Neuigkeit, 10.12.2020

Online-Event: Öko-sozial aus der Krise steuern

Das Vienna Forum on Climate Action 2020 zum Thema "Öko-sozial aus der Krise steuern" wurde als online Livestream Event abehalten. Hier haben Sie die Möglichkeit die gesamten Veranstaltung anzusehen.

VertreterInnen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutierten über die konkrete Gestaltung einer öko-soziale Steuerreform in Österreich. Sehen Sie sich unsere Veranstaltung vom 10. Dezember hier kostenlos an. 

Eine Kurzzusammenfassung der Veranstaltung sowie deren Keyfindings finden Sie weiter unten auf der Seite.

Ablauf der Veranstaltung:

  • Begrüßung
    Alexander Hochauer, kaufmännischer Geschäftsleiter der Windkraft Simonsfeld AG
     
  • Keynote 1: Kann sich Österreich eine ökologische Steuerreform leisten?
    Linus Mattauch (Deputy Director, Economics of Sustainability Programme, Oxford University)
    Präsentation downloaden
    Vortrag ab Minute 12:00
     
  • Keynote 2: Erfahrungen mit der CO2-Besteuerung in der Schweiz
    Martin Baur (Leiter Ökonomische Analyse und Beratung, Eidgenössische Finanzverwaltung)
    Präsentation downloaden
    Vortrag ab Minute 40:00
     
  • Keynote 3: Ökologische Steuerreform - Was kann Österreich von Schweden lernen?
    Claudia Kettner (Senior Economist, Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung WIFO)
    Präsentation downloaden
    Vortrag ab Minute 01:12:00
     
  • Podiumsdiskussion (ab Minute 01:36:00) mit
    • Jürgen Schneider (Sektionsschef im Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie) - in Vertretung von Bundesministerin Leonore Gewessler
    • Jose Delgado (Klimaexperte des BMF, Boardmitglied Green Climate Fund)
    • Agnes Zauner (Geschäftsführerin GLOBAL 2000)
    • Wolfgang Anzengruber (Generaldirektor Verbund AG)
    • Weitere Mitwirkung der Keynote-Speaker
  • Abschluss

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Überblick über die Ergebnisse

Linus Mattauch, Deputy Director des Economics of Sustainability Programme an der Oxford University, ging der Frage nach, ob sich Österreich eine ökologische Steuerreform in den aktuellen Krisenzeiten leisten kann: „Höhere CO2-Preise sind notwendig, um die österreichischen Klimaziele zu erreichen und sollten Teil einer umfassenden Klimastrategie sein. Sie sind die gesellschaftlich kostengünstigste Möglichkeit, CO2-Emissionen zu senken. Allein mit Maßnahmen wie einem verbilligten öffentlichen Verkehr ist dem Klima nur wenig geholfen!“

Über die Erfahrungen mit der CO2-Besteuerung in der Schweiz berichtete Martin Baur, Leiter Ökonomische Analyse und Beratung der Eidgenössischen Finanzverwaltung: „Die CO2-Abgabe ist ein unverzichtbarer Teil eines klimapolitischen Maßnahmenmixes. Das Schweizer Beispiel zeigt, dass eine wirksame CO2-Abgabe wirtschafts- und sozialverträglich sowie mit administrativ vernünftigem Aufwand umsetzbar ist.“

Was Österreich von Schweden lernen kann, analysierte Claudia Kettner, Senior Economist beim österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung WIFO: „Das Beispiel Schweden zeigt, dass eine CO2-Steuer im Rahmen einer ökologischen Steuerreform nicht nur zur Erreichung der Klimaziele beiträgt, sondern auch ökonomisch verträglich ist.“

Danach folgte eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion mit Jürgen Schneider, Sektionsschef im Umwelt- und Klimaschutzministerium, Verbund-Generaldirektor Wolfgang Anzengruber, Jose Delgado, dem Klimaexperten des BMF und Boardmitglied des Green Climate Fund, Agnes Zauner, Geschaftsführerin von GLOBAL 2000 sowie den oben genannten Keynote-SpeakerInnen Claudia Kettner, Linus Mattauch und Martin Baur.

Neben der konkreten Ausgestaltung und der ökologischen Lenkungswirkung ging es auch um Fragen der sozialen Abfederung und der wirtschaftlichen Verträglichkeit einer öko-sozialen Steuerreform. Bei der Veranstaltung richteten Jugendliche per Videobotschaft einen emotionalen Appell an die VertreterInnen von Politik und Wirtschaft zur raschen Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen und forderten mit in den Videoscreen gehaltenen Schildern: „Act Now!“ Mit einem Online-Tool wurden abschließend die Erwartungen der TeilnehmerInnen an Politik und Wirtschaft ermittelt. Sie forderten vor allem mehr Mut zur Umsetzung einer öko-sozialen Steuerreform von der Politik.

Agnes Zauner, Geschäftsführerin von GLOBAL 2000, sieht sich nach der Diskussion bestärkt: „Es ist jetzt der Zeitpunkt, um über eine konkrete Ausgestaltung einer umfassenden öko-sozialen Steuerreform zu diskutieren. Im Zentrum soll ein Ökobonus stehen, der an alle Haushalte ausbezahlt wird und der vor allem ärmere Haushalte entlastet. Finanziert werden soll der Ökobonus über einen CO2-Preis. So können wir Wirtschaft und Bevölkerung ein planbares Signal geben, jetzt in eine klimafreundliche Zukunft zu investieren.“ 

 

Organisiert wurde die Veranstaltung von der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000, gemeinsam mit den Veranstaltungspartnern Windkraft Simonsfeld und IG-Windkraft. Teilweise unterstützt durch einen Zuschuss der Open Society Initiative for Europe im Rahmen der Open Society Foundations.