Im „Nachhaltigkeitsprogramm“ (NHP) arbeitet GLOBAL 2000 mit REWE, der Caritas Österreich und konventionellen LandwirtInnen zusammen. Ziel dieser Kooperation ist es, die konventionelle Landwirtschaft nachhaltiger zu machen. Die „besseren“ Produkte innerhalb des konventionellen Sortiments von Obst, Gemüse und Eiern bekommen das „Pro Planet-Label“ verliehen.

Die Paradeiser-Frage

Welche sind die (ökologisch) besseren Paradeiser: die österreichischen oder die spanischen, italienischen, israelischen? In der Paradeiser-Saison von Juli bis September ist die Antwort einfach: Österreichische Tomaten aus nicht beheizten Folientunneln sind ökologisch unproblematisch — erste Wahl natürlich aus Bio-Anbau. Schwieriger wird es außerhalb der Saison: Bezüglich Treibhausgas-Bilanz — CO2 je Kilogramm Produkt — sind im Herbst, Winter und Frühjahr Tomaten aus Mittelmeer-Ländern den österreichischen klar überlegen, denn die Beheizung von Gewächshäusern verursacht deutlich mehr Treibhausgase als der Transport. Im Bio-Anbau ist übrigens die Beheizung von Gewächshäusern streng geregelt, so dass diese außerhalb der Saison meist aus Italien kommen.

Häufig haben Paradeiser aus wärmeren Gebieten allerdings ein anderes Problem: Wasser. Um ein Kilogramm Tomaten zu produzieren, braucht man rund 50 Liter Wasser.  So geht der Gemüse-Anbau beispielsweise in der Region Almeria in Südspanien auf Kosten der Umwelt: Flüsse versiegen, der Grundwasser-Spiegel sinkt, salziges Meerwasser dringt ins Grundwasser ein. Es gibt gute Ansätze zur Entschärfung der Wasser-Situation wie effizientere Bewässerung oder der Einsatz von gereinigtem Abwasser zur Tropfbewässerung — doch Fortschritte wurden bisher fast immer durch eine weitere Ausdehnung der Produktion “aufgefressen“. Der ganzjährige Tomaten-Hunger der Nord- und MitteleuropäerInnen ist einfach zu groß.

Die beim Ressourcen-Verbrauch und Klimaschutz am besten abschneidenden Obst- und Gemüseprodukte sind solche aus österreichischer Freilandproduktion: Salat, Kraut, Erdäpfel, Erdbeeren — natürlich nur innerhalb ihrer Saison. Problematisch ist bei manchen Produkten allerdings der hohe Pestizid-Einsatz. Mit dem Nachhaltigkeitsprogramm konnten wir einige ökologische Verbesserungen für konventionelles Obst und Gemüse erwirken.

Und hier sind unsere Tipps für Ihren Einkauf mit kleinem Rucksack

  • Kaufen Sie biologische Produkte, kaufen Sie saisonal und wenn möglich regional.
  • Kaufen Sie wenig Fleisch und tierische Produkte — und leisten Sie sich dafür bessere Qualität.
  • Die Autofahrt zum Supermarkt oder Hofladen für ein paar Äpfel kann die schönste Umweltbilanz zunichte machen. Gehen Sie zu Fuß, fahren Sie mit dem Fahrrad oder den Öffis. Nehmen Sie möglichst selten das Auto.
  • Vermeiden Sie unnötige und aufwändige Verpackungen. Mehrweg ist besser als Einweg. Stofftaschen sind eine gute Alternative zum Plastiksackerl.
  • Kaufen Sie nur so viel, wie Sie auch wirklich essen. Essen, das im Mülleimer landet, macht Ihren ökologischen Rucksack unnötig größer.
  • Lebensmittel und Landwirtschaft gehen uns alle an: Informieren Sie sich. Diskutieren Sie mit. Und denken Sie daran: Sie entscheiden mit, was ins Regal kommt!