Empowerment und Weiterbildung für Aktive und NGO MitarbeiterInnen

Unter dem Titel „Augmenting Coalitions for Community in Austria“ wurden zwischen Oktober 2018 und Juli 2019 sieben Trainings mit einer Förderung von Erasmus + durchgeführt. Insgesamt wurde damit 16 aktiv bei GLOBAL 2000 engagierten Menschen ermöglicht an einem Training in Katalonien teilzunehmen. Dort hatten sie nicht nur die Möglichkeit sich selbst weiterzubilden, sondern vor allem auch sich mit TeilnehmerInnen von anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen aus ganz Europa zu vernetzen.

Die Trainings:

  1. Transformative Collaboration // 06.-14. Oktober 2018
  2. Catalysing Active Citizenship 1 // 03.-11. November 2018
  3. Creative Tools for Social Change 2 // 17.-24. November 2018
  4. Transformative Collaboration – Training for Trainers // 01.-12. Dezember 2018
  5. Catalysing Active Citizenship 2 // 30. März – 07. April 2019
  6. Creative Tools für Social Change 2 // 25. Mai – 01. Juni 2019
  7. Thinking Diversity Radically: A Community of Inquiry // 29. Juni – 06. Juli 2019

Dieses Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit Ulex Project durchgeführt

Ab November 2019 geht diese Form der von Erasmus+ geförderten Zusammenarbeit in die zweite Runde. Bis Ende 2020 haben weitere 20 TeilnehmerInnen die Möglichkeit sich weiterzubilden, dazuzulernen und sich länderübergreifend zu vernetzen.

Co-funded by the Erasmus+ Program of the European Union

Blogartikel zum Training "Creative Tools for Social Change"

von Maria Hammer
, Aktive bei GLOBAL 2000

Don’t tell me, show me!

Die meiste Zeit meiner Woche verbringe ich vor einem Bildschirm. Ich bin am Ende eines Masterstudiums in Sozialwissenschaften mit Fokus Humanökologie und arbeite nebenher als Übersetzerin. Auch in meiner Freizeit, von der ich einen großen Teil dem Aktivismus für Umwelt- und Klimagerechtigkeit widme, verwende ich ebenso oft analytische Methoden, lese Berichte und treffe mich mit anderen für Meetings, wo wir mehr oder minder strukturiert, Projekte planen. 
Zusammengefasst kann man sagen, dass alles auf sehr viel Kopfarbeit, Text und Analyse verschiedener Art hinausläuft, häufig auch in Alleinregie.

Bei all diesen Dingen ist für mich ein Gedanke zentral: zu versuchen, für eine bessere Welt zu kämpfen, auf die Umwelt- und Klimazerstörung aufmerksam zu machen und für Alternativen zu mobilisieren. Dass die Wissenschaft schon seit Jahren festgestellt hat, dass die Erde viel zu heiß ist und die notwendigen Maßnahmen, um dieses Problem zu lösen, vorhanden sind, ist eigentlich glasklar. Trotzdem verändert sich kaum etwas, deswegen sehe ich es auch als meine Verantwortung, die Sache gemeinsam mit anderen engagierten Menschen in der Zivilgesellschaft selbst in die Hand zu nehmen, unter anderem als Umweltaktivistin bei GLOBAL 2000.

Die Lage ist bekannt, die Lösungen auch. Aber wie können wir eine sozial-ökologische Transformation wirklich auf breiter Ebene umsetzen und das auch noch in kürzester Zeit?! Dabei braucht es auf jeden Fall eine Menge Kreativität. Aus diesem Dilemma heraus und mit einer großen Neugier bin ich über mein Engagement bei GLOBAL 2000 auf das Ulex-Training „Creative Tools for Social Change“ gestoßen.

In 7 Tagen habe ich gemeinsam mit 10 andere Teilnehmer*innen aus ganz Europa sowie gemeinsam mit meinen KollegInnen Miriam und Benno von GLOBAL 2000 allerhand kreative Methoden von Storytelling über musikalische Improvisation bis zu zahlreichen Theatermethoden gemeinsam in den katalonischen Bergen erforschen dürfen. Einer der Leitsätze der Woche war „Don’t tell me, show me“ und es ist schwierig hier wiederum mit Worten zu beschreiben, wie beeindruckend es war, zu sehen was in kürzester Zeit entstanden ist, wenn sich nur ein paar Leute zusammenschließen ihrer Kreativität freien Lauf lassen und gemeinsam improvisieren und aufeinander eingehen. Die Arbeit mit dem Körper und das Einbeziehen aller anderen Sinne, die in einem gewöhnlichen Büroalltag oft vernachlässigt werden, haben zu unglaublichen Ideen und Performances geführt und das in sehr kurzer Zeit und einer Menge Spaß.

Dass das Potenzial von kreativen Methoden, um sich für Umwelt, Klima und Gerechtigkeit einzusetzen, ziemlich unterschätzt wird, kann ich nach dieser Woche überzeugt bestätigen. Etwas selbst an seinem eigenen Körper zu erfahren oder spielerisch darzustellen, zum Beispiel durch Methoden des von Augusto Boal entwickelten Theaters der Unterdrückten, kann nämlich so viel überzeugender wirken als einen trockenen Text mit schockierenden Fakten zu lesen. Diese kreativen Prozesse für mich selbst und vor allem auch im Austausch mit einer wundervollen Gruppe von anderen Menschen wiederzuentdecken, war eine ermächtigende Erfahrung, die mich in all meinen Lebensbereichen, aber vor allem für viele, neue Ideen für den Klima- und Umweltaktivismus unterstützen wird.

Ein weiterer Kern des Trainings waren Inhalte zu komplexen Systemen, die wir sowohl theoretisch als auch durch spezifische Übungen in der großen Gruppe erlernen durften. Dabei konnten wir erfahren, wie wir uns als einzelne Teile im System gegenseitig ständig beeinflussen und alles in Bewegung ist, was wiederum Hoffnung gibt, einen wirklichen Wandel herbeiführen zu können.

Also an alle da draußen: Trefft euch mit anderen motivierten Menschen, lasst euer Kreativität freien Lauf und seid gespannt was ihr gemeinsam erschaffen könnt, um einmal auf ungewohnte Weise für eine ökologisch und sozial nachhaltige Zukunft zu sensibilisieren.