Sind Glühbirnen jetzt verboten?

Der Gebrauch der Glühbirne wird nicht verboten. Herkömmliche Glühbirnen über 25 Watt werden aber in der EU schrittweise nicht mehr für den Handel zugelassen. Ab 1. September 2011 dürfen keine 60-Watt-Glühbirnen auf den Markt gebracht werden. Der Abverkauf der Lagerbestände ist weiterhin erlaubt. 

  • Ab 1. September 2012 dürfen keine 40 Watt Glühbirnen mehr
  • Ab 1. September 2015 dürfen keine 25 Watt Glühbirnen mehr
  • Ab 1. September 2016 dürfen keine ineffizienten Halogenlampen, die eine schlechtere Energieeffizienzklasse als C aufweisen, an den Handel ausgeliefert werden
  • Lampen für Spezialanwendungen, die nicht zur Raumbeleuchtung im Haushalt gedacht sind, sind von dieser Regelung ausgenommen wie z.B. Pflanzen- oder Wachstumslampen mit bestimmten Lichteigenschaften.

Die Reduktion des Energiebedarfs für Beleuchtung ist eine Maßnahme nach der Ökodesign-Richtlinie. Diese legt eine Vielzahl anderer notwendiger und sinnvoller Effizienzmaßnahmen fest, um die CO2-Emissionen der EU zu verringern.

Was ist die Ökodesign-Richtlinie? 

Die EU-Richtlinie über die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte (kurz: Ökodesign-Richtlinie oder ErP-Richtlinie) bildet den rechtlichen Rahmen für umweltrelevante Anforderungen an Produkte. Im Vordergrund steht dabei, im Hinblick auf den von steigenden CO2-Emissionen verursachten Klimawandel, die Energieeffizienz der Produkte. Nach der Regelung von konkreten Mindestanforderungen für Elektrogeräte und Beleuchtung brachte die Neufassung der Rahmenrichtlinie eine Ausweitung des Geltungsbereichs, indem sie neben den energiebetriebenen auch die energieverbrauchsrelevanten Produkte mit einbezieht. Gemeint sind damit Produkte, die bei ihrer Verwendung den Energieverbrauch beeinflussen. Als Beispiele werden immer wieder genannt: Fenster, Isoliermaterialien, Duschköpfe, Wasserarmaturen oder Reinigungsmittel.

Wie viel Energie verbraucht elektrisches Licht?

  • Insgesamt verbraucht Beleuchtung ca. 10-15 Prozent des Stroms. 
  • Die Glühbirne wandelt nur 5 Prozent des Stroms in Licht um. Der Rest ist Wärme. Mit Strom zu heizen, ist aber die teuerste und ineffizienteste Art.
  • Kompaktleuchtstofflampen, so genannte Energiesparlampen, erzeugen zu 35 Prozent Licht. Eine 11-Watt Lampe ist damit fast so hell wie eine 60 Watt Glühbirne. Sie verbraucht bis zu 80 Prozent weniger Strom (siehe Punkt Lebensdauer).

    Welche Auswirkungen hat der Energieverbrauch?

  • Energieverbrauch aus fossilen Energieträgern - das Verbrennen von Kohle und Erdöl - setzt CO2-Emissionen frei.
  • Der rasante Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre seit der Industrialisierung verändert das Weltklima. In Wissenschaftskreisen wird an einem menschenverursachten Klimawandel nicht mehr gezweifelt. 
  • Aktuelle Studien zeigen, dass selbst durch einen vollständigen Stopp des Ausstoßes von Treibhausgasen eine Temperaturerhöhung bereits unvermeidbar ist. 

Welches Einsparpotenzial hat der Ersatz der herkömmlichen Glühbirne?

  • Durch den Ersatz der herkömmlichen Glühlampen mit energiesparenden Beleuchtungen soll es in der EU zu einer jährlichen Energieeinsparung von etwa 40 Terrawattstunden (TWh) oder zu etwa 15 Millionen Tonnen CO2-Emissionen weniger kommen.
  • Zum Vergleich: Die EU15 haben im Jahr 2008 CO2-Emissionen in der Höhe von 3970,5 Millionen Tonnen in die Luft geblasen, die EU 27 kamen insgesamt auf 4939,7 Millionen Tonnen.

Wie gefährlich ist der Klimawandel?

  • Klimabedingte Naturkatastrophen nehmen an Häufigkeit zu. Die globalen Auswirkungen des Klimawandels sind schon heute spürbar und müssen gebremst werden. Klimaforschung und Klimapolitik scheinen sich weitgehend darin einig, dass der schon jetzt unvermeidlichen Klimawandel auf ein Niveau begrenzt werden muss, das einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur von maximal 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter entspricht - andernfalls drohen gefährliche Konsequenzen.
  • Ändert die Menschheit ihr Verhalten und die Energiegewinnung nicht, wird sich das Klima in den nächsten 100 Jahren um bis zu 6,4 Grad aufheizen. Die globale Erwärmung wird die Welt bald massiv verändern. Zum Vergleich: Während der letzten großen Eiszeit lag die Temperatur in Mitteleuropa nur etwa 5 Grad Celsius unter dem heutigen Mittel. Große Teile Europas, Nordamerikas und Asiens waren vergletschert. 
  • 200 Millionen Menschen auf der Flucht vor Wüstenbildung, Dürre, Überschwemmungen - so schätzt die UNO die sozialen Folgen des Klimawandels bis 2050 ein.

