Vielfalt liegt im Auge des Betrachters

In dieser Serie, die insgesamt 5 Teile umfasst, stellt Ihnen unser Nationalpark Garten-Initiator Dominik Linhard seine tierischen Beobachtungen an verschiedenen Pflanzenarten vor.

Neugier entwickeln

Vergessen Sie die Universum-Sendungen im Fernsehen! Gehen Sie stattdessen ganz einfach in Ihren Garten oder vor die Haustüre, denn was sich dort in einem eigenen Mikrokosmos abspielt ist mindestens genauso spannend wie die Elefanten, Tiger oder Weißen Haie dieser Welt.

Dominik Linhard

Beschäftigt man sich mit den Themen Biodiversität und Artenvielfalt kommt ganz von alleine die Neugier ins Spiel und man beginnt förmlich die Vielfalt zu suchen. So startet man, zuerst ganz entspannt, die Hummeln beim Lavendel am Balkonkisterl zu beobachten, besorgt sich dann Bestimmungsbücher und entsprechende Apps am Smartphone, um die gesehenen Tiere und Pflanzen auch benennen zu können und endet dabei, für ein gutes Foto wie ein Verrückter Schmetterlingen mit der Kamera nachzulaufen.

Ich möchte Ihnen in den kommenden Wochen einen kleinen Eindruck davon geben, auf welchen Pflanzenarten ich in meinem Garten besonders viele verschiedene Insekten beobachten konnte. Und gleich vorweg: Dies ist keine Auflistung der „besten“ Pflanzenarten für Insekten, manche der Pflanzenarten sind sogar eher „ökologisch-unkorrekt“, denn nicht alle sind heimische Wildpflanzen. Teilweise sind auch eingebürgerte Arten und Zierpflanzen dabei, doch gerade auch diese Beobachtungen möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. Vielleicht überrascht es Sie, dass genau bei diesen Pflanzen auch viele Tiere vorkommen können und es geht schließlich darum, die Neugier zu wecken.

Diese Nicht-Wildpflanzen, wie ich heute eine vorstellen möchte, waren bereits im Garten bevor ich dort zu werken begann. Sie haben ihr Existenzrecht dort quasi schon ersessen und nichts läge mir ferner als alte Pflanzenbestände zu roden. Bei Neupflanzungen achte ich allerdings darauf vor allem einheimische Arten zu setzen, denn diese haben in der Regel einen höheren ökologischen Nutzen und sind besser an den Standort angepasst. Was tunlichst vermieden werden sollte, ist die Kultivierung von invasiven Pflanzenarten wie dem Japanischen Staudenknöterich (Fallopia japonica), dem Drüsigen Springkraut (Impatiens glandulifera), dem Götterbaum (Ailanthus altissima) und anderen. Und natürlich würde ich auch keine Thujen, Kirschlorbeer, sterile Forsythien oder andere ökologisch eher wertlose Pflanzen setzen.