Neuigkeit, 17.04.2020

Erfolg: Aus für Kohleverstromung

Nach jahrelangem Kampf haben wir es nun endlich geschafft - in Österreich im Kohlekraftwerk Mellach wurde das letzte Stück Kohle verbrannt - nun ist Österreich kohlestromfrei.

Das Aus für die Verbrennung von Kohle im Kraftwerk Mellach (Steiermark), bedeutet auch das Ende der Kohleverstromung in Österreich. Wir haben uns jahrelang dafür eingesetzt und freuen uns nun über diesen wichtigen Schritt des Verbund. Es ist ein historischer Tag für den Klimaschutz in Österreich, die Menschen in unserem Land können aufatmen. Wir alle werden von sauberer Luft und einer Verbesserung der Gesundheit profitieren.
Aus für Kohlestrom in Österreich

Noch vor wenigen Jahren wurden in den Kraftwerken von Verbund (Mellach, Steiermark), EVN (Dürnrohr, Niederösterreich) und Energie AG (Riedersbach, Oberösterreich) jährlich 1,3 Millionen Tonnen Kohle für die Stromerzeugung verfeuert und damit ein CO2-Ausstoß von 3,6 Mio. Tonnen verursacht. Darüber hinaus führten diese Anlagen zu großen Schadstoffbelastungen mit Stickoxiden, Feinstaub und Quecksilber. Eine Studie von GLOBAL 2000 zeigte, dass jedes Jahr tausende Atemwegserkrankungen von Erwachsenen und Kindern und 120 vorzeitige Todesfälle auf Luftschadstoffe aus diesen Anlagen zurückzuführen waren.

Kohle wird in Österreich nun zwar nicht mehr zur Stromerzeugung verwendet, große Mengen werden aber weiter in der Stahlindustrie eingesetzt und rund 6.000 Haushalte heizen noch mit Kohle. In Summe werden noch immer 67,4 % der Energie für Strom, Heizen, Mobilität und Industrie aus Erdöl, Erdgas und Kohle gewonnen.

Wir haben gekämpft

Vielleicht erinnert sich noch der/die einE oder andere an unsere spektakuläre Kletteraktion im Jahr 2014. GLOBAL 2000 AktivistInnen erklommen das Kohlekraftwerk in Mellach um ein starkes Zeichen gegen diese schmutzige Art Strom zu erzeugen zu setzen.  

Sechs Jahre danach, hat sich unser Einsatz nun bezahlt gemacht. Danke auch an alle unsere UnterstützerInnen die mit uns gekämpft haben.

Jetzt nicht nachlassen

Es freut uns, dass sich unser hartnäckiges Drängen ausgezahlt hat. Jetzt gilt es aber die nächsten Schritte zu setzen, denn wir sind noch lange nicht am Ziel einer 100 Prozent erneuerbaren Energiezukunft. Die Bundesregierung ist jetzt gefordert, die nächsten Schritte zügig vorzubereiten. Wir brauchen nach Lösung der Corona-Krise dringend ein Konjunkturpaket mit mindestens einer Klimaschutzmilliarde pro Jahr an zusätzlichen Mitteln. Der Ausbau von Bahn- und Busverbindungen, thermische Sanierung und Heizkesseltausch schützt das Klima, belebt die Wirtschaft und bringt auch der Bevölkerung eine bessere Lebensqualität. Es gibt keinen Grund noch länger zu zögern, handeln wir jetzt!