Das erzählen die Nationalpark Garten Gewinner:innen 2026

Hinter jedem Gewinnerfoto steckt eine eigene Gartengeschichte: Die Gewinner:innen des Fotowettbewerbs nehmen uns mit in ihre naturnahen Oasen und erzählen von ihren Begegnungen mit Pflanzen und Tieren. Mit ihren persönlichen Tipps verraten sie, wie mehr Raum für Vielfalt entstehen kann - vom Augenmerk auf die Böden bis zum Wildblumenhügel und dem "Sandarium".

1. Platz: Edith E. aus Oberösterreich

Nationalpark Garten Fotowettbewerb 1. Platz: Naturnaher Garten mit Blumen und Bäumen

Edith E.

Unser erster Platz geht an Edith E. aus Oberösterreich! Das Bild mit den üppigen Stauden, Wildblumen und großen schattenspendenden Bäumen hat die Jury überzeugt. Die vielfältigen Blüten bieten zahlreichen Insekten wertvolle Nahrung. Durch die naturnahe Gestaltung entsteht ein lebendiger Lebensraum, der ökologische Vielfalt mit hoher gestalterischer Qualität verbindet. Das Bild zeigt uns, wie schön und zugleich ökologisch wertvoll ein Naturgarten sein kann.

2. Platz: Brigitte H. aus Vorarlberg

Nationalpark Garten Fotowettbewerb 2. Platz: Naturnaher Garten mit Blumen und Büschen, im Hintergrund ein Haus auf einem Hügel

Brigitte H.

"Mein gepflegter Wildgarten ist Natur, die mich umarmt und mir jeden Tag Geheimnisse preisgibt. Neben unzähligen Honigbienen, die bei uns im Garten neben der ausgeräumten und intensiv bewirtschafteten Landschaft Nahrung finden, sah ich auch zahlreiche Wildbienen, Fliegen, Schmetterlinge und Libellen, aber auch Amphibien und Vögel, die ich seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen hatte.“

Brigitte

3. Platz: Elisabeth C. aus Niederösterreich

Naturgarten mit Blumen

Elfriede D.

"Unsere Überzeugung ist, der Natur mit größtmöglichem Respekt und Achtsamkeit zu begegnen. Wichtig ist, sich Zeit zu lassen – viel beobachten, probieren, Schlüsse ziehen und sich nicht scheuen, der Natur auch ihren eigenen Lauf zu lassen."

Elisabeth

Fragen & Antworten der Gewinner:innen

Brigitte H.: "Geprägt durch meine Kindheit bei meiner Tante im Mühlviertel, die Kleinbäuerin war und einen bunten Nutzgarten pflegte, trug ich den Schatz des naturnahen Gärtnerns viele Jahre in mir. Im Lebensraum der Großstadt Linz fehlte mir dann einfach die Möglichkeit eines eigenen Gartens. Durch einen Wohnungswechsel in den Bregenzerwald vor 30 Jahren in ein altes Haus mit Bauerngarten konnte ich dann endlich meine Hände in die Erde stecken und eigene Erfahrungen mit dem Gärtnern machen. Fehlendes Wissen bewog mich, eine Ausbildung zur Kräuterpädagogin zu machen und mein Wissensdurst führte mich natürlich bis heute täglich in den Garten und in die Natur."

Elisabeth C.: "Bei unserer Einstellung zum Leben und unseren Ansichten haben wir von Beginn an nichts anderes in Betracht gezogen. Unsere Überzeugung ist, der Natur mit größtmöglichem Respekt und Achtsamkeit zu begegnen."

Brigitte H.: "Mein gepflegter Wildgarten ist Natur, die mich umarmt und mir jeden Tag Geheimnisse preisgibt. Neben unzähligen Honigbienen, die bei uns im Garten neben der ausgeräumten und intensiv bewirtschafteten Landschaft Nahrung finden, sah ich auch zahlreiche Wildbienen, Fliegen, Schmetterlinge und Libellen, aber auch Amphibien und Vögel, die ich seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen hatte. Mein Garten ist also viel mehr als ein reiner Nutzgarten, er ist auch das Zuhause vieler Lebewesen. Durch das Pachten eines benachbarten Baugrundstücks – Acker 12 – wurde auch der Boden ein zentrales Thema und in den letzten 6 Jahren konnte ich beobachten, wie sich dieser verdichtete Boden durch Mischkultur und vorsichtige Bodenbearbeitung veränderte. Viele Bodenlebewesen sind nun meine Mitarbeiter und ich kann mich über das Gartenjahr hinweg an Beeren, Gemüse, Kräutern und blühendem erfreuen."

Elisabeth C.: "Als wir den Garten übernommen haben, war er eine trockene Wiese mit ein paar Bäumen. Seither haben sich durch unsere Maßnahmen und Bepflanzungen und durch viele „wilde Ecken“ jedes Jahr mehr Lebewesen im Boden und oberhalb bei uns angesiedelt. Eine große Freude sind immer wieder neu entdeckte „Einwanderer“ in unserem Garten, egal ob Tiere oder Pflanzen (außer Neophyten)."

Brigitte H.: "Langsam beginnen, die Natur beobachten, Staunen, Hineinwachsen in das Thema, geduldig sein, sich in Gelassenheit üben … Die Veränderungen erwarten können und mit der Natur wachsen, wobei in einem Naturgarten auch ganz schnell die Natur mitmacht und Veränderungen durch Vögel, Insekten u.a. sichtbar werden, da sich diese hier wohlfühlen. Bei uns am Acker 12 konnten wir nach dem Anlegen eines Wildblumenhügels und Arenariums (im Volksmund auch Sandarium genannt) 2022 die Raupe des Kamillenmönch entdecken. Dieser Nachfalter steht auf der roten Liste (laut Information INATURA Dornbirn) und galt in unserer Region seit 2009 als ausgestorben. Und wenn Nachbarn und Spaziergänger die „Wildnis“ kritisieren (weil es so unaufgeräumt aussieht), dann hilft ein Blick auf die vielen Insekten und Vögel, denen wir ein Zuhause bieten."

Elisabeth C.: "Zu Beginn sich die Frage stellen: Was ist das Ziel? Je nach Region kann ein Naturgarten sehr unterschiedlich ausschauen. Man sollte sich die Beschaffenheit des Bodens und Bodenlebens genauer anschauen, bevor man Pflanzen auswählt, und wenn nötig entsprechende Maßnahmen zur Bodenverbesserung setzen. Je nach Standort ist das Ziel die Durchlässigkeit des Bodens, um eine bessere Durchwurzelung zu erreichen, damit Regenwasser besser aufgenommen werden kann und Mikroorganismen und andere Bodenlebewesen gefördert werden. Dann hat man eine gute Basis, auf der Pflanzen gedeihen können. Wichtig ist, sich Zeit zu lassen – viel beobachten, probieren, Schlüsse ziehen und sich nicht scheuen, der Natur auch ihren eigenen Lauf zu lassen. Und: keine Angst vor dem Kompostieren! Wenn man es richtig macht, ist es keine Geruchsbelästigung und man hat immer eigene, beste Komposterde."