Rettet der Einsatz von Energiesparlampen statt Glühbirnen das Klima?

Eine energiesparendere Beleuchtung ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Alle möglichen Maßnahmen, um die CO2-Emissionen zu verhindern, müssen möglichst schnell umgesetzt werden.

Kritik an Energiesparlampen

Kompaktleuchtstofflampen oder Energiesparlampen nach dem jetzigen Stand der Technik bringen schon oft kritisierte, aber immer noch ungelöste Probleme mit sich: 

  • Energielampen enthalten hochgiftiges Quecksilber - diese Information fehlt derzeit (noch) auf fast allen Produkten/Verpackungen. Mehr zu Gefahr Quecksilber 
  • Durch ungenügende Information landen 80 Prozent dieser Lampen im Restmüll. Quecksilber kann so in die Umwelt gelangen.
  • Beim Bruch einer Energiesparlampe werden giftige Quecksilberdämpfe freigesetzt. Nur wenige KonsumentInnen wissen, welche Maßnahmen im Fall eines Bruchs zu treffen sind.  Ältere Lampen enthalten ca. 0,5 mg flüssiges Quecksilber, manche mehr. Neuere enthalten das vergleichsweise weniger gefährliche Amalgam, in dem das Quecksilber fest gebunden ist. Infos zu Energiesparlampen vom Umweltbundesamt

Was mache ich, wenn eine Energiesparlampe zerbricht?

Falls eine Energiesparlampe zerbricht, kann Quecksilber in die Raumluft gelangen. Da der Quecksilbergehalt der Raumluft direkt nach dem Zerbrechen der Energiesparlampe am höchsten ist, sollten Sie bei Lampenbruch sofort die Fenster zum Lüften öffnen. Alle Personen und Haustiere verlassen anschließend für ca. 15 Minuten den Raum. Heizung und Klimaanlage schalten Sie am besten ab. Dadurch reduziert sich die Luftbelastung erheblich. Alle weiteren Reinigungs- und Aufräumarbeiten führen Sie auch mit offenem Fenster durch, damit der Quecksilbergehalt in der Luft weiter sinkt.

Wie beseitige ich die zerbrochene Lampe richtig?

  • Vor dem Reinigen den Raum 15 Minuten lüften und den Raum verlassen! Heizung und Klimaanlage abschalten!
  • Während des Reinigens das Fenster weiter offen lassen. Für die erste Reinigung keinen Besen, Handfeger oder Staubsauger verwenden! Der Staubsauger wirbelt das Quecksilber wieder in die Raumluft. Das können Sie vermeiden, indem Sie die Glassplitter mit Karton oder steifem Papier zusammenzukehren.
  • Tragen Sie Gummihandschuhe! So schützen Sie Ihre Hände vor scharfen Glassplittern und vor dem Kontakt mit Quecksilber.
  • Vorsichtig die größeren Stücke in ein luftdicht verschließbares Gefäß geben (z.B. ein leeres Konservenglas oder ein Einmachglas). Kleinere Glassplitter mit Karton oder steifem Papier zusammenkehren. Auf glatten Böden, zum Beispiel Laminat oder Parkett, wischen Sie den Staub und die restliche Glassplitter mit feuchten Papiertüchern auf und stecken sie in das Gefäß.
  • Splitter und Stäube, die auf Teppichen, Decken oder Polstern liegen, nehmen Sie mit einem Klebeband auf und geben diese ebenfalls in das Gefäß. Diese Abfälle geben Sie bei der örtlichen Sammelstelle ab – nicht in den Hausmüll! Bis zur Entsorgung sicher aufbewahren.
  • Alle Reinigungsutensilien und die Gummihandschuhe können Sie mit dem Hausmüll außerhalb des Hauses entsorgen.
  • Im Anschluss an alle Reinigungsmaßnahmen lüften Sie noch einige Zeit. Danach die Hände gründlich waschen.

Was ist zu tun, wenn die Energiesparlampe auf einem Teppich zerbrochen ist?

  • Wischen Sie den Teppich nicht mit feuchten Tüchern ab, sondern verwenden Sie nach dem Aufsammeln der größeren Bruchstücke Klebeband zur Aufnahme der kleinen Splitter und Stäube.
  • Erst nach dieser Grobreinigung kann der Staubsauger eingesetzt werden. Wichtig: Während des Saugens und danach gut lüften. Staubsaugerbeutel und Feinstaubfilter entsorgen Sie in der Restmülltonne außerhalb des Hauses.
  • Wenn Sie den Staubsauger beim nächsten Mal einsetzen, lüften Sie den Raum wieder ausgiebig. Hand- oder Tischstaubsauger eignen sich nicht für die Reinigung.

