Der Castor-Transport ist in Gorleben angekommen. Vom französischen La Hague bis ins Wendland brauchte er insgesamt 125 Stunden und 49 Minuten. Noch nie konnte der Transport so lange aufgehalten werden. Der Rekord des Vorjahres ist also gebrochen.

Zum 13. Mal rollte der Castor (cask for storage and transport of radioactive material) ins Zwischenlager nach Gorleben. Die Gorlebener Bevölkerung stellte sich auch dieses Jahr wieder quer und x-tausende Menschen in und aus ganz Deutschland nahmen am Protest gegen die Atomkraft teil. Auch dieses Jahr unterstützten die GLOBAL 2000-AktivistInnen die Blockade. „Natürlich sind wir hier in Deutschland mit dabei. Österreich mag zwar kein Atomkraftwerk haben, importiert den Atomstrom aber weiterhin. Wir können uns unserer Verantwortung nicht einfach entziehen“, erklärt Aktivistin Daphne ihre Teilnahme. „Jeder Tag mit Atomkraft ist ein Tag zu viel. Ich bin froh heute mit diesen vielen Menschen gemeinsam protestieren zu können“, meint Aktivist Anton.

Einzigartiger Protest

Der Castor–Widerstand zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen. „Hier treffen Landwirte aus der Umgebung auf Mütter mit Kindern, StudentInnen und PensionistInnen. Alle vereinen sich im gewaltfreien Protest gegen den Castor-Transport und die Atomkraft. Die Anrainer selbst versorgen die AktivistInnen mit heißem Tee und Essen. „Die Stimmung auf der Straßenblockade war friedlich. Die Menschen hier ziehen alle an einem Strang. So eine Bewegung ist einzigartig“, schildert Aktivistin Heidi die Situation. Die AktivistInnen sind ganz klar gegen Gewalt, aber dennoch entschlossen die Packelei der deutschen Bundesregierung mit der Atom-Lobby nicht hinzunehmen.

 

Aktionen auf der ganzen Strecke

Neben einigen spektakulären Blockade-Aktionen auf der Schienenstrecke ist es auch GLOBAL 2000-Aktivisten erfolgreich gelungen das engmaschige Sicherheitsnetz des Castor-Transports zu durchbrechen. Mehrere Stunden konnten die Aktivisten die Schienen, auf denen der Zug durchrollen sollte blockieren. Die Kletterer, die ein GLOBAL 2000 - Banner quer über die Gleise gespannt hatten, wurden von ihren Positionen heruntergeholt und von der Polizei abtransportiert.

Über 30 Studen nahmen die GLOBAL 2000-AktivistInnen an der Straßenblockade vor der Ortschaft Gorleben teil. Die Räumung durch die Polizei erfolgte friedlich.

Tausende AtomkraftgegnerInnen beteiligten sich tagelang an Schienen- und Straßenblockaden und sorgten somit für den längsten Castor-Transport in der deutschen Geschichte.

Zwischenlager nicht sicher

Am Zwischenlager Gorleben wurden erst diesen August erhöhte Neutronen-Strahlungswerte gemessen, die zusätzlichen 11 Behälter mit über 100 Tonnen hochradioaktivem Atommüll gehören dort nicht hin. Das geplante Endlager direkt daneben im Salzbergwerk hat Kontakt zum Grundwasser - dort radioaktiven Müll hineinzuschmeißen wäre katastrophal.

"Wir protestieren gegen diesen verantwortungslosen Umgang mit hochradioaktivem Müll, der viele Jahrtausende tödlich ist - wir fordern Verantwortung im Umgang mit Atommüll!" betont GLOBAL 2000-Anti-Atom-Sprecher Reinhard Uhrig abschließend.

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