Hand hält Erdbeere

Was ist Saisonalität?

Saisonalität leitet sich vom Begriff der Saison ab. Diese bezeichnet die naturgegebenen, jahreszeitlichen Bedingungen in der Landwirtschaft – also zum Beispiel die klimatischen Bedingungen (Temperatur, Niederschlag,..) oder die Tageslänge. Diese Bedingungen geben vor, wann welche Pflanzen (z.B. Obst- und Gemüsesorten) wachsen können. Wenn Obst und Gemüse aufgrund dieser vorherrschenden Standortbedingungen angebaut und geerntet werden kann, bezeichnet man es allgemein als saisonal.

Wo ist das Problem?

Saisonalität ist aufgrund der klimatischen Standortbedingungen vorgegeben. Diese können sehr verschieden sein: so ist etwa in höheren Lagen („am Berg“) die Saison zum Anbau von Kulturpflanzen kürzer als im Tal. Auch die Region spielt eine Rolle: in südlicheren Gegenden ist es über einen längeren Zeitraum warm und sonnig. Deshalb können zum Beispiel Tomaten auf Sizilien angebaut werden, während es in Österreich dafür noch zu kalt ist.

Da die Saisonalität mancher Obst- und Gemüsesorten verhältnismäßig kurz ist, wird versucht, den Anbau- und Erntezeitraum auszuweiten – zum Beispiel durch Glashäuser. Hier wird die durch das Glasdach einfallende Sonnenstrahlung zur Erzeugung von Wärme genutzt. Der Anbau lässt sich aber durch zusätzliches Beheizen des Glashauses noch weiter verlängern, wenn Sonnenlicht alleine nicht ausreicht. Bis zu welchem Punkt kann ein landwirtschaftlich erzeugtes Produkt dann aber noch als saisonal betrachtet werden?

Saisonal aus Sich von GLOBAL 2000

Saisonalität lässt sich aus unserer Sicht aus den klimatischen Bedingungen eines Produktionsstandorts ableiten. Österreichische Produkte gelten aus Sicht von GLOBAL 2000 dann als saisonal , wenn sie im Freiland wachsen. Produkte, die aus dem geschützten Anbau (Folientunnel, Glashaus) stammen, gelten im selben Zeitraum als saisonal, wenn während dieser Zeit keine Beheizung oder Beleuchtung stattfindet.

KundInnentäuschung

Eine Kommunikation, die ein nicht saisonales Produkt saisonal erscheinen lässt (z.B. „ganzjährig saisonal“) oder Formulierungen, die sinngemäß ähnliches vermitteln (wie z.B. „zu jeder Jahreszeit“) in Verbindung mit Begriffen wie „natürlich“, „gutes Gewissen“ etc. stellen eine Verwässerung des Begriffs der Saisonalität dar. Deshalb sind solche Bezeichnungen aus Sicht von GLOBAL 2000 als KonsumentInnentäuschung zu bezeichnen.

Beispiel

Erdbeeren im Februar, die in einem beheizten Gewächshaus in Österreich angebaut und geerntet werden, gelten aus Sicht von GLOBAL 2000 nicht als saisonal, da in Österreich im Februar keine Erdbeeren im Freiland wachsen können. Saisonale Freilanderdbeeren aus Österreich gibt es, je nach Witterung, in etwa von Mitte/Ende Mai bis Ende Juni bzw. Anfang Juli.

Wann welche Obst und Gemüsesorten in Österreich Saison haben, können Sie in unserem Saisonkalender nachsehen.