Ein Schlaraffenland für Nützlinge

Sieglinde aus Wien Floridsdorf darf sich über ein Wochenende in der Nationalpark Garten Gemeinde Tattendorf in Niederösterreich für zwei Personen freuen. Sie zeigt uns, dass man auch auf 20m2 mit einer üppigen Vielfalt ein wahres Schlaraffenland für Nützlinge schaffen kann - das hat unsere Jury vollends überzeugt und brachte Platz eins beim Nationalpark Garten Fotowettbewerb 2020.

Warum haben Sie sich entschieden, an dem Projekt Nationalpark Garten teilzunehmen? Wie lange sind Sie schon dabei?

Wir sind nur durch Zufall auf den Fotowettbewerb gestoßen  

Wie leicht fiel Ihnen die Umstellung Ihres Gartens und sind Ihnen seit der Umstellung Veränderungen im Tier-& Pflanzenreich Ihres Gartens aufgefallen?

Seit dem Einzug im Jahr 1999 in diese ebenerdige Wohnung mit kleinem Garten haben wir versucht, den Garten so vielfältig als möglich zu gestalten. Immer im Hinblick auf natürliche Pflanzen, damit Bienen und Insekten genügend Nahrung finden. Wir können außerdem beobachten, dass sich der Tigerschnegel bei uns sehr wohl fühlt. Meisen und Rotschwänzchen schauen regelmäßig bei uns vorbei.    

Was war die schönste Erfahrung mit Ihrem Nationalpark Garten?

Der Besuch von Eidechsen, Erdkröte, Igel, Laubfrosch und Meise, Sperling, Rotschwänzchen.   

Wie viel Zeit pro Woche/ Monat verbringen Sie mit der Pflege Ihres Gartens und ist die Gartenpflege seit der Umsetllung auf einen "Naturgarten" aufwendiger geworden?

Die aufgewendete Zeit betrachte ich als meine Entspannung nach der Büroarbeit  

Woher bekommt man das Know-How für einen biodiversen Garten? Wie viel Haben Sie davor schon über nachhaltiges Gärtnern gewusst und wie haben Sie mehr darüber herausgefunden?

Wir versuchen den Umgang mit Ressourcen in jeder Hinsicht als Teil unseres Lebens anzusehen.  

Was sind Ihre Lieblingspflanzen? Welche Pflanzen sind Ihrer Meinung nach besonders gut für die Förderung von Biodiversität?

Die heimischen Pflanzen, Sträucher und Bäume finden wir besonders wertvoll.  

Haben Sie mit Ihrem Natur-Gartens andere Leute inspiriert? Und haben Sie Tipps für zukünftige Natur-Gärtner*innen?

Familie und Freunde bezeichnen unseren Garten als "Paradiesgärtlein". Der Natur "gezähmt" freien Lauf lassen! Die Tipps sind nicht so einfach zu beschreiben, wir haben unseren Garten jetzt über 20 Jahre. Da verwächst sich ja einiges. Wir achten auf heimische Sträucher und bienenfreundliche natürliche Pflanzen. Unser Hochbeet besteht zum Großteil aus Gewürzpflanzen, "ein Bienenmagnet". Aber nicht nur die Nützlinge fühlen sich wohl, heuer hatten wir viele Blattläuse, die wir mit Schmierseifenlauge besprühen und die befallenen Stellen teilweise auch abwischen (z. B. von den Rosen) oder mit dem Gartenschlauch kräftig absprühen (Kirschenbaum). Gegen die roten Nacktschnecken hilft meiner Meinung nach nur das ständige Einsammeln und Entsorgen. Vorbeugend streue ich zerkleinerte Eierschalen rund um Pflanzen, die die Schnecken besonders gerne abfressen.   Zum Düngen verwenden wir aus der Wurmkiste den flüssigen Kompostextrakt  bzw. im Herbst bringen wir den Wurmhumus von der Wurmkiste aus. Kaffeesud streuen wir ebenfalls aus - angeblich wollen die Nacktschnecken keinen Kaffeesud. Im Frühling befüllen wir unser Hochbeet und unsere Töpfe mit torffreier Bio-Erde.   Im Urlaub oder in unserer Freizeit interessieren wir uns sehr für Gärten, wir besuchen sehr gerne Schaugärten und haben dabei schon manche Anregung gewonnen.