Wir haben im Sommer 2018 15 Ozonmessgeräte in Niederösterreich und der Steiermark aufgestellt und die Belastung von bodennahem Ozon gemessen – an öffentlichen Orten wie Schulen oder in Ortszentren, als auch bei interessierten Privathaushalten. Dieses Jahr wurde in Ulrichskirchen, Wolkersdorf, Petronell-Carnuntum, Pöllau, Hartberg, Gleisdorf, Weiz und Gramatneusiedl gemessen. Es wurde zwar an keiner Messstelle die EU-weite Informationsschwelle von 180 µ/m3 erreicht, der maximale Achtstundenmittelwert von 120 µ/m3 wurde aber an fast allen Messstellen überschritten. Traurige Spitzenreiter sind die CAPTOR-Messstellen in und bei Weiz mit zwischen 13 und 31 Überschreitungen in den Monaten Juli und August. Aber auch in Gramatneusiedl und Hartberg gab es über 16 Überschreitungen. Der WHO Schwellenwert (100 µ/m3 als Achtstundenmittelwert) wurde regelmäßig erreicht, alleine 13 Mal beim Messgerät bei der Römerstadt Carnuntum und 35 mal in Pöllau. Die höchsten Konzentrationen wurden eindeutig in Weiz gemessen, der Schwellenwert der WHO wurde 63 mal überschritten.

Ozonbelastung steigt weiter an – auch als Folge des Klimawandels

Wenn wir die Messungen mit denen vom letzten Jahr vergleichen ist zu erkennen, dass die Belastung höher ist. Das liegt daran, dass der Sommer dieses Jahr heißer war als 2017 und dadurch steigt auch die Ozonbelastung. Ozon belastet nicht nur Menschen, sondern auch Pflanzen, wir hören auch von der örtlichen Bauernschaft, dass es ozonbedingte Probleme beim Wachstum von Weizen gibt. Niedrige Tempolimits, Ausbau des öffentlichen Verkehrs, dringende Reduktion des zur Klimaerwärmung beitragenden CO2-Ausstosses - das wären nur ein paar Maßnahmen, die zu weniger Luftverschmutzung und mehr Gesundheit beitragen würden.

CAPTOR nun auch in der Ukraine

Dem Beispiel aus Österreich, Italien und Spanien folgen nun auch andere Länder: eine Gruppe von UmweltschützerInnen in Kiew haben begonnen, mit der Unterstützung des internationalen CAPTOR-Netzwerks, Messungen mit Bürgerbeteiligung in der Stadt durchzuführen.

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