Welterschöpfungstag 2026

Der österreichische Welterschöpfungstag 2026 fällt auf den 2. April. Das bedeutet: Bereits nach nur drei Monaten haben wir in Österreich jene Menge an Rohstoffen wie Wasser, Nahrung und Metalle verbraucht, die uns die Erde für das gesamte Jahr zur Verfügung stellt.

4 Erden nötig

Würden alle Menschen so leben wie wir in Österreich, bräuchten wir vier Erden.

Die Folgen unseres Überkonsums sind längst sichtbar:

Müllhalde und ein Junge mittendrin, der im Müll wühlt

Unsplash / Hermes Rivera
  • leer gefischte Meere,
  • vernichtete Urwälder,
  • kaputte Böden
  • und schwindende Tier- und Pflanzenarten.
  • Auch die Klimakrise ist deutlich spürbar – überdurchschnittlich heiße Tage, sintflutartige Stürme und starke Rückgänge beim Schneefall sind bereits zur „Normalität“ geworden.

Globaler Welterschöpfungstag

Der globale Welterschöpfungstag fiel 2025 auf den 24. Juli. Das ist also der Tag, an dem die gesamte Menschheit sämtliche erneuerbaren Rohstoffe und Naturleistungen der Erde aufgebraucht hat, die innerhalb dieses Jahres bereitgestellt werden können. Dass der Tag weiter hinten liegt als der österreichische Welterschöpfungstag, liegt vor allem an der unfairen Verteilung. Die Mehrheit aller Erdenbürger:innen verbraucht noch recht wenig. Das wirkt sich rechnerisch zwar „besser“ für die Ökologie aus - ist aber eine Katastrophe für die benachteiligten Menschen, führt zu gespaltenen Gesellschaften und dem Verlust von Fairness und Solidarität.

Unsere Natur auszubeuten ist kein Naturgesetz

Anna Leitner hisst eine Fahne zum Welterschöpfungstag am Volkskundemuseum in Wien

GLOBAL 2000/ Mira Nograsek

In den letzten 30 Jahren hat sich der Müllberg pro Person in Österreich fast verdoppelt. Besonders drastisch gestiegen ist der Verpackungsmüll und Wegwerfprodukte wie Einweg-Vapes und Billigmode aus China. Die gute Nachricht: Wir können unsere Wirtschaft so umgestalten, dass wir innerhalb der planetaren Grenzen gut leben. Wir schieben den Overshoot Day gemeinsam wieder Richtung Silvester! Und zwar mit:

Maßnahmen für echte Kreislaufwirtschaft:

  • Ressourcenverbrauch reduzieren: Wir brauchen verbindliche Ziele, die in einem Gesetz verankert sind. Nur so können wir langfristig unseren Verbrauch so weit senken, dass er wieder im Einklang mit unserer Erde ist. Recycling allein kann das Problem nicht lösen. Wir müssen den Ressourcenverbrauch reduzieren, dann packen wir das Problem an den Wurzeln.

  • Mode mit Zukunft - Fair Fashion statt Fast Fashion: Jedes Jahr kaufen Österreicher:innen durchschnittlich 60 neue Kleidungsstücke – und werfen die Hälfte davon fast sofort wieder weg. Besonders Billig-Plattformen wie Temu oder Shein überschwemmen uns mit Wegwerf-Mode aus Polyester, die beim Waschen Mikroplastik freisetzt. Die Lösung: Fair Fashion fördern und Ultra Fast Fashion einschränken, z.B. mit Werbeverboten für Influencer:innen.

  • Reparatur stärken: Produkte müssen so hergestellt werden, dass sie langlebig sind, und leicht repariert werden können. Das schafft Arbeitsplätze in unseren Gemeinden, spart uns viel Geld und verkleinert den Müllberg. Gleichzeitig brauchen wir ein Recht auf Reparatur und einen umfassenden Reparaturbonus. Reparieren muss günstiger sein als Neukaufen.

Was wir jetzt brauchen

Wir müssen jetzt wirksame Maßnahmen für eine echte Kreislaufwirtschaft einfordern. Damit das auch gelingt, legte GLOBAL 2000 eine Woche vor dem österreichischen Welterschöpfungstag einen konkreten Entwurf für ein Kreislaufwirtschaftsgesetz vor. Der Gesetzestext zeigt, wie Wirtschaft, Politik und Bürger:innen die Transformation gemeinsam gestalten und echte Kreislaufwirtschaft funtionieren kann.