Anleitung Brennnesseljauche

Brennnessel

Die Brennnessel ist ein typisch unbeliebtes Grün im eigenen Garten. Optisch nicht besonders aufregend und bei Berührung sehr schmerzhaft ist die Pflanze auch noch anspruchslos und breitet sich rasch aus. Zur praktischen Verwendung gibt es aber dennoch einige Tipps. So kann man aus Brennnesseln ganz einfach einen Tee brauen oder das Grün als Frühlingsgemüse verkochen. Durch unkomplizierte Vorgänge kann man aus dem vielseitigen Kraut sogar einen natürlichen Dünger für den Garten herstellen: Die Brennnesseljauche! Wie das geht, verraten wir Ihnen hier:

Was man dafür benötigt:

  • Ein Gefäß - Je nachdem wie viel Jauche hergestellt werden soll, sollte das Gefäß auch dementsprechend groß ausfallen. Wichtig ist, dass es sich um kein Metallgefäß handelt, da es sonst bei der Jaucheherstellung zu chemischen Reaktionen kommen kann.
  • Handschuhe - Da Brennnesseln bei Berührung Schmerzen verursachen können, sollten bei der Handhabung immer dicke Arbeitshandschuhe getragen werden.
  • Gartenschere - Um die Brennnesseln möglichst klein zu schneiden.
  • Luftdurchlässige Abdeckung - Hierfür eignet sich ein Fliegengitter oder luftdurchlässiger Stoff. Wichtig ist, dass die Jauche darunter atmen kann, aber keine Tiere oder Abfälle in die Flüssigkeit fallen können.
  • Stab zum Umrühren
  • Sieb zum Absieben der Brennnesselreste
  • Wasser - Hier wird abgestandenes Regenwasser empfohlen. Grundsätzlich kann man aber auch Wasser aus der Leitung nehmen.

Herstellung von Brennnesselhauche:

1. Brennnesseln sammeln und zerkleinern

Um die Brennnesseljauche anzusetzen muss zuerst Grünmaterial gesammelt werden. Am Besten im Frühjahr wenn noch keine Blüten gebildet wurden, sollten so viele Brennnesseln wie möglich geschnitten und mit einer Gartenschere zerkleinert werden. Stücke mit etwa 10 cm Länge sind dabei ausreichend. Das Brennnesselmaterial anschließend samt Stiele locker im vorgesehenen Gefäß sammeln.

2. Mit Wasser auffüllen

​​​Wenn genug Material gesammelt wurde, (das Gefäß sollte etwa zur Hälfte mit Brennnesseln gefüllt sein) kann das Wasser hinzugefügt werden. Auf einen Kilo Brennnesseln kommen ca 10 Liter Wasser. Anders gesagt: Die Brennnesseln sollten alle schön mit Wasser bedeckt sein.

3. Gefäß abdecken

Das Gefäß mit den Brennnesseln und dem Wasser sollte nun luftdurchlässig abgedeckt werden. Am Besten eignet sich dafür ein Fliegengitter oder Hasendrahtgitter. Zur Gärung sollte Luft zur Flüssigkeit gelangen können, es sollten sich aber keine Tiere hineinverirren können. Auch Abfälle wie Blätter oder Äste sollten nicht in der Jauche landen.

4. Jauche gären lassen

Das Gefäß mit der gärenden Jauche muss nun etwa zwei bis drei Wochen in Ruhe lagern. Das sollte eher Abseits im Garten passieren, da beim Gärungsprozess sehr unangenehme Gerüche entstehen können. Ein sonniger Standort ist außerdem von Vorteil. Ab jetzt passiert die Herstellung fast von selbst.

5. Umrühren

Etwa täglich sollte nun die Jauche umgerührt werden. Am Besten mit einem langen Stab einmal kurz durchrühren damit Sauerstoff in die Menge eingearbeitet wird. Mit der Zeit wird man beim Rühren einen Unterschied in der Konsistenz der Masse und dem zu Beginn stechenden Geruch merken.

6. Absieben der Brennnesseln

Nach 2 bis 3 Wochen Gärzeit ist die Brennnesseljauche endlich fertig. Jetzt können die Reste von Stängeln und Blättern abgesiebt werden. Man kann diese ganz einfach auf dem Kompost entsorgen. (Wie man einen eigenen Kompost anlegt können Sie hier nachlesen.)

7. Anwendung

Zum Versprühen der Jauche sollte diese zuerst verdünnt werden. Je nach Einsatzgebiet gibt es hier Unterschiede. Empfohlen wird ein Verhältnis von 1:10 Jauche zu Wasser. Bei jungen Pflanzen kann auch ein Verhältnis von 1:20, bei der Bekämpfung von Schädlingen 1:1 verwendet werden.

Anwendungsbereiche

Brennnesseljauche kann aufgrund des hohen Stickstoff- und Kaliumgehaltes als günstige und ökologische Alternative zum Düngen eingesetzt werden. Vor allem als Nährstoffquelle für Starkzehrer wie Paradeiser, Gurken, Zucchini oder Paprika ist die Jauche ideal. Zur Schädlingsbekämpfung eignet sich die Jauche nur bedingt, da sie zur direkten Anwendung auf der Pflanze zu scharf ist. Hierfür sollten eher Brennnesselsud oder -tee eingesetzt werden. Dafür wird das Pflanzen-Wasser-Gemisch nur 24h gelagert und anschließend kurz aufgekocht. Der Sud ist dann weniger Intensiv als die Jauche, aber dennoch sehr wirksam gegen Blattläuse und Co.