Elektroschrott

Insgesamt gibt es in österreichischen Haushalten rund 27 Millionen Haushalts- und Elektrogeräte geben. Im Schnitt besitzt so jeder Haushalt etwa sieben Geräte ;unter anderem Kühlschrank, Waschmaschine und Geschirrspüler, aber auch PC und Fernseher. Sonstige Unterhaltungs- und Telekommunikationsgeräte wie Handys und Tablets sind hier aber noch nicht eingerechnet. In Europa hat jede Person durchschnittlich 1,26 Handys. Es ist anzunehmen, dass das auch für Österreich gilt und somit hierzulande rund elf Millionen Handys in Umlauf sind.

Problematisch ist, dass die Lebensdauer unserer Geräte immer kürzer wird – entweder, weil die Hersteller absichtlich Schwachstellen in ihre Geräte einbauen, weil immer weniger repariert wird, oder weil der psychologische Drang das alte Gerät gegen ein neues auszutauschen zu groß wird, obwohl es noch einwandfrei funktioniert.

Die Produktion von Elektro- und Elektronikgeräten hat dabei vielfältige ökologische und soziale Folgen. Der Abbau von Erzen erfolgt bei Löhnen unter dem Mindestlohn unter gesundheits- und teils lebensgefährlichen Bedingungen, während diese Geräte dann nach Ende ihrer Verwendungsdauer oft nicht richtig recycelt werden.

In Österreich fallen pro Jahr und Kopf 22,1 kg Elektroschrott an, womit wir im Ländervergleich mit den USA gleichauf sind. Nur ein Sechstel des weltweit anfallenden Elektroschrotts wird wiederverwertet, obwohl sich der Wert der darin enthaltenen Materialien jährlich auf 48,5 Milliarden Euro beläuft. Nicht nur wertvolles, auch gesundheitsschädliches steckt in diesem Abfallberg. Rund 2,2 Millionen Tonnen giftige Bleiverbindungen stecken im weltweiten Elektroschrott, genauso wie Chrom, Quecksilber und viele weitere Giftstoffe.

Was kann jede/-r Einzelne dagegen tun?

  • Geräte so lange wie möglich nutzen und bei Defekt reparieren lassen
  • Gebrauchte statt neue Geräte kaufen
  • Nicht mehr reparierbare Geräte fachgerecht entsorgen (Sammelstellen finden Sie hier)

Was kann die Politik tun?

  • Eine längere Nutzung der Geräte forcieren, z.B. Verlängerung der Gewährsleistungsfrist, garantierte Verfügbarkeit von kostengünstigen Ersatzteilen, steuerliche Begünstigungen für Reparaturen und Wartungen, „cleveres“ Design von Produkten für längere Haltbarkeit und Rezyklierbarkeit
  • Sharing Economy-Konzepte fördern, damit nicht mehr jede Einzelperson alle Gegenstände des täglichen Bedarfs selbst besitzt, sondern dass einzelne Geräte von mehreren Personen gemeinsam genutzt werden