Anleitung Komposthaufen

Eigene Komposterde herzustellen ist die umweltfreundlichste Möglichkeit um den Boden im Garten mit Nährstoffen zu versorgen und die Erdstruktur zu verbessern. Der Humus aus dem Kompost belebt Bodenorganismen, kann super Wasser speichern und dieses dann auch rechtzeitig wieder abgeben. Als Zusatz zu sandigen Böden wirkt Komposterde bindend und sorgt dafür, dass Wasser und Nährstoffe nicht zu schnell abrinnen. Lehmige Böden können mit Kompost hingegen aufgelockert werden.

Um einen eigenen Kompost anzulegen gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten:

  • Einen Kompostbehälter aufstellen - Ein Komostbehälter eignet sich vor allem für kleinere Gärten. Man kann entweder einen fertigen Behälter kaufen oder aber einen aus Holz selber bauen.
  • Einen Komposthaufen anlegen - Ein eigener Komposthaufen ist die einfachste und günstigste Variante um Komposterde selbst herzustellen.

In dieser Anleitung werden wir zuerst den Bau eines Kompostbehälters Schritt für Schritt erklären und im nächsten Teil das Anlegen des Kompostes sowohl für Behälter als auch Haufen beschreiben.

Kompostbehälter bauen

Vor dem Bau des Kompostbehälters den Absatz „Standort“ durchlesen; wenn der Behälter fertig ist kann er nur schlecht transportiert werden.

Material

Um einen eigenen Kompostbehälter zu bauen braucht man je nach Größe etwa:

  • 20 Holzbretter mit den Maßen 100 x 10 x 4 cm (L*B*H). Am Besten eignen sich robuste und witterungsbeständige Holzarten wie etwa Lärche.
  • Vier Kanthölzer 5 x 5 cm
  • Maschendraht
  • Stichsäge
  • Maßband

Zuschneiden der Holzbretter

Zu Beginn müssen die Holzbretter so zugeschnitten werden, dass sie beim Zusammenbauen aufeinander gesteckt werden können. Dafür müssen bei 18 Brettern Ausschnitte eingesägt werden (siehe Grafik). Die Ausschnitte müssen an der Unterseite etwa 5cm vom Rand entfernt platziert werden und 4cm hoch (Brettstärke) und 2,5cm breit (¼ der Bretthöhe) sein. Bei 2 Brettern (diese bilden die Basis) werden keine Einschnitte vorgenommen.

Holzbretter zusammenbauen

Wenn alle Bretter fertig eingeschnitten sind können sie zusammengebaut werden. Dafür einfach die beiden Holzbretter ohne Ausschnitte parallel zueinander auf den Boden legen. Danach zwei Bretter quer dazu darauf legen, sodass die Ausschnitte einrasten (siehe Grafik). Anschließend die restlichen Bretter abwechselnd längs und quer darauf stapeln, bis alle 20 Bretter verbaut sind.

Kanten stabilisieren

Um die Kanten des Komposters zu stabilisieren einfach die Kanthölzer in den Ecken platzieren. Ein Verschrauben der Bretter ist nicht notwendig.

Schutz vor Wühlmäusen

Um den Kompost vor Eindringlingen von Unten zu schützen empfiehlt es sich am Boden den Maschendraht auszulegen. Dazu einfach das Metallnetz falten oder mit einem Seitenschneider zuschneiden und auf den Boden legen. Dabei ist zu beachten, dass möglichst wenig Platz zu den Brettern frei bleibt, damit keine Mäuse hindurch schlüpfen können.

Fertig ist der Kompostbehälter!

Kompost anlegen

Um den Kompostbehälter zu füllen oder einfach einen Komposthaufen anzulegen sind folgende Dinge zu beachten.

Standort

Für den eigenen Kompost ist der richtig gewählte Standort sehr wichtig. Wesentlich sind die folgenden drei Punkte:

  • Untergrund
    Der Kompost sollte auf jedem Fall direkt auf dem Erdboden angesetzt werden. Betonplatten oder Ähnliches verhindern das Eindringen von Zersetzern die für den Kompostiervorgang notwendig sind und könnten durch Staunässe zu Fäulnis führen.
  • Sonne
    Ein Komposthaufen oder -behälter sollte im besten Fall im Halbschatten stehen. Direkte Sonne ist zeitweise erlaubt, sollte aber nicht beständig auf den Kompost scheinen.
  • Luft
    Kompost braucht Sauerstoff und muss in diesem Sinne „atmen“ können. Der Standort sollte deswegen nicht unbedingt windgeschützt sein. Wenn ein Durchlüften nicht möglich ist könnte das, so wie Staunässe, zu Fäulnis beitragen.

