Alternativen zu Glyphosat

Das Pestizid Glyphosat wird vor allem in der Landwirtschaft verwendet. Es wird aber auch im privaten und im öffentlichen Bereich zur Unkrautbekämpfung auf Straßen, Wegen, nicht begrünten Plätzen und glyphosatresistenten Rasen eingesetzt. Doch es gibt effektive und umweltschonende Glyphosat-Alternativen.

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Alternativen zu Glyphosat im privaten Bereich und im Garten

Mann in Schutzanzug versprüht Pestizide

Mechanische und technische Alternativen

Eine klassische und einfache Alternative zu Glyphosat ist Unkrautjäten, dabei kann man die Erde hacken und umgraben. Für lästige Pflanzen zwischen Pflastersteinen schafft ein Fugenkratzer Abhilfe.

In Ihrem Gartenbeet können Sie nach dem Pflanzen von Blumen, Obst oder Gemüse eine etwa fünf Zentimeter hohe Mulchschicht auftragen. Diese verhindert, dass Sonnenlicht bis zum Boden scheint - somit wird das Wachstum von Unkraut verhindert. Je nach Anwendungsgebiet können unterschiedliche Materialien als Mulch verwendet werden (Grasschnitt, Stroh, Rindenmulch, Holzschnitzel, Kies). Mehr Tipps finden Sie dazu hier: Mulch richtig einsetzen

Thermische Alternativen

Thermische Alternativen zu Glyphosat arbeiten mit hohen Temperaturen. Dazu eignen sich Geräte mit Heißwasser um unerwünschte Pflanzen abzutöten, mit Heißschaum (zB. Kokosschaum) kann die Wirkung noch verbessert werden. Heißes Wasser sorgt bei diesem herbizidfreien Verfahren dafür, dass die überirdischen Pflanzenteile sowie die oberen Teile der Wurzeln absterben. Der Schaum isoliert und garantiert die effektive Wärmeausnutzung.

Besonders hartnäckige Unkräuter können mit Infrarot- oder Abflammgeräten beseitigt werden. Die unerwünschten Pflanzen werden dabei verbrannt, gleichzeitig stirbt dabei auch die Wurzel ab, um ein Wiederkehren zu verhindern.

Biologisch-chemische Alternativen

In Österreich sind derzeit zwei biologisch-chemische Herbizide zugelassen. Das sind Pelargonsäure und Essigsäure. Diese alternativen Herbizide haben weniger schädliche Auswirkungen auf uns Menschen und die Natur als chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel. Resistenzen wie sie bei Glyphosat bereits bekannt sind, gibt es hier noch keine. Sie wirken meist schneller und sind oft temperaturunabhängig. Die Inhaltsstoffe sind in der Natur bekannt und die Abbauprodukte unbedenklich. Der einzige Nachteil: Leider liegen die Preise oft recht hoch, die Herbizide können aber auch selbst hergestellt werden. Besser sind aber die mechanischen und technischen Alternativen.

Chemische Glyphosat-Alternativen

Natürlich gibt es eine Vielzahl anderer chemisch-synthetischer Herbizide, die an Stelle von Glyphosat eingesetzt werden können. Leider sind diese nicht besser als Glyphosat, weshalb wir in diesem Bereich keine Empfehlung abgeben können.

Zu guter Letzt sollten wir alle die Definition von Unkraut überdenken. Beikräuter haben oft auch einen Nutzen, sie können als Heilkräuter oder zur Herstellung von Pflanzenauszügen verwendet werden.

Alternativen zu Glyphosat im öffentlichen Bereich

Im öffentlichen Bereich eignen sich vor allem größere Geräte zum Entfernen von Unkräutern. Beispielsweise eignen sich Geräte mit Bürsten aus Stahl (Wildkräuterbürsten) zur Vorbeugung von Bewuchs auf Straßen, Wegen und Plätzen. Es wird dadurch das Ansammeln von Feinstaub und organischem Material verhindert, dadurch wird die Keimung erschwert und Jungpflanzen in ihrem Wachstum gehemmt bzw. geschädigt.

Auch im öffentlichen Bereich sind Unkrautjäten und der klassische Fugenkratzer eine gute Alternative. Außerdem ist eine naturnahe Grünraumgestaltung zu empfehlen. Das heißt, dass die Pflanzenarten so angelegt werden sollten, dass Beikräuter nicht störend auffallen. Wir empfehlen außerdem auf einen englischen Rasen zu verzichten und stattdessen eine Blumenwiese anzulegen. Bevorzugt können hier Pflanzen angebaut werden, die andere Pflanzen verdrängen, wie z.B. Stauden. Mulchen empfiehlt sich übrigens auch in öffentlichen Blumenbeeten.

Alternativen zu Glyphosat in der Landwirtschaft

Ein Traktor versprüht Glyphosat auf einem Feld

In der Landwirtschaft in Österreich wird Glyphosat hauptsächlich zur Stoppelbehandlung (also zur Nachernte, um z.B. gekeimtes Ausfallgetreide abzutöten) und zur Vorsaatbehandlung (z.B. auf eine abgefrostete Winterbegrünung) eingesetzt. Weltweit wird Glyphosat hauptsächlich im Soja-, Mais-, Baumwolle- und Rapsanbau eingesetzt, bei gentechnisch veränderten und so glyphosat-resistenten Sorten eingesetzt. Dass es auch ohne Glyphosat und chemisch-synthetische Pestizide geht, zeigt die biologische Landwirtschaft. Glyphosat lässt sich vollständig und oftmals kostenneutral ersetzen, wie eine Studie des Julius-Kühn-Instituts belegt.

Mechanische und technische Alternativen

Auch in der Landwirtschaft sind klassische Methoden wie hacken und jäten eine Möglichkeit, diese sind jedoch relativ zeit- und kostenintensiv.

Für den Ackerbau gibt es eine ganze Reihe von von verschiedensten Herstellern speziell für solche Anwendungen entwickelte Geräte. Bei diesen Geräten handelt es sich hauptsächlich um adaptierte Grubber oder Scheibeneggen mit nachlaufenden Walzen oder Striegeln. Diese Geräte unterschneiden den Boden großflächig und trennen so die Pflanzen von ihren Wurzeln, gleichzeitig kann damit gemulcht werden.

Für Wein- und Obstbau eignet sich eine Unterstockbehandlung mit speziellen Maschinen als Glyphosat-Alternative. Mit dieser Methode lässt sich Gras sauber entfernen ohne den Baumstamm zu beschädigen, Besenwuchs wird vorgebeugt und kleine Nagetiere werden verscheucht.

Im Rahmen eines Projekts der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau werden unter anderem innovative Methoden zur mechanischen Unkrautbekämpfung im Gemüse-, Obst- und Weinanbau getestet, weiterentwickelt und analysiert.

Thermische Alternativen

Eine weitere Möglichkeit unerwünschte Gräser zu beseitigen ist die Behandlung mit heißem Dampf.

Die Unkrautbekämpfung mit Wasserdampf ist eine moderne und ökologische Methode. Das Unkraut wird wirkungsvoll durch einen thermischen Schock zerstört. Da die Zellen in den Gräsern beschädigt werden, stirbt das Gras nach wenigen Tagen ab. Bei regelmäßiger Anwendung werden die Pflanzen soweit geschwächt, dass sie nicht mehr nachwachsen.

Auch wenn es in der Landwirtschaft noch nicht so weit verbreitet ist, eignet sich hier auch die Unkrautbehandlung mit Heißwasser und Schaum.

Mischkulturen

Mischkultur heißt, dass mehrere Pflanzenarten auf der gleichen Fläche angebaut werden. Diese Technik vermeidet in richtiger Zusammensetzung die Nachteile von Monokulturen. Die Nährstoffe im Boden können durch die unterschiedlichen Wurzelsysteme besser aufgenommen werden und Unkraut wird effektiver unterdrückt. Mischbestände sind robuster gegenüber Schädlingen und besser für die Vielfalt der Bodenlebewesen. Die Massenausbreitung von Schädlingen und Krankheiten, die besonders in Monokulturen ein Problem ist, wird durch das Anpflanzen von Mischkulturen erschwert, ein Totalausfall der Ernte vermieden.

Biologische-chemische Alternativen

In Österreich sind derzeit zwei biologisch-chemische Herbizide zugelassen. Das sind Pelargonsäure und Essigsäure. Diese alternativen Herbizide haben weniger schädliche Auswirkungen auf uns Menschen und die Natur. Sie wirken meist schneller und sind oft temperaturunabhängig. Die Inhaltsstoffe sind in der Natur bekannt und die Abbauprodukte unbedenklich. Der einzige Nachteil: Sie sind teurer, die Herbizide können aber auch selbst hergestellt werden. Es gibt einige Produkte mit diesen Wirkstoffen am österreichischen Markt. Besser sind aber die mechanischen/technischen Alternativen.

Achtung: In der biologischen Landwirtschaft sind überhaupt keine Herbizide erlaubt, auch nicht die biologischen Ursprungs!

Chemische Glyphosat-Alternativen

Natürlich gibt es eine Vielzahl anderer chemisch-synthetischer Herbizide, die an Stelle von Glyphosat eingesetzt werden können. Leider sind diese nicht besser als Glyphosat, weshalb wir in diesem Bereich keine Empfehlung abgeben können.