Reparieren statt wegwerfen

Was Sie tun können, um Ihren IT-Konsum umweltschonender zu gestalten und Elektroschrott zu vermeiden

Geringe Nutzungszeit - Große Auswirkungen

Seit Jahren sind Handys, Laptops und Computer nicht mehr aus unserem Alltag weg zu denken. Laut einer Erhebung der Arbeiterkammer wird etwa ein Handy in Österreich durchschnittlich nur mehr eineinhalb bis zwei Jahre lang genutzt. Das kommt daher, dass wir mit dem Abschluss eines Handyvertrags auch gleich Punkte sammeln, mit denen wir uns im folgendem Jahr gegen eine kleine Aufzahlung oder gar gratis ein noch leistungsstärkeres Nachfolgemodell gönnen können. Woran wir dabei allerdings nicht denken, sind die ökologischen und sozialen Auswirkungen unseres Verschleißes an Geräten der Unterhaltungselektronik. Angesichts dieser Zahlen mag man sich gar nicht ausmalen, wie groß der Ressourcenverbrauch ist, der mit dem jährlichen Kauf von 210.000 Tonnen Elektro- und Elektronikgeräten in Österreich einhergeht.

Weniger ist mehr

Zunächst sollten wir uns also einmal die Frage stellen, ob wir auch wirklich ein neues Gerät brauchen und ob das Alte nicht doch noch gut genug ist. Dann sollten wir auch Überlegten, ob wir das, was das neue Gerät alles kann, auch wirklich nutzen können. Viele kaufen einen neuen Computer mit extremer Leistungsstärke, um dann lediglich Texte zu schreiben und im Internet zu surfen. Wenn wir nur das Gerät kaufen, das unseren Anforderungen genügt, können wir viel Geld und ganz nebenbei auch Ressourcen sparen. Anders gesagt: Wenn Sie mit dem Fahrrad in die Arbeit fahren wollen, kaufen Sie sich ja auch nicht das allerneuste Hightech-Rennrad.

Qualität statt Quantität

Kaufen Sie lieber hochwertige, langlebige und reparierbare Produkte und setzen Sie etwa bei Smartphones auf Geräte mit modularem Aufbau. Oft ist es einfacher für Business-Geräte Ersatzteile zu bekommen, da diese in großen Stückzahlen produziert werden und auf längeren Betrieb ausgelegt sind. Mit dem Leistungsspektrum eines Geräts steigt auch meist sein Energieverbrauch. Daher sollten die vorgesehenen Energiespar-Features neuer Rechner genutzt werden. Wer nur im Internet surft, E-Mails checkt und Textdokumente erstellt, kann wirklich lange mit ein und demselben Gerät auskommen. Es gibt einige wenige Hersteller von IT-Produkten, die sich bemühen, ihre Produkte umweltfreundlicher und „fairer“ zu gestalten. Es macht also Sinn, sich nach solchen zu erkundigen. Weiters sollten Sie bei Neuanschaffungen auf die Reparierbarkeit von Produkten achten. Infos darüber, wie gut ein Produkt reparierbar ist, erhalten sie beispielsweise auf de.ifixit.com.

Reparieren statt wegwerfen, teilen statt entsorgen

Elektrogeräte reparieren

Reparieren vermeidet im Vergleich zum Wegwerfen, Abfälle und macht Neuanschaffungen überflüssig. Somit werden Rohstoff- und Energieressourcen gespart. Weltweit werden jährlich 1,5 Mrd. Smartphones hergestellt. Doch für die Produktion eines einzigen Smartphones werden etwa 75 kg an Rohstoffen benötigt. Funktioniert das Gerät noch, dann schenken oder verkaufen Sie es doch einfach weiter. Sollte mal etwas kaputt gehen, fragen Sie nach Reparaturmöglichkeiten. Mit kleinen Geräten könnten Sie beispielsweise in ein Reparaturcafe gehen, um das Gerät unter Anleitung selber zu reparieren. Wo Sie solche finden, erfahren Sie auf www.repanet.at. Sollten Sie Ihr Gerät aber lieber zuhause alleine reparieren wollen, finden Sie kostenlos Reparaturanleitungen auf de.ifixit.com.

Professionelle Reparatur?

Wer doch lieber auf einen Fachmann vertraut, wird im Reperaturführer für sein Bundesland fündigIn einigen Bundesländer (Steiermark, Graz, Oberösterreich, Niederösterreich und Salzburg) gibt es bereits einen Reperaturbonus. Nun hat auch die Stadt Wien ab September 2020 ein Förderprogramm namens „Wien repariert’s – Der Wiener Reparaturbonund bringt unbürokratische Reparaturförderungen für Wien. Die Gutscheine sind in Betrieben des Wiener Reparaturnetzwerks einlösbar. Übernommen wird die Hälfte der Bruttoreparaturkosten bis maximal 100 Euro. Sollte sich die Reparatur doch nicht mehr auszahlen, werden Ausgaben für Kostenvoranschläge bis zu 45 Euro übernommen. Außerdem ist die Förderung unabhängig von der Art des zu reparierenden Gegenstandes. Mit einer Reparatur werden ökologische, wirtschaftliche und soziale Vorteile gefördert. Durch’ s Reparieren bleibt nämlich Reparatur-Know-how, handwerkliche Traditionen und wertvolle Arbeitsplätze in der Region erhalten.

Ist ein Gerät doch mal kaputt und lässt sich nicht mehr reparieren, bringen Sie Ihre Elektronikgeräte bitte immer zu einer zertifizierten Entsorgungsstelle.

Re-use Geräte: Schenke Geräten eine zweites Leben!

Wenn Sie sich eine neues Gerät zulegen wollen oder müssen, können Sie sich für ein so genanntes „refurbished“ IT-Gerät entscheiden. Diese garantieren eine qualitätsgesicherte Datenlöschung, Überholung und Instandsetzung. Ein seriöser Betrieb gewährt Ihnen natürlich eine Garantiezeit auf Ihr neues Second-hand-Gerät. Mit solch einem Kauf verlängern Sie das Leben von IT-Geräten, die ja oftmals nicht ausgetauscht werden, weil sie nicht mehr funktionstüchtig sind, sondern weil sie beispielsweise schon von der Steuer abgeschrieben sind. Mit einem „refurbished“ IT-Gerät tragen sie aktiv zur Ressourcenschonung und zum Schutz der Umwelt bei.

Refurbished Geräte bekommen Sie beispielsweise bei: refurbed.at , Compuritas sowie auf Anfrage beim Verein Socius (Tel.: 01 202 26 86), wo man kaputte Geräte auch reparieren lassen kann. Außerdem kann man beim Verein Socius gebrauchte Geräte auch abgeben und damit Gutes tun.

Energiesparen im Betrieb

Wie bei allen elektronischen Geräten sollte man diese nicht unnötig laufen lassen. Viele Geräte haben Energiespareinstellungen, die das Gerät nach einer gewissen Zeit in den Ruhemodus versetzen oder abschalten.

Netzteile verbrauchen immer ein wenig Strom, daher sollten diese, wenn das Gerät nicht benötigt wird abgesteckt oder ausgeschaltet werden. Standby-Funktionen etwa bei Monitoren sind zwar praktisch, verbrauchen aber ebenfalls immer ein wenig Strom. Daher kann Strom gespart werden, wenn die Geräte ganz abgeschaltet oder komplett vom Strom genommen werden, z.B. durch schaltbare Stromverteilerleisten.

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