Schichten

Egal ob Behälter oder Haufen, das Schichten ist das A und O für gelungenen Kompost. Dafür werden drei verschiedene Schichten unterschieden, die sich immer abwechseln sollten.

1. Schicht: lockeres Material
Hier eignen sich vor allem zerkleinerte Äste, Heckenschnitt oder ähnliche Gartenabfälle.

2. Schicht: dichteres Material
Die zweite Schicht beinhaltet Küchenreste oder dichtere Gartenabfälle.

3. Schicht: Komposterde
Zum Abschluss sollte eine Schicht Komposterde aufgetragen werden. Wenn man schon einen Komposthaufen besitzt kann man von diesem ein bisschen Erde übertragen, ansonsten tut es normale Blumenerde für den Beginn auch.

Den Kompost befüllen

Nun kann der Komposthaufen oder -behälter laufend nach den oben genannten Schichten befüllt werden. Wichtig ist dabei immer wieder lockeres Material und Komposterde zwischen die Abfälle zu mischen.

Was man sonst noch beachten sollte

  • Feucht halten von Kompost
    Für gute Komposterde sollte der Haufen bzw. Behälter nie ganz austrocknen. Dafür muss er in Trockenzeiten hin und wieder gegossen werden. Wenn die Erde die richtige Feuchte hat sollte sich daraus ganz leicht eine Kugel aus der Masse formen lassen.
  • Den Kompost abschließen
    Ist der Behälter voll oder der Haufen etwa 1,20m hoch kann eine letzte Schicht Rasenschnitt darauf gelegt werden. Alternativ kann man auch Gurken- oder Kürbispflanzen in die oberste Schicht setzen. Diese freuen sich gleich über die reichhaltige Erde und decken mit ihren großen Blättern den Kompost darunter ab.
  • Regelmäßig Umsetzen
    Damit der Kompost immer wieder gut durchlüftet und gemischt wird sollte er in regelmäßigen Abständen umgesetzt, sprich die äußere Masse nach innen und die innere Masse nach Außen bewegt werden. Dieser Vorgang sollte ein paar Wochen nach dem Anlegen passieren, wenn der Haufen etwa auf ein Drittel der ursprünglichen Masse geschrumpft ist. Es empfiehlt sich den Haufen nun mindestens einmal im Jahr umzusetzen.

Richtige Verwendung

Etwa neun Monate nach Anlegen des Kompostes kann dieser verwendet werden. Reifen Kompost erkennt man an einer krümeligen Struktur und dem Geruch von Walderde. Vor der Anwendung sollte die Erde zuerst durch ein Sieb von groben Steinen und nicht verrottetem Material getrennt werden. Jetzt kann die fertige Komposterde gleichmäßig in Beeten verteilt oder für die Aufzucht von Stecklingen verwendet werden. Ein kleiner Rest sollte übrig bleiben um gleich einen neuen Komposthaufen starten zu können.

Was darf (nicht) auf den Kompost

Standort und Schichtung sind nicht die einzigen Kriterien für einen guten Kompost. Das Wichtigste ist der Inhalt. Dabei gibt es natürlich vieles das ohne Bedenken hinein darf. Es gibt aber auch Einiges das auf gar keinen Fall in den Kompost sollte.

Das darf hinein

  • Gartenabfälle (Laub, Grasschnitt, Reste aus dem Gemüsebeet, Blumen, Heu, Stroh, Zweige) Tee- und Kaffeereste
  • Rohes Gemüse (inklusive Schale) und Eierschalen
  • Holzasche
  • Papier
  • Mist von Pflanzenfressern

Das darf nicht hinein

  • (gekochte) Speisereste
  • verdorbene Lebensmittel
  • Fleisch, Knochen oder andere tierische Produkte aus der Küche
  • Kranke Pflanzen (durch Pilzbefall oder Viren)
  • Gespritztes Obst oder Gemüse
  • Zu große Äste oder Schnittabfälle die nicht schnell genug verrotten