Regenwürmer

Der Regenwurm. Bester Freund im Garten und Superfooderzeuger für Pflanzen. Erdreich lockern, Nährstoffe verteilen und vor Überschwemmungen bewahren. Regenwürmer im Garten sind besonders beliebt und erzeugen zudem den besten Dünger, den man sich wünschen kann.

Regenwürmer erbringen Spitzenleistungen um die Qualität und Fruchtbarkeit unserer Böden ständig zu verbessern. Sie sind besonders nützliche Tiere für das gesamte Ökosystem und fühlen sich in einer Umgebung wohl, in der sie, von schädigenden Stoffen unbelastet, ihre Arbeit verrichten können. Heutzutage gibt es in der Landwirtschaft einen intensiven Einsatz von Maschinen und Pestiziden, sowie große Flächen an verbauten Böden, die dem Wurm das Leben erschweren.
Regenwurm

Ein naturnaher Garten ohne eingesetzte Pestizide und Kunstdünger, mit wilden Ecken und genügend Pflanzenresten, ist für den kriechenden Wunderwurm ein perfekter Wohnort.

Umstritten ist, woher der Wurm seinen Namen erhalten hat. So gehen manche Theorien davon aus, dass er aus seiner ständigen Tätigkeit unter Tage herrührt. „Der rege Wurm“ gräbt sich aktiv die ganze Zeit durch das Erdreich. Eine andere Theorie besagt, der Wurm heißt tatsächlich Regenwurm, da er bei Regenfall seine Gänge verlässt und an die Erdoberfläche kriecht. Das Prasseln des Regens erinnert ihn an die Geräusche, die der Maulwurf auf seinem Weg von sich gibt. Dieser ist einer seiner größten Feinde und bringt ihn deshalb dazu, sich auf die Flucht zu begeben.

Das Leben der Regenwürmer

Der Regenwurm ist ein meist in der Erde lebender Wurm, der weder sieht, noch hört. Der zudem noch stumme Gefährte ist allerdings im Verhältnis zu seiner Körpergröße eines der stärksten Tiere der Welt und seine Fähigkeit zur Regeneration ist bewundernswert. Wird das hintere Ende des Wurms abgetrennt, so kann er dieses fast vollständig wieder ausbilden. Das machen sich die Würmer auch in Gefahrensituationen zu nutze. Werden sie von einem Feind geschnappt, können sie eine Reihe der segmentartigen Teile am Hinterende ihres Körpers abschnüren und als Beute überlassen, während dem Vorderteil mit den überlebensnotwendigen Organen die Chance auf Flucht gewährt wird.

Die bekanntesten Arten in Österreich sind der Tauwurm und der Kompostwurm. Sie leben meist in einer Bodentiefe zwischen 40 und 80 cm. In den kalten Monaten verkriechen sie sich an einen geschützten Ort, an dem sie sich zusammenringeln und verfallen in eine Art Winterstarre. Regenwürmer sind Zwitter und mit etwa einem Jahr bereit, sich fortzupflanzen. Sie werden bis zu acht Jahre alt und atmen über ihre nackte Haut. Regenwürmer leben gefährlich und stehen auf dem Speiseplan von vielen Vögeln und kleinen Tieren wie Igeln, Maulwürfen oder Madern.

Bessere Struktur durch aufgelockerten Boden

Regenwürmer bauen Tunnelsysteme indem sie sich durch die Erde fressen und diese damit gleichzeitig auflockern. Die unterirdischen Röhren sorgen für Belüftung und die angelagerten Mineral- und Nährstoffe werden durchmischt. Der Wurm ernährt sich vorwiegend von Blättern, Mikroorganismen und Pflanzenresten und kann bis zur Hälfte seines Eigengewichts pro Tag verzehren. Die dadurch entstehenden Tunnel sorgen auch für Wasserabfluss und helfen das komplexe Bodensystem zu unterstützen. Pflanzenwurzeln haben so die besten Voraussetzungen tiefer in die Erde zu wachsen und auch die Nährstoffe können durch die würmische Aufbereitung besser aufgenommen werden. Die Würmer graben und fressen den ganzen langen Tag und verbessern den Boden so ständig.

Idealer Dünger als Beiprodukt

Die Ausscheidungen des Regenwurms sind ein perfektes Mittel um den Boden mit Nährstoffen zu versorgen. Der sogenannte „Wurmhumus“ ist besonders nahrhaft und durch seine bio-organische Form bestens geeignet, um den Boden zu düngen. Der Regenwurmmist ist reich an Enzymen und Mikroorganismen und regt das Wurzelwachstum von Pflanzen an.

Um einen Garten naturnah zu pflegen, zum Erhalt der Biodiversität beizutragen und gleichzeitig den eignen Boden ertragreicher machen, ist Regenwurmhumus die allererste Wahl. Stickstoff, Phosphor und Kalium sind in großer Menge vorzufinden und sind für die Fruchtbarkeit des Bodens besonders wichtig. Durch die Verdauungsrückstände der Würmer finden Mikroorganismen optimale Bedingungen vor, um unseren Boden mit allem zu bereichern, was er braucht. Teilweise werden schädliche Stoffe sogar eliminiert, da Würmer auch gerne Pflanzenreste essen, die mit schädlichen Pilzen befallen sind und die Pflanzen sonst geschädigt hätten. Manchmal hinterlassen die Würmer ihren Kot auch an der Oberfläche, diese Regenwurmhäufchen sind also immer ein guter Hinweis auf ein intaktes Bodenökosystem.

Wurmhumus ist vielseitig einsetzbar und eignet sich für Gemüse- , Obst-, und Blumenanbau. Er kann jederzeit verwendet werden. Legt man ein Beet an, ist es ratsam den Humus gleich mit der Erde zu vermischen, damit sich die Nährstoffe besonders gut anreichern können.

Nationalpark Garten Plakette im Grünen

Für viele Tier- und Pflanzenarten werden geeignete Lebensräume immer seltener. Durch intensive Landwirtschaft, Verbauung wertvoller Flächen und intensiv gepflegte Grünflächen in Gemeinden und privaten Gärten, kann sich die Natur kaum noch wirklich entfalten. Das aktuelle großflächige Insektensterben, aber auch der Rückgang der Vögel, Fledermäuse, Frösche und vielen anderen Tieren ist eine direkte Folge vom Verlust ihr Lebensräume.