 Tage jeweils in einem anderen Garten. Wir werden von der jeweiligen Gastgeberin oder Gastgeber durch den Garten geführt, danach werden Erfahrungen, Ableger, Samen usw. ausgetauscht.

 

Herzlichen Dank, Frau Grabner, für das spannende Interview und natürlich für Ihre großzügige Zeit, die Sie Ihrem Garten widmen!