shopping bag von Stephen Frith / flickr.com

Unsere heimischen Supermarktketten verbannen Plastiksackerl aus ihrem Sortiment, ein guter Schritt in die richtige Richtung, aber was sind die umweltfreundlichen Alternativen? Sind Papiertragetaschen wirklich besser?

  • Plastiksackerl aus Stärke

Leider kommt es bei Plastiktaschen aus Stärke oft zu Etikettenschwindel, denn die Stärke-Sackerl bestehen häufig trotzdem großteils aus erdölbasiertem Kunststoff. Meistens wird als Ausgangsmaterial Mais oder Zuckerrohr verwendet. Beide Rohstoffe werden oft gentechnisch verändert und in düngemittel- und pestizidintensiven Monokulturen angebaut. Der Aufdruck „kompostierbar“ kann täuschen, denn Tragetaschen aus Stärke können im Normalfall nicht selbst im Garten kompostiert werden. Man sollte sie auch nicht im Biomüll entsorgen, denn üblicherweise können sie in der Kompostieranlage nicht von normalen Kunststoffsackerln unterschieden werden, sie werden deshalb aussortiert und verbrannt. Ihre Ökobilanz ist im Vergleich zu anderen Taschen unvorteilhaft.

  • Papiertragetaschen

Wer hätte das gedacht? Papiersackerl sind aus Sicht des Energieverbrauchs bei der Herstellung um keinen Deut besser als Plastiksackerl. Im Gegenteil, bei Papiertragetaschen kann aufgrund der Reißfestigkeit kaum Recyclingmaterial verwendet werden. Durch die instabilen Eigenschaften von Papier gehen die Sackerl schneller kaputt als Plastiksackerl und werden meist nur einmal verwendet. Vorteil: Die Papiertaschen lassen sich relativ gut recyceln. Zudem baut sich Papier im Vergleich zu Plastik schneller in der Natur ab und setzt dabei weniger Giftstoffe frei.

  • Plastiksackerl

Die meisten herkömmlichen Plastiksackerl werden aus Polyethylen (PE) hergestellt, ein Kunststoff, der weniger umwelt- und gesundheitsschädlicher ist. PE lässt sich gut recyceln und verbrennt schadstofffrei. Jedoch wird zur Herstellung Erdöl verwendet und die biologische Abbauzeit kann mehrere Jahrzehnte bis Jahrhunderte dauern. Hinzu kommt noch die Verschmutzung der Natur und der Weltmeere durch Plastik.

  • Recycling-Plastiksackerl

Kunststofftragetaschen aus Recycling-Kunststoff (oft mit dem deutschen Umweltzeichen „Blauer Engel“ ausgezeichnet) weisen praktisch die gleichen Eigenschaften wie Tragetaschen aus neuem Kunststoffgranulat auf, haben jedoch eine deutlich bessere Ökobilanz als diese.

  • Wiederverwendbare Taschen

Ob Stofftasche, robuste Plastiktasche, Einkaufskorb oder Rucksack. Alle Taschen, die nicht nach ein paar Verwendungen weggeworfen oder ersetzt werden, eignen sich bestens zum Einkaufen und sind gut für unsere Umwelt. Die beste Tasche ist natürlich die, die man bereits zuhause hat.

 

Bild: Shopping Bag von Stephen Frith / flickr.com CC-BY-SA