Neuigkeit, 12.04.2022

Über 61.000 Unterschriften gegen das AKW Krsko

Die Petition „Stopp AKW Krško! Erdbeben-Reaktor abschalten.“ ist beendet. Wir bedanken uns bei allen, die uns im Kampf gegen die Betriebsverlängerung des AKW Krško unterstützt haben.

Klare Zeichen gegen die drohende Gefahr an unserer Grenze: 61.449 Österreicher:innen fordern mit uns, dass der 40 Jahre alte Reaktor im hochaktiven Erdbeben-Gebiet Krško abgeschaltet wird. Um den Druck auf die Betreibergesellschaft des AKW Krško zu erhöhen, haben im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung (kurz UVP) zusätzlich 6.415 Unterstützer:innen gegen die geplante Laufzeitverlängerung bei der zuständigen Kontaktstelle im Umweltministerium Stellung bezogen und eine unabhängige Prüfung eingefordert.

Wir haben am Montag, den 11. April 2022, die zahlreichen Unterschriften an Umweltministerin Gewessler übergeben – Bundeskanzler Nehammer war aufgrund des Ukraine-Kriegs kurzfristig verhindert. Die Kontaktstelle im Umweltministerium sammelt nun österreichweit alle Stellungnahmen und übermittelt diese an das slowenische Umweltministerium.

Petitionsübergabe

Wie geht es nun weiter?

Die zentrale Forderung der über 61.000 Unterstützer:innen ist klar. Bundeskanzler Nehammer und die Umweltministerin Gewessler müssen sich jetzt bei ihren slowenischen Kolleginnen und Kollegen dafür einsetzen, dass der stark Erdbeben-gefährdete Reaktor abgeschaltet und ein Super-GAU direkt vor unserer Haustür noch rechtzeitig verhindert wird.

Ursprünglich sollte das AKW Krško im Jahr 2023 nach 40 Jahren Laufzeit abgedreht werden. Doch die slowenische Nuklearbehörde stimmte bereits vor einigen Jahren, trotz massiver Sicherheitslücken, einer Betriebsverlängerung um 20 Jahre zu. Bevor jedoch über eine Betriebsverlängerung auf bis zu 60 Jahre entschieden werden kann, muss im Rahmen der von uns erkämpften UVP eine unabhängige Prüfung des technischen Zustands des Reaktors durchgeführt und das Erdbeben-Risiko in der Region neu bewertet werden.

Die nächsten Schritte der UVP

  1. Die Kontaktstelle im Umweltministerium sammelt österreichweit alle Stellungnahmen und übermittelt diese an das slowenische Umweltministerium.
  2. Das österreichische Umweltministerium lässt ergänzend dazu eine Fach-Stellungnahme von Fach-Expertinnen und -Experten im Bereich Geologie und Reaktorsicherheit ausarbeiten.
  3. Die slowenischen Ministerinnen und Minister müssen die Stellungnahmen in ihren Entscheidungen berücksichtigen. Falls dem nicht so ist, müssen sie das in einem Bescheid begründen.
  4. Bei der öffentlichen Anhörung am 19. Mai in Graz müssen Vertreter:innen des Krško-Betreiberkonzerns und des slowenischen Umweltministeriums vor einem Fach-Publikum, Behörden-Vertreter:innen und Bürger:innen aus Österreich Rede und Antwort stehen. Da die Teilnehmer:innenzahl begrenzt ist, wird es auch einen Livestream geben.
  5. Das slowenische Umweltministerium entscheidet, ob Sicherheits-Upgrades notwendig sind. Falls das AKW Krško nachgerüstet werden muss, schreibt die slowenische Nuklearbehörde der Betreibergesellschaft vor, dass die Bauteile gewartet oder ausgetauscht werden müssen, bevor der Reaktor weitere 20 Jahre in Betrieb geht. Die Betreibergesellschaft muss dann entscheiden, ob sie den Reaktor lieber teuer nachrüstet oder lieber kostengünstiger abschaltet.

Schritte der UVP

Falls bis zum 31.12.2023 sämtliche formalen Schritte der UVP nicht abgeschlossen, oder die im Zuge der UVP verordneten Sicherheits-Upgrades nicht durchgeführt worden sind, muss der Reaktor abgeschaltet werden. Solche Fälle hat es schon öfter gegeben: Beispielsweise hat in der Schweiz die Betreibergesellschaft des AKW Mühleberg den alten Reaktoren lieber verschrottet hat, als hunderte Millionen mit ungewissem Erfolg in Reparaturarbeiten zu versenken.

Bleiben Sie am Laufenden

Sie möchten wissen, ob die Betriebsverlängerung um weitere 20 Jahre genehmigt, oder der Erdbeben-Reaktor in Krško für immer abgeschaltet wird? Dann melden Sie sich noch heute zu unserem GLOBAL 2000 Newsletter an: