Mögliche Auswirkungen eines schweren Unfalls im AKW Krsko

Was passiert, wenn es im AKW Krško aufgrund eines starken Erdbebens zur Freisetzung von Radioaktivität kommt? 

Das Projektteam "flexRisk" an der Universität für Bodenkultur in Wien ging mit seinen Berechnungen der Frage nach, wie weit sich radioaktive Strahlung nach einem angenommenen Super-GAU in Europa ausbreitet. Errechnet wurde die Ausbreitung für ca. 2.800 verschiedene realistische Wettersituationen in Europa. Legt man alle Wettersituationen für einen angenommenen Super-GAU im AKW Krško übereinander, ergibt sich folgendes Bild: 

Strahlungsausbreitung im Falle eines schweren Unfalls im AKW Krsko

Diese Karte zeigt die wetterbedingte Wahrscheinlichkeit für eine Strahlenbelastung Europas mit mehr als 37.000 Bq Cäsium-137 pro Quadratmeter (radioaktiven Zerfalls pro Sekunde) durch einen schweren Unfall in Krško. Die maximale Wahrscheinlichkeit, dass Österreich im Falle dieses schweren Unfalls mit mehr als 37.000 Bq Cäsium-137/m2 kontaminiert werden würde, liegt bei 19,7 % – also bei fast einem Fünftel aller Wettersituationen. 

Die Skala reicht von 1E-04 (Wahrscheinlichkeit von 0,01 %) bis zu 1E+00 (Wahrscheinlichkeit von 100 %). Die in der Karte angegebene Wahrscheinlichkeit bezieht sich nur auf die Wettersituationen, nicht jedoch auf die Wahrscheinlichkeit, mit der ein solch schwerer Unfall eintreten kann.

Start der Kaliumiodid-Prävention

Nach Tschernobyl hat sich gezeigt, dass vor allem Kinder und Jugendliche ein nachweislich erhöhtes Schilddrüsenkrebsrisiko durch die Aufnahme von radioaktivem Iod haben, daher sind Maßnahmen wie die Einnahme von Kaliumiodidtabletten sehr wichtig.

Animation der Strahlungsausbreitung im Falle eines schweren Unfalls im AKW Krsko

Wäre es beispielweise am 05.10.1995 zu einen Super-GAU im AKW Krško gekommen, hätte die damalige Wettersituation zu einer Iodbelastung geführt, die den Start der Kaliumiodid-Prävention in Österreich notwendig macht. In diesem Szenarium werden bis zu 490 Millisievert (mSv) Schilddrüsendosis für Kinder erwartet. Ab einer erwarteten Schilddrüsendosis von 10 mSv sollen Kinder, Jugendliche, schwangere und stillende Frauen Kaliumiodidtabletten erhalten.

Aufenthalt im Innenraum und Umsiedlung

Ein Beispieltag für eine Wetterlage, in der bei einem Super-GAU in Krško Strahlungswerte aufgetreten wären, die weitere Schutzmaßnahmen erforderlich machen, ist der 21.12.1995. Erwachsene und Kinder in kontaminierten Gebieten müssten in geschlossenen Räumen bleiben. Es kann sogar eine Dosis erreicht werden, bei der Kinder und Erwachsene das Gebiet verlassen müssten. Die Cäsiumbelastung in diesem Beispiel kann deutlich über den Spitzenwerten in Österreich nach Tschernobyl liegen. 

Strahlungsausbreitung im Falle eines schweren Unfalls im AKW Krsko

Folgen für die Landwirtschaft

Die durchschnittlich zu erwartende Kontamination nach einem schweren Unfall in Krško zeigt die nachstehende Grafik. Die Kontamination liegt in ganz Österreich über 1.000 Bq Cs-137/m2. Das bedeutet, dass Österreich so stark betroffen sein kann, dass landwirtschaftliche Schutzmaßnahmen starten müssen. Dies betrifft nicht nur die Grenzregionen, sondern das ganze österreichische Staatsgebiet.

Strahlungsausbreitung im Falle eines schweren Unfalls im AKW Krsko

Eine solche Maßnahme ist unter anderem „die unverzügliche Ernte von vermarktungsfähigen Produkten, insbesondere von lagerfähigen Produkten“. Diese Maßnahme startet ab einer erwarteten Kontamination von 650 Bq Cäsium-137/m2. 

Die folgenden Annahmen liegen den flexRISK-Berechnungen für Krško zugrunde: 

  • Annahme eines schweren Unfalls mit einem Containment Bypass, der zu einer Freisetzung von Radionukliden durch das Sekundärsystem führt
  • Austritt von 69,04 PBq Cs-137 und 539 PBq Iod-131 

Zusatzinfos: 

  • Ein Becquerel (Bq) entspricht einem radioaktiven Zerfall eines Atoms pro Sekunde und ist die Maßeinheit der Radioaktivität. 
  • Nach Tschernobyl wurden Gebiete in der Sowjetunion mit einer Deposition ab 37.000 Bq Cs-137/m2 als „kontaminiert“ definiert und kontinuierlichen Strahlenmessungen unterzogen.
  • Die Höchstbelastung in Österreich nach Tschernobyl war ca. 185.000 Bq Cs-137/m2, die Durchschnittsbelastung ca. 21.000 Bq Cs-137/m2.

Um eine Strahlenbelastung in Österreich nach einem Super-GAU in Krško zu verhindern, ist es wichtig, dass das AKW Krško abgeschaltet wird. Unterschreiben Sie unsere Petition und fordern Sie mit uns gemeinsam die Regierung dazu auf, das Risiko eines schweren atomaren Unfalls zu beenden:

Jetzt Krsko stoppen