Wie sollte mit Quecksilber verschmutzte Kleidung gereinigt werden?

  • Kleidungsstücke, Decken und Stoffe, die durch Glassplitter oder quecksilberhaltiges Pulver verschmutzt wurden, sollten Sie je nach Verschmutzungsgrad entweder entsorgen oder zunächst oberflächlich zum Beispiel mit Klebeband reinigen und dann in der Waschmaschine waschen.
  • Schuhe, die in direkten Kontakt mit den Glassplittern oder dem quecksilberhaltigen Pulver gekommen sind, sollten Sie mit feuchten Papiertüchern abwischen.
  • Alle Papiertücher und das Klebeband stecken Sie zur Entsorgung in das Glasgefäß.
  • Bei der Produktion der Energiesparlampen kommen Menschen durch ungenügende oder in Entwicklungsländern zumeist fehlende Sicherheitsstandards mit Quecksilber direkt in Kontakt und erleiden Vergiftungen.
  • Entsorgung und Recycling sind mangelhaft umgesetzt und funktionieren nicht.
  • Es wurden Ausgasungen schädlicher Stoffe beim Betrieb von Energiesparlampen festgestellt. Einen aktuellen Test hat die Stiftung Warentest durchgeführt: Raumluftbelastung durch Energiesparlampen. Eine andere Untersuchung weist Ausgasungen nach: NDR - Gift aus Energiesparlampen

Leuchten Energiesparlampen anders als Glühbirnen?

  • Energiesparlampen erzeugen Elektrosmog, Glühlampen nicht. Energiesparlampen sollten besser nicht auf dem Nachttisch oder Schreibtisch aufgestellt werden, denn die Lampen geben Elektrosmog ab. Studien weisen die Erzeugung von Elektrosmog nach, z.B. Eder in Strahlenschutzpraxis, Bd.3, S59, 2009,  Süddeutsche: Krank durch Birne
  • Das Lichtspektrum ist im Vergleich zur Glühbirne hinsichtlich natürlichem Licht eingeschränkt. Die Auswirkungen dadurch auf den menschlichen Organismus sind unerforscht.
  • Das Licht „flimmert“. Welche Auswirkungen dieses permanente Flimmern, das mit dem Auge nicht bewusst wahrgenommen wird, auf den menschlichen Organismus hat, ist nicht erforscht.

Ist die heutige Energiesparlampe der Weisheit letzter Schluss?

  • Aus gesundheitlicher Sicht und im Sinne nachhaltigen Umweltschutzes, in dem alle Aspekte berücksichtigt werden sollen, kann die Kompaktleuchtstofflampe nur als Brückentechnologie angesehen werden. Umweltschutzorganisationen fordern, dass Lampen nicht länger vom Verbot von Quecksilber ausgenommen werden dürfen.
  • Die Zukunft geht in Richtung LED-Lampen, die Entwicklung von OLED-Lampen steckt noch in den Kinderschuhen. Weitere Forschung für eine menschen- und umweltgerechte Beleuchtungstechnologie ist notwendig.

Klimaschutz versus Quecksilberbelastung?

  • Die Position der Umweltschutzorganisationen:  Umweltorganisationen wie ECOS, EEB, Friends of the Earth Europe, WWF EPO, CAN Europe, INFORSE Europe, Zero Hg Working Group und Greenpeace begrüßen die EU-Maßnahmen zur CO2-Reduktion, kritisieren aber, dass die Ökodesignrichtlinie alle Umweltaspekte außer der Energieeffizienz ausklammert. 
  • Die Aufnahme von Grenzwerten und Auflagen zur Verwendung von Quecksilber in die Ökodesign-Richtlinie wird angestrebt. 
  • Die Verwendung von Quecksilberamalgam zur Reduzierung der Risiken sollte - bis Lampen, die ohne Quecksilber auskommen, flächendeckend auf dem Markt sind - vorgeschrieben werden. 
  • Der zulässige Wert nach der RoHS-Richtlinie (EG-Richtlinie 2002/95/EG zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten) sollte auf das technisch Machbare reduziert werden. 
  • Spätestens ab 2015 sollten die Ausnahmen für die Kompaktleuchtstofflampen generell gestrichen werden. Die Entwicklung von quecksilberfreien Leuchtmitteln ist gezielt zu fördern.
  • Entschiedene staatliche Aktivitäten zur Eindämmung der vielfach praktizierten Entsorgung von Leuchtstofflampen über den Hausmüll sowie zur separaten Sammlung und Entsorgung über geeignete Sammelstellen sind notwendig. Die Rücklaufquote ist durch geeignete Regelungen (wie beispielsweise eine Bepfandung) entscheidend zu erhöhen.
  • Hersteller sind zur Angabe der Quecksilbermenge und der zu ergreifenden Schutzmaßnahmen im Falle des Zerbrechens einer Leuchte zu verpflichten.

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