16.10.2023

Pestizidreduktion: Irreführender Indikator der EU-Kommission

Ist Backpulver wirklich gefährlicher als synthetische Pestizide? Der irreführerende Indikator HRI-1 führt zur Bedrohung der Pestizidreduktion und Bio-Landwirtschaft in der EU.

Der irreführende Harmonised Risk Indicator 1 - und wie wir ihn reparieren können
Packt Sie nach diesem Video die Lust, unseren Vertreter:innen im EU-Parlament eine E-Mail zu schreiben? Wir würden uns darüber sehr freuen.

Wichtige Entscheidungen über Pestizideinsatz in Europa:

Heute hat der Europäische Rat Gespräche über Regeln für die nachhaltige Nutzung von Pestiziden (SURexternal link, opens in a new tab) begonnen. Doch es gibt große Sorgen: Die Organisation "Bienen und Bauern retten" und die Bio-Bewegung in Europa warnen davor, dass uns falsche Informationen über Pestizide gegeben werden könnten.

Warum gibt es Sorgen?

Die EU-Kommission hat einen Messwert vorgeschlagen, um zu zeigen, wie viel Pestizid verwendet wird. Aber dieser Vorschlag hat große Fehler. Unser Video zeigt, dass zum Beispiel ein Verbot eines bestimmten Pestizids in den Niederlanden zu einer angeblichen Reduzierung von 60 % führte. Aber in Wirklichkeit wurde es einfach durch ein ähnliches Pestizid ersetzt. Außerdem zeigt das Video, dass der Vorschlag dazu führt, dass ungefährliches Backpulver als viel gefährlicher eingestuft wird als ein wirklich gefährliches Pestizid.

Foto von Helmut Burtscher-Schaden

"Der Mogel-Indikator der EU-Kommission schafft die Illusion einer Pestizidreduktion auf dem Papier, während Einsatz und Risiko von Pestiziden auf dem Feld sogar zunehmen können. Zudem belohnt dieses schlecht konzipierte Messinstrument die Verwendung von besonders giftigen chemisch-synthetischen Pestiziden. Sollte er angenommen werden, könnten Bienensterben und die Kontamination von Wasser und Böden sogar weiter zunehmen, während sich EU-Politiker:innen im Ruhm einer erfundenen Pestizidreduktion sonnen."

Helmut Burtscher-Schaden, Biochemiker bei GLOBAL 2000 und Sprecher von “Bienen und Bauern retten”

Warum ist das wichtig?

Diese Fehler könnten der biologischen Landwirtschaft schaden. Der vorgeschlagene Indikator schafft Anreize, die an den beiden Hauptzielen der Farm to Fork-Strategie vorbeizielt: der Reduktion von Pestiziden und der Ausweitung der Biolandwirtschaft

Was passiert als nächstes?

Die Mitgliedstaaten der EU beraten darüber, welchen Messwert sie verwenden sollen. Am 24. Oktober 2023 wird im Europäischen Parlament darüber abgestimmt. Wir fordern, dass die Agrarminister:innen im Rat die Mängel des Indikators entsprechend korrigieren, um unsere Umwelt und unsere Bauern zu schützen.

Gemeinsam mit "Bienen und Bauern retten" und der europäischen Bio-Bewegung appellieren wir an alle Entscheidungsträger:innen im Parlament und im Rat, kein Messinstrument zu verabschieden, das die Pestizidreduktionspläne der EU ad absurdum führen würde.

 

Schreiben Sie unseren Vertreter:innen im EU-Parlament ein E-Mail

Gemeinsam mit unseren Partner:innen der Europäischen Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten!“ haben wir eine E-Mail-Aktion gestartet: Machen Sie mit und fordern Sie die zuständigen Landwirtschaftsminister und die EU-Parlamentarier:innen auf, sich für ein starkes Gesetz zur Pestizidreduktion und die Wiederherstellung der Artenvielfalt einzusetzen.

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