Glyphosat ist eines der weltweit am häufigsten eingesetzten Unkrautvernichtungsmittel und wird in Landwirtschaft, Gärten sowie auf öffentlichen Flächen eingesetzt. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach glyphosatfreier Unkrautbekämpfung, da viele Menschen unerwünschte Pflanzen ohne Chemie entfernen möchten. Erfahren Sie hier, welche umweltfreundlichen Alternativen es für Gärten bis zur Landwirtschaft gibt - wirksam und schonend für Mensch, Tier und Natur.

Was kann ich statt Glyphosat im Garten verwenden?

Mann in Schutzanzug versprüht Pestizide

Caro Steiger

Mechanische und technische Alternativen

  • Unkraut jäten und hacken: Klassische Gartenarbeit kann viele unerwünschte Pflanzen effektiv entfernen.
  • Fugenkratzer: Besonders hilfreich für Unkraut zwischen Pflastersteinen oder Gehwegen.
  • Mulchen: Eine etwa fünf Zentimeter hohe Mulchschicht aus Grasschnitt, Stroh, Rindenmulch, Holzschnitzeln oder Kies verhindert, dass Sonnenlicht den Boden erreicht und hemmt so das Unkrautwachstum.Je nach Anwendungsgebiet können unterschiedliche Materialien als Mulch verwendet werden (Grasschnitt, Stroh, Rindenmulch, Holzschnitzel, Kies). Mehr Tipps: Mulch richtig einsetzenexternal link, opens in a new tab

Thermische Alternativen

  • Heißwassergeräte / Heißschaumgeräte: Durch hohe Temperaturen werden überirdische Pflanzenteile und oberste Wurzelbereiche zerstört. Mit Heißschaum (z.B. Kokosschaum) kann die Wirkung noch verbessert werden. Der Schaum isoliert und garantiert die effektive Wärmeausnutzung.

  • Abflammgeräte / Infrarot: Geräte mit Flammen oder Infrarotstrahlung können Unkraut verbrennen, sodass die verwurzelten Pflanzen nicht wieder nachwachsen.

Einige Alternativen erfordern mehr Handarbeit, andere – wie Heißwassergeräte – sind besonders für Gemeinden effizient. Langfristig sparen glyphosatfreie Methoden Umwelt- und Gesundheitskosten.

Natürliche Wirkstoffe als Alternativen

In Österreich sind derzeit Pelargonsäure und Essigsäure als natürliche Herbizide zugelassen. Diese Stoffe wirken schneller und sind meist temperaturunabhängig, ihre Abbauprodukte gelten als weniger schädlich für Mensch und Umwelt. Allerdings sind sie oft teurer als mechanische Methoden und können selbst hergestellt werden.

Chemische Glyphosat-Alternativen

Es gibt zwar andere chemisch-synthetische Herbizide auf dem Markt, doch GLOBAL 2000 gibt dafür keine Empfehlung ab, da diese meist keine besseren Umweltprofile als Glyphosat aufweisen.

Welche Alternativen gibt es zu Glyphosat im öffentlichen Bereich?

Zwei Personen in gelben Jacken mit GLOBAL 2000 Logo pflanzen verschiedene grüne und blühende Pflanzen in einem Beet mit Kiesboden

GLOBAL 2000 / Vilem Honysz

Im öffentlichen Raum eignen sich vor allem größere Geräte zur Unkrautentfernung, die ohne chemische Wirkstoffe auskommen:

  • Wildkräuterbürsten mit Stahlborsten: Entfernen Bewuchs auf Straßen, Wegen und Plätzen und verhindern die Ansammlung von organischem Material.
  • Unkraut jäten und Fugenkratzer: Auch hier eine einfache, chemiefreie Möglichkeit.
  • Naturnahe Grünraumgestaltung: Statt englischem Rasen können Blumenwiesen und Staudenflächen angelegt werden, die Unkraut weniger auffällig erscheinen lassen und Nützlinge fördern.
  • Mulch in Blumenbeeten: Reduziert Lichtzufuhr und hemmt Unkrautwachstum ebenfalls effektiv.

Welche Alternativen zu Glyphosat gibt es in der Landwirtschaft?

Glyphosat lässt sich vollständig und oftmals kostenneutral ersetzen, wie eine Studie des Julius-Kühn-Instituts belegtexternal link, opens in a new tab

In der Landwirtschaft wird Glyphosat häufig zur Stoppelbehandlung nach der Ernte oder zur Vorsaatbehandlung genutzt, z. B. in Ackerbaukulturen wie Soja, Mais, Baumwolle oder Raps. Es gibt jedoch mehrere praktikable Alternativen, die ohne chemische Herbizide auskommen:

Mechanische und technische Alternativen

  • Hacken und Jäten: Bewährt, aber zeit- und arbeitsintensiv.
  • Spezielle Geräte (Grubber, Scheibeneggen, Striegel): Diese Technologien dringen in den Boden ein, trennen Pflanzen von ihren Wurzeln und können gleichzeitig mulchen.
  • Unterstockbehandlung im Wein- und Obstbau: Entfernt Gras um die Stämme, ohne diese zu beschädigen, und beugt Besenwuchs vor.

Im Rahmen eines Projekts der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbauexternal link, opens in a new tab werden unter anderem innovative Methoden zur mechanischen Unkrautbekämpfung im Gemüse-, Obst- und Weinanbau getestet, weiterentwickelt und analysiert.

