Textilien

In Österreich werden pro Kopf jährlich rund 19 kg Textilien gekauft. Bei einem durchschnittlichen Gewicht von 320 g pro Stück entspricht das jährlichen 60 Kleidungsstücken pro ÖsterreicherIn. Im Durchschnitt kaufen wir also mehr als ein Kleidungsstück pro Woche.

75.000 Tonnen Textilien landen pro Jahr im Restmüll, 26.000 werden getrennt gesammelt – 11,2 kg bzw. 35 Kleidungsstücke werden von jedem und jeder Einzelnem im Durchschnitt also jährlich wieder entsorgt. Dabei hat jeder von uns bereits ein durchschnittliches Kleidungslager von 50 kg (156 Kleidungsstücken) zuhause angehäuft.

Je nach verwendete Faser treten bei Textilien unterschiedliche ökologische und soziale Probleme auf. Kunstfasern wie Polyester (z.B. für Sportkleidung) werden aus Erdöl hergestellt. Eine mit 2,8 kg Polyester gefüllte Waschmaschine gibt pro Waschgang rund 460.000 Kunststoffpartikel ab, wonach in Österreich hochgerechnet pro Jahr rund 21 Tonnen Mikroplastik ins Abwasser gelangen. Textilien aus Baumwolle bestehen aus einem nachwachsenden Rohstoff, doch Baumwolle ist die pestizidintensivste Pflanze der Welt. Kleidung aus Wolle kann aus Sicht des Tierwohls problematisch sein, wenn bei den gescherten Schafen sogenanntes „Mulesing“ betrieben wird, das die schmerzhafte Entfernung von Haut rund um den Schwanz der Schafe beschreibt.

Die sozialen Bedingungen entlang der Textil-Wertschöpfungskette sind oftmals verheerend, der Lohn einer Näherin macht dabei oft nicht mehr als 1 % des Preises eines Kleidungsstückes aus.

Landet Kleidung in der Natur so kann es je nach Textilart mehrere Jahrzehnte dauern, bis diese vollständig verrottet.

Was kann jede/-r Einzelne dagegen tun?

  • Weniger Kleidung kaufen
  • Kleidung gebraucht kaufen oder tauschen
  • Bio- („GOTS“) und Fairtrade-zertifizierte Kleidung kaufen