Gänseblümchen im Garten

Mechanische und technische Alternativen

  • Für den privaten Bereich und den Garten:

Eine klassische und einfache Alternative zu Glyphosat ist Unkrautjäten, dabei kann man die Erde hacken und umgraben. Für lästige Pflanzen zwischen Pflastersteinen schafft ein Fugenkratzer Abhilfe.

In Ihrem Gartenbeet können Sie nach dem Pflanzen von Blumen, Obst oder Gemüse eine etwa fünf Zentimeter hohe Mulchschicht auftragen. Diese verhindert, dass Sonnenlicht bis zum Boden scheint - somit wird das Wachstum von Unkraut verhindert. Je nach Anwendungsgebiet können unterschiedliche Materialien als Mulch verwendet werden (Grasschnitt, Stroh, Rindenmulch, Holzschnitzel, Kies). Mehr Tipps finden Sie dazu hier: Mulch richtig einsetzen

  • Für den öffentlichen Bereich:

Im öffentlichen Bereich eignen sich vor allem größere Geräte zum Entfernen von Unkräutern. Beispielsweise eignen sich Geräte mit Bürsten aus Stahl (Wildkräuterbürsten) zur Vorbeugung von Bewuchs auf Straßen, Wegen und Plätzen. Es wird dadurch das Ansammeln von Feinstaub und organischem Material verhindert, dadurch wird die Keimung erschwert und Jungpflanzen in ihrem Wachstum gehemmt bzw. geschädigt.

Auch im öffentlichen Bereich sind Unkrautjäten und der klassische Fugenkratzer eine gute Alternative. Außerdem ist eine naturnahe Grünraumgestaltung zu empfehlen. Das heißt, dass die Pflanzenarten so angelegt werden sollten, dass Beikräuter nicht störend auffallen. Wir empfehlen außerdem auf einen englischen Rasen zu verzichten und stattdessen eine Blumenwiese anzulegen. Bevorzugt können hier Pflanzen angebaut werden, die andere Pflanzen verdrängen, wie z.B. Stauden. Mulchen empfiehlt sich übrigens auch in öffentlichen Blumenbeeten.

Thermische Alternativen

Thermische Alternativen zu Glyphosat arbeiten mit hohen Temperaturen. Dazu eignen sich Geräte mit Heißwasser um unerwünschte Pflanzen abzutöten, mit Heißschaum (zB. Kokosschaum) kann die Wirkung noch verbessert werden. Heißes Wasser sorgt bei diesem herbizidfreien Verfahren dafür, dass die überirdischen Pflanzenteile sowie die oberen Teile der Wurzeln absterben. Der Schaum isoliert und garantiert die effektive Wärmeausnutzung.

Besonders hartnäckige Unkräuter können mit Infrarot- oder Abflammgeräten beseitigt werden. Die unerwünschten Pflanzen werden dabei verbrannt, gleichzeitig stirbt dabei auch die Wurzel ab, um ein Wiederkehren zu verhindern.

Biologisch-chemische Alternativen

In Österreich sind derzeit zwei biologisch-chemische Herbizide zugelassen. Das sind Pelargonsäure und Essigsäure. Diese alternativen Herbizide haben weniger schädliche Auswirkungen auf uns Menschen und die Natur als chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel. Resistenzen wie sie bei Glyphosat bereits bekannt sind, gibt es hier noch keine. Sie wirken meist schneller und sind oft temperaturunabhängig. Die Inhaltsstoffe sind in der Natur bekannt und die Abbauprodukte unbedenklich. Der einzige Nachteil: Leider liegen die Preise oft recht hoch, die Herbizide können aber auch selbst hergestellt werden.

Besser sind aber die mechanischen und technischen Alternativen.

Chemische Glyphosat-Alternativen

Natürlich gibt es eine Vielzahl anderer chemisch-synthetischer Herbizide, die an Stelle von Glyphosat eingesetzt werden können. Leider sind diese nicht besser als Glyphosat, weshalb wir in diesem Bereich keine Empfehlung abgeben können.

Zu guter Letzt sollten wir alle die Definition von Unkraut überdenken. Beikräuter haben oft auch einen Nutzen, sie können als Heilkräuter oder zur Herstellung von Pflanzenauszügen verwendet werden.

Hier finden Sie Glyphosat-Alternativen für die Landwirtschaft.