Thermische Unkrautbekämpfung

  • Heißwasser / Wasserdampf: Moderne, ökologische Methode, bei der Pflanzen durch thermischen Schock geschädigt werden und nach einigen Tagen absterben. Regelmäßige Anwendung schwächt Wiederwuchs.
  • Heißwasser mit Schaum: Auch in der Landwirtschaft zunehmend getestet und genutzt.

Mischkulturen und Pflanzstrategien

Reihen mit jungen Pflanzen auf einem Acker mit brauner Erde und grünen Blättern

GLOBAL 2000 / Martin Aschauer

Mischkulturalismus: Mehrere Pflanzenarten auf derselben Fläche reduziert Unkrautdruck, verbessert Nährstoffverteilung und stärkt die Widerstandskraft gegen Schädlinge und Krankheiten.

Diese Technik vermeidet in richtiger Zusammensetzung die Nachteile von Monokulturen. Die Nährstoffe im Boden können durch die unterschiedlichen Wurzelsysteme besser aufgenommen werden, Mischbestände sind robuster gegenüber Schädlingen und besser für die Vielfalt der Bodenlebewesen. Die Massenausbreitung von Schädlingen und Krankheiten, die besonders in Monokulturen ein Problem ist, wird durch das Anpflanzen von Mischkulturen reduziert. Totalausfälle von Ernten können vermieden werden.

Biologisch-chemische Alternativen

In Österreich sind als biologische Alternativen Pelargonsäure und Essigsäure zugelassen. Diese wirken schneller als manche chemischen Mittel und sind biologisch abbaubar, auch wenn sie teurer sind.

Achtung: In der biologischen Landwirtschaft sind überhaupt keine Herbizide erlaubt, auch nicht biologischen Ursprungs!

Chemische Glyphosat-Alternativen

Natürlich gibt es eine Vielzahl anderer chemisch-synthetischer Herbizide, die an Stelle von Glyphosat eingesetzt werden können. Leider sind diese nicht besser als Glyphosat, weshalb wir in diesem Bereich keine Empfehlung abgeben können.

So geht Landwirtschaft ohne Glyphosat

Unkraut neu denken

Ein wesentliches Ergebnis der Alternativen-Diskussion ist: Unkraut muss nicht immer bekämpft werden. Viele Beikräuter haben ökologischen Wert, ob als Nahrung für Insekten, als Heilpflanzen oder zur Herstellung pflanzlicher Auszüge. Es lohnt sich, den Begriff "Unkraut" kritisch zu hinterfragen und naturnahe Flächen bewusst zu gestalten.

Alternativen zu chemischen Pflanzengiften haben viele Vorteile:

  • Umweltschonend & gesund: Böden, Wasser und Artenvielfalt werden weniger belastet und das fördert auch gesünderes Essen und Wasser für Menschen und Tiere.
  • Nachhaltig: Natürliche Kreisläufe werden nachhaltig gestärkt: für funktionierende Ökosysteme über viele Generationen.
  • Resistenzfrei: Mechanische, thermische und natürliche Methoden führen nicht zu resistenten Unkräutern wie bei Glyphosat.

Zusammenfassung

Im privaten Bereich eignen sich vor allem mechanische Methoden wie Jäten, Hacken und Fugenkratzer. Auch Mulchen mit Rindenmulch oder Grasschnitt verhindert Unkrautwachstum. Zusätzlich können thermische Verfahren wie Heißwasser oder Abflammen eingesetzt werden – ganz ohne chemische Herbizide.

Ja. Mechanische und thermische Verfahren entfernen Unkraut zuverlässig und nachhaltig. Sie sind in der Praxis erprobt, verursachen keine chemischen Rückstände und belasten weder Umwelt noch Gesundheit. Sie erfordern je nach Methode mehr Zeit und Planung als chemische Pflanzengifte.

In Österreich sind Pelargonsäure und Essigsäure als natürliche Herbizide zugelassen. Sie wirken schnell und sind biologisch abbaubar. GLOBAL 2000 empfiehlt jedoch, wo möglich auf chemiefreie Methoden wie Jäten, Mulchen oder thermische Verfahren zu setzen.

Ja. Alternativen sind mechanische Bodenbearbeitung, Fruchtfolgen, Mischkulturen und thermische Verfahren. Besonders im Bio-Landbau wird seit Jahrzehnten erfolgreich vollständig glyphosatfrei gearbeitet: mit gesünderen Böden, Gewässern und intakten Ökosystemen.

Nicht zwangsläufig. Kurzfristig erscheinen Glyphosat & Co. oft günstiger, weil sie schnell und mit wenig Arbeitsaufwand eingesetzt werden können. Langfristig verursachen glyphosatfreie Methoden jedoch häufig weniger Folgekosten – etwa durch geringere Umweltbelastung, weniger Schäden an Böden und Gewässern sowie weniger Abhängigkeit von chemischen Mitteln. Viele Gemeinden zeigen bereits, dass mechanische oder thermische Verfahren wirtschaftlich und praktikabel sind. Im privaten Garten sind Alternativen wie Mulchen oder Jäten meist sogar kostengünstiger als der regelmäßige Einsatz von Herbiziden.

Minimum € 5

Nein zu Glyphosat