26.06.2023

Pestizidreduktion in der Landwirtschaft: Österreichs Blockade gefährdet Artenvielfalt

Ohne Bienen, Schmetterlinge und Regenwürmer gäbe es viele unserer Lebensmittel nicht. Doch mit dem Einsatz von Pestiziden gefährdet die industrielle Landwirtschaft die Bienen und andere wichtige Bestäuber. Der Gesetzesentwurf zur EU-Pestizidreduktion will den Pestizideinsatz halbieren. Das ist eine historische Chance. Denn damit schützen wir die Artenvielfalt und sorgen für eine gute Landwirtschaft der Zukunft.

Totschnig fährt über die Artenvielfalt einfach drüber

Leider blockiert Österreich die wichtigen EU-Gesetzesverhandlungen zur Pestizidreduktion. Der österreichische Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig lehnt eine verbindliche Reduzierung der Pestizide ab und ignoriert dabei die Bedeutung der Artenvielfalt. Die Umweltministerin Leonore Gewessler und der Gesundheitsminister Johannes Rauch haben bisher wenig dagegen unternommen, obwohl der Schutz von Umwelt und Gesundheit wichtige Ziele des Gesetzesvorschlags sind.

Was wurde aus den Verhandlungen bekannt?

Vor kurzem wurde uns ein Leak aus den Verhandlungen zur EU-Pestizidreduktion im EU-Agrarministerrat zugespielt. Dieses Dokument zeigt, dass die EU-Agrarminister:innen sogar hinter den bereits bestehenden gesetzlichen Standards zurückgehen wollen. Aktuell gibt es eine Richtlinie für den nachhaltigen Einsatz von Pestiziden. Diese wurde jedoch von den Mitgliedstaaten nicht ausreichend umgesetzt. Deshalb hat die EU-Kommission einen Vorschlag für ein verbindliches Gesetz zur Pestizidreduktion gemacht. Wenn die EU-Agrarminister:innen nun freiwillige Maßnahmen bevorzugen und die aktuellen Standards nicht einhalten wollen, müssen wir dagegen vorgehen.

Warum sind freiwillige Maßnahmen nicht ausreichend?

Mit freiwilligen Maßnahmen wird eine Reduzierung des Pestizideinsatzes und der Übergang zu nachhaltigen, gesunden landwirtschaftlichen Systemen nicht möglich sein. Bauern und Bäuer:innen werden weiterhin von der Agrarindustrie abhängig bleiben. Außerdem werden unsere Anbausysteme weiterhin anfällig für Schädlingsbefall und extreme Wetterereignisse sein.

Sehen Sie sich hier das Video zur Aktion an:

GLOBAL 2000-Aktion vor dem Landwirtschaftsministerium zur geplanten EU-Pestizidreduktion

GLOBAL 2000 fordert...

...die Minister:innen Norbert Totschnig, Leonore Gewessler und Johannes Rauch daher auf, sich konstruktiv in die Verhandlungen zum Gesetz der Pestizidreduktion einzubringen!

Wir haben den Minister:innen einen Brief geschrieben und waren mit einer Aktion vor dem Landwirtschaftsministerium.

Download:

Thema: