Zitrusfrüchte wie Orangen und Zitronen

Kurz vor Weihnachten und zur Hochsaison von Orangen, Zitronen, Mandarinen und Limetten schauten wir uns die leckeren Früchte genauer an. Wir haben 50 Proben auf Pestizidrückstände hin untersucht. Obwohl sich die Situation im Vergleich zu früher etwas entspannt hat, bleibt unsere dringendste Empfehlung: Fürs Nikolosackerl und für Weihnachtsgebäck, Punsch und Marmelade am besten Bio-Früchte verwenden.

Zitrusfrüchte gehören zu den Obstsorten mit den meisten Pestizid-Rückständen. Auf allen getesteten, konventionellen Proben wurden Rückstände gefunden, in 95% der Fälle sogar Mehrfachrückstände, also ein richtiger „Pestizid-Cocktail“. In zwei Fällen mussten wir sogar Überschreitungen der gesetzlichen Höchstwerte feststellen. Diese Waren dürften eigentlich nicht in Verkehr gebracht werden. Es handelte sich um Orangen von AGM und Zitronen von ETSAN, beide aus Südafrika.

Auf Nachfrage erklärte uns AGM, dass ihre Produkte vor der Lieferung ebenfalls auf das überschrittene Pestizid getestet wurden, in ihren Analyse allerdings keine Grenzwertüberschreitung feststellbar war (Analyse und Stellungnahme zum Download). Auch bei der Supermarktkette ETSAN haben wir um eine Stellungnahme gebeten, allerdings keine Rückmeldung erhalten.

Grafik: Zitrusfrüchte Test

Schale – unbehandelt oder doch pestizidbelastet?

Der Großteil der Rückstände befindet sich bei Zitrusfrüchten auf der Schale, welche normalerweise nicht verzehrt wird. Gerade in der Adventszeit jedoch wird die Schale oft verwendet, sei es in Keksen, im Punsch oder in Marmeladen. Wegen dieser speziellen Situation gibt es vom Gesetzgeber die Vorschrift, dass Nacherntebehandlungen gekennzeichnet werden muss. Bei vielen der sogenannten Nachernte- oder Schalenbehandlungsmittel gibt es Hinweise, dass sie krebserregend oder fortpflanzungsschädigend sein könnten. So ist zum Beispiel das am häufigsten gefunden Nacherntebehandlungsmittel Imazalil von der EU als 'wahrscheinlich krebserregend' eingestuft. KonsumentInnen müssen allerdings lange suchen, bis sie im Kleingedruckten die Aufschrift 'konserviert mit Imazalil, o-Phenylphenol, Propiconazol usw.' finden.

Aber die Kennzeichnung „Schale zum Verzehr geeignet“ ist noch lange keine Garantie dafür, dass die Schale frei von Pestiziden ist. Denn in der Produktion werden trotzdem Pflanzenschutzmittel eingesetzt, und diese sind dann auch auf der Schale zu finden. So wurden auf Früchten, die mit „Schale zum Verzehr geeignet“ oder „unbehandelt“ gekennzeichnet waren, trotzdem bis zu drei verschiedene Pestizid-Wirkstoffe gefunden.

Mit Bio auf der sicheren Seite

Wirklich sicher sind nur Früchte aus biologischem Anbau. Alle zwölf von uns getesteten Bio-Früchte waren völlig frei von Pestizid-Rückständen. In der biologischen Landwirtschaft dürfen keine chemisch-synthetischen Pestizide eingesetzt werden, deshalb empfehlen wir, wenn die Schale von Zitrusfrüchten verwendet wird, nur Bio-Früchte zu kaufen. Vor allem Kinder sind besonders empfindlich, da sich ihr Körper noch in der Entwicklung befindet. Problematisch sind Verkaufstaktiken, die mit einer speziellen Aufmachung und Bezeichnung auf Kinder abzielen, wie 'meine Süße' oder 'Rudolfine - süß wie Praline'. Diese Früchte unterscheiden sich im Anbau nicht von gewöhnlichen, konventionellen Produkten und sind ebenso mit Pestiziden belastet. Achten Sie bitte unbedingt darauf, dass sich Kinder nach dem Schälen von konventionellen Früchten die Hände waschen.

Die detaillierten Ergebnisse unseres Zitrusfrüchte-Tests, wie wir bei der Untersuchung vorgegangen sind und Informationen zu Nacherntebehandlungsmittel finden Sie unten im Downloadbereich.

Unser PestizidReduktionsProgramm

Das PRP von GLOBAL 2000 arbeitet seit Jahren für die nachhaltige Reduktion der Pestizidbelastung in unseren Lebensmitteln. Unser Team kontrolliert wöchentlich das gesamte Obst- und Gemüsesortiment von REWE (Billa, Merkur und Penny) stichprobenartig auf die Einhaltung unserer geforderten Pestizidobergrenzen, die noch deutlich unter den gesetzlichen Höchstwerten liegen.