Der neue Special Report des Weltklimarates zum 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens untersucht, wie diese Grenze noch eingehalten werden kann und welche Auswirkungen es hat, wenn das nicht gelingt. Es ist ein dramatischer Appell der KlimaforscherInnen an die Menschheit, aufzuwachen und katastrophale Folgen für das gesamte Leben auf dem Planeten noch abzuwenden. Der Kampf zur Erreichung der Pariser Klimaziele ist zu unserer Überlebensfrage geworden. Mit dem Bericht wird klar, dass das bis vor kurzem noch anvisierte 2°C-Ziel kein sicherer Hafen mehr ist. Eine Zunahme von Extremwetterereignissen, Wasserknappheit, Hitzewellen, Verschärfung von Armut und die Gefährdung einzigartiger Ökosysteme dürfen wir nicht riskieren. Der Weltklimarat sendet mit dem neuen Bericht aber auch ein Zeichen der Hoffnung. Er zeigt, dass wir mit einer raschen und drastischen Reduktion der Emissionen eine Eingrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf unter 1,5 °C noch schaffen können. Damit können die schlimmsten Auswirkungen verhindert werden.

Reduktion von Treibhausgasemissionen um 45 % nötig

Für eine Eingrenzung der Temperatur auf 1,5 °C bis Ende des Jahrhunderts braucht es eine Reduktion der globalen Netto-Treibhausgasemissionen um 45 Prozent bis 2030 und auf Null bis 2050. Die derzeitigen Klimaschutzzusagen der einzelnen Staaten reichen dafür bei weitem nicht aus. Bei Beibehaltung der derzeitigen Pläne könnte eine Temperaturerhöhung um 1,5 °C sogar schon im Jahr 2030 erreicht sein, auch die 2 °C-Grenze wird in der Folge durchbrochen und die globale Durchschnitts-Temperatur langfristig um 3 bis 4 Grad ansteigen, was katastrophale Auswirkungen mit sich bringen würde. 

Rasches Handeln ist notwendig, denn im IPCC-Bericht wird deutlich, dass schon die bisherige Erwärmung um global 1 °C zu einer starken Zunahme von Extremwetterereignissen, Dürren und Hitzewellen geführt hat. Dieser Trend wird sich auch mit einer weiteren Temperaturzunahme fortsetzen. Ein Überschreiten der 2 °C-Marke hat gegenüber einer Eindämmung der Temperaturzunahme auf 1,5 °C stärkere Folgen als bisher vermutet. Gelingt es die globale Erwärmung auf 1,5 Grad einzugrenzen, wird es hingegen deutlich weniger Extremwetterereignisse, Hitzewellen und Dürreperioden geben und es werden 50 Prozent weniger Menschen von Wasserknappheit betroffen sein. Der Meeresspiegelanstieg würde geringer ausfallen und zehn Millionen Menschen weniger betreffen. Die Auswirkungen auf die weltweiten Ökosysteme und die Gefahr eines massiven Artensterbens können ebenfalls stark verringert werden. Beispielsweise wird erwartet, dass bei einer Erwärmung von 2 °C praktisch alle Korallenriffe der Welt zerstört werden, wogegen bei einer Erwärmung von 1,5 °C noch ein substantieller Teil gerettet werden kann. Auch bei einer Erwärmung von 1,5 °C gilt, dass Entwicklungsländer am stärksten von den Folgen betroffen sein werden. 

Die Bundesregierung in Österreich darf nicht länger zusehen, wie unsere klimaschädlichen Emissionen jedes Jahr weiter steigen. Es braucht einen raschen und konsequenten Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle in allen Bereichen und ein Ende von sinnlosen Projekten wie Tempo 140. Es dürfen keine neuen Öl- und Gasheizungen mehr installiert werden, es braucht 100 Prozent emissionsfreie Fahrzeuge in der Neuzulassung spätestens im Jahr 2030, ein Ende der Kohleverstromung bis zum Jahr 2020 und eine ökologische Steuerreform, die diesen Namen auch verdient. Wir müssen raus aus fossiler und rein in erneuerbare Energien und zwar rasch.

Hier finden Sie den gesamten IPCC-Bericht