Wasser - Quell des Lebens für die Tschernobyl-Kinder

Die Wassersituation in der Ostukraine ist verheerend. Bergbau, Schwer- und Kohleindustrie haben das Land gezeichnet. Ungefilterte Emissionen und Abwässer, über Tage gelegene Abraumhalden, Müllverbrennung auf offenem Feld und zu guter Letzt die Katastrophe von Tschernobyl haben das ukrainische Wasser nachhaltig vergiftet.

Tinkwasser - kostbares Gut

Wasser aus der Leitung zu trinken, ist ein Privileg, von dem die Menschen in der Region nur träumen können. Trinkwasser muss in der Ostukraine häufig zugekauft werden: in Flaschen und Kanistern. Aber Wasser in ausreichender Menge nach Hause zu schleppen, ist nicht nur mühsam, sondern kostet obendrein Geld. Und dieses ist genau wie Wasser Mangelware im krisengebeutelten Land. In dieser Situation bieten unsere Wasseraufbereitungsanlagen den Kindern die Grundvoraussetzung für ein gesundes Leben: sauberes Wasser.

Wasser ist die beste Arznei

Das besagt zumindest ein slawisches Sprichwort. Und Sprichwörter sind Lebensweisheiten. Dass sie auch tatsächlich einen wahren Kern haben, beweisen uns die vielen Aussagen ostukrainischer ÄrztInnen. Diese berichten uns von den überaus positiven Auswirkungen, die der Einbau unserer Wasseraufbereitungsanlagen mit sich bringt. Die Beschwerden der Kinder verschwinden innerhalb kürzester Zeit und auch der allgemeine Gesundheitszustand verbessert sich enorm. Mit der großartigen Unterstützung unserer treuen SpenderInnen konnten wir mittlerweile in 73 Schulen und Internaten, acht Kindergärten und 29 Krankenhäusern Trinkwasser-Reinigungsanlagen installieren und somit rund 150.000 Menschen die regelmäßige Versorgung mit sauberem Trinkwasser gewähren.

Wasseranlage Kinderfreude
Trinkwasser aus der Leitung
Kind mit frischem Trinkwasser

Wo Wasser ist, ist Leben

Wasser ist unser wertvollstes Gut. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein für uns in Österreich selbstverständlicher Luxus, den es in vielen Ländern nicht gibt. Die Ukraine landet in einem Vergleich der Wasserqualität von weltweit 122 Ländern auf dem schockierenden 95. Platz zwischen dem Senegal und Bhutan. Die Internationale Atomenergie-Organisation IAEO führt seit Jahren vor allem in der Ostukraine Untersuchungen durch, um die Gesundheitsgefährdung durch Kontaminierung einzustufen. Was sie berichtet, ist alarmierend: In den letzten Jahren hat sich die Qualität des ukrainischen Grundwassers noch zusätzlich durch Kohlekraftwerke und dadurch erhöhte Schwermetallwerte dramatisch verschlechtert. Zudem ist das Leitungssystem völlig veraltet, es würde Millionen kosten, dieses zu sanieren. Geld, das in der wirtschaftlich prekären Situation, in der sich das Land befindet, einfach nicht vorhanden ist. Um Erkrankungen durch verunreinigtes Trinkwasser zu vermeiden, kochen die Menschen das Wasser oft ab und füllen es in Flaschen ab, doch auch das ist keine Gewähr für die Unbedenklichkeit des Wassers. Vor allem in Kinderkrankenhäusern stellen diese Umstände eine weitere massive Belastung für die Lebensqualität und den Genesungsprozess der kleinen PatientInnen dar. GLOBAL 2000 hat es sich mit dem Projekt Tschernobyl-Kinder zum Ziel gesetzt, den Kindern in diesen Regionen zu helfen.

Wasser trinken direkt aus der Leitung

Das klingt in unseren Ohren eigentlich recht banal. Für die ukrainischen Kinder ist es das aber keineswegs. Durch die schlechte Wassersituation trinken die Kinder im Allgemeinen viel zu wenig. Das ändert sich ganz schnell, sobald sie die Erlaubnis bekommen, direkt aus der Leitung zu trinken. Anfangs wollen sie es gar nicht glauben, dass sie das jetzt wirklich ganz offiziell dürfen, aber dann sind sie durchwegs begeistert. „Es schmeckt so unglaublich frisch.“, schwärmt der neunjährige Oleksandr und holt sich gleich noch ein Glas Wasser.

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