Neuigkeit, 09.12.2021

Standards mitgestalten

Lesen Sie hier den Nachbericht unseres erfolgreichen Workshops zum Thema "Standards aktiv mitgestalten"

Am 26. 11. 2021 luden GLOBAL 2000 & ECOS zum Online Workshop „Shaping the Standards that Shape our Planet“ um über Standards als Hebel für den Umweltschutz zu sprechen.

Sie können den gesamten Workshop hier nachsehen:

Unser Workshop brachte Teilnehmer:innen aus staatlichen Institutionen, NGOs, der Industrie und dem Normungssektor aus Österreich und mehreren anderen Ländern zusammen. Ein vielfältiger Austausch von Perspektiven ermöglichte es ihnen, mehr über zivilgesellschaftliches Engagement in der Normung zu erfahren und tief in die Materie einzutauchen, am Beispiel wie Normen Reuse & Refill Systeme fördern können!

Referenten der Europäischen Kommission, Austrian Standards sowie des österreichischen Umweltministeriums (BMK) und der Industrie diskutierten:

  • Warum es wichtig ist, dass die Zivilgesellschaft an der Normung beteiligt ist
  • Wie die Einbindung von Umwelt-NGOs in die Normungsarbeit erleichtert werden kann
  • Wie sich das Zusammenspiel von Normen und Politik in der Praxis am Beispiel von Reuse & Refill-Systemen zeigt

75 Teilnehmer:innen aus insgesamt 15 Ländern wurden von Justin Wilkes, geschäftsführender Direktor bei ECOS, und Agnes Zauner, der politischen Geschäftsführerin von GLOBAL 2000, begrüßt. Moderiert und durch das Programm geleitet hat Lo Hufnagel.

Pamela Tarif, Leiterin für globales Engagement bei ECOS, hat in ihrem Vortrag über den fehlenden Platz von Umwelt-NGOs am Tisch für Standardisierungsprozesse gesprochen. Nach einer kurzen Einführung darüber, was Standards generell sind und welche Potentiale für den Umweltschutz dadurch freigelegt werden, hat sie den Teilnehmenden Klarheit darüber verschafft, wer die Standards umsetzenden Institutionen auf regionaler bzw. europäischer Ebene sind. Es wurde zudem erklärt wo und wie sich NGOs einbringen können. 

Diesem Impulsvortrag folgte eine hochkarätige Paneldiskussion. Sophie Müller von der EU-Kommission hat zunächst einen Einblick über die europäische Normungstrategie gegeben und wie diese immer weitere ins Zentrum des politischen Geschehens der EU rückt. Stefan Wagmeister, Stellvertretender Direktor für Normentwicklung bei Austrian Standards, ist vor allem darauf eingegangen, dass es zwar bereits Zusammenarbeit im Bereich Standrads und Umwelt-NGOs gibt, aber hier noch deutlich Luft nach oben ist und mehr Kooperationen möglich gemacht werden müssen. Marion Hasper, Leiterin des deutschen Koordinierungsbüros für Normungsarbeit der Umweltverbände (KNU), schilderte die Arbeits- und Organisationsweise des KNU, die in Europa einzigartig ist und damit als aktuelles Best Practice Beispiel für die Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft, Politik und Normunsgarbeit gilt. Diesem Panel folgte eine Runde mit Fragen von den Zusehenden.

In der zweiten Hälfte des Workshops wurde das Thema Standards am Beispiel Reuse & Refill konkretisiert. Als Einstieg berichtete Sarah Warscher vom BMK über das neue Abfallwirtschaftsgesetz mit seinen Komponenten für die Erhöhung des Mehrwegangebots in Österreich. In ihrem Vortrag zeigte sie die Möglichkeiten aber auch die Hindernisse von Reuse & Refill in Österreich auf. Diesem Input folgte ein Abriss über die vergangene und gegenwärtige Situation von Reuse & Refill, sowie die Vorteile von Standardisierung für die Förderung von Mehrwegflaschen von Lena Steger, Ressourcen Campaignerin von GLOBAL 2000 und Erfahrungen und Hindernisse für Standardisierung aus der Praxis von Frank van der Heijden, Geschäftsführer Verkauf & Marketing bei Egger Getränke.

Abschließend berichtete Ioana Popescu, leitende Programm Managerin bei ECOS, über die Potentiale der Effizienzsteigerung von Mehrwegsystem durch richtige Standards für Verpackungen.

Für weitere Information zu dem Thema Standardisierung als Hebel für den Umweltschutz lesen Sie auch gerne im von ECOS und KNU veröffentlichen Report „Die Rolle von Gesetzen und Normen bei der Durchsetzung von Mehrwegverpackungen“ nach. 

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