Biene auf Blume

Wer das Wort Biene hört, denkt wohl zuallererst an die Honigbiene. Dass es in Österreich fast 700 weitere Arten an Wildbienen gibt, ist den wenigsten bekannt. In den letzten Jahrzehnten wird ein dramatischer Rückgang der Wildbienen in ganz Europa verzeichnet. Viele Bienenarten in Europa und Österreich gelten derzeit als gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Große Probleme bereiten den Bienen der Einsatz von Pestiziden, die fortschreiten de Versiegelung von Böden, die „Bereinigung“ der Landschaft und Gärten und auch der Klimawandel. Bienen finden nicht mehr genug Nahrung und Nistplätze. Die Tatsache, dass 80 % aller Pflanzen und fast 70 % aller Nahrungspflanzen von Insekten bestäubt werden, macht die große Bedeutung der Bienen und damit die Wichtigkeit ihres Schutzes deutlich.

Daher hat GLOBAL 2000 das Projekt „Bienenfreundliche Gemeinden“ ins Leben gerufen. Das Projekt basiert auf zwei Säulen: Einerseits soll im gesamten Gemeindegebiet auf Pesitzide verzichtet werden, andererseits werden Maßnahmen zur Förderung und zum Schutz von (Wild-)Bienen gesetzt. 2015 wurde ein Pilotprojekt mit sechs Gemeinden in Oberösterreich gestartet, seit 2017 ist die Gemeinde Trumau in Niederösterreich Vorreiterin in Sachen Bienenschutz . Interessierte Gemeinden in allen Bundesländern werden gesucht!

Maßnahmen zum Bienenschutz

Unser Projekt deckt 5 wichtige Bereiche in den Gemeinden ab, in denen Bienenschutz betrieben werden soll:

  • Öffentlicher Raum - bienenfreundliche Gemeinde
  • Lebensmittel - bienenfreundliches Essen
  • Einzelhandel - bienenfreundlich Einkaufen
  • private Gärten - bienenfreundlich Garteln
  • Landwirtschaft - bienenfreundlicher Anbau

Die teilnehmenden Gemeinden verpflichten sich durch Unterzeichnen einer Absichtserklärung, in mindestens drei dieser Bereichen Maßnahmen zum Bienenschutz und Pestizidverzicht zu setzen. Der Bereich „Pestizidfrei im öffentlichen Raum“ ist dabei verpflichtend. Innerhalb von zwei Jahren soll auf Gemeindeflächen der vollständige Verzicht auf Pestizide erreicht werden. Ein wichtiger Aspekt des Projektes ist es, die Bevölkerung möglichst früh miteinzubeziehen, sowohl durch Informationsveranstaltungen als auch durch aktive Teilnahme.

Beispiele für Aktivitäten und Maßnahmen, die bisher in Gemeinden gesetzt wurden:

Öffentlicher Raum - Bienenfreundliche Gemeinde

- Regelmäßige Artikel in Gemeindezeitung
- Schulworkshops zu Wildbienen
- Insektenhotel am Spielplatz
- Blühflächen auf Gemeindeflächen mit Infotafeln
- Anschaffung einer Bürstenmaschine (gemeinsam mit Nachbargemeinde)

Lebensmittel - Bienenfreundliches Essen

- Informationen für Schulküche und Altersheim
- Schulworkshop zu Lebensmittel
- Erhöhung Bio-Anteil beim Schulbuffet
- Gekennzeichnete Bio-Gerichte in Gastrobetrieben

Einzelhandel - Bienenfreundlich Einkaufen

- Verkauf von Insektenhotels und regionalen Blühmischungen im Lagerhaus
- Bienenfreundliche Parkplatzbegrünung auf Firmengeländen

Private Gärten - Bienenfreundlich Garteln

- Infoveranstaltung für Schrebergart enverein
- Führungen zu Bienenfreundlichen Vorzeigegärten
- Ferienpass - Aktion: Insektenhotels basteln
- Fotowettbewerb
- Resolution „mein bienenfreundlicher Garten“

Landwirtschaft - Bienenfreundlicher Anbau

- Blühmischungen für Blühstreifen
- Späte Mahd bei Böschungen bzw. Wiesen
- Strukturmaßnahmen mit Ortsbauern und Jägerschaft (Büsche und Bäume pflanzen)

Jede/r kann mithelfen!

Hausgärten, begrünte Terrassen oder Dächer und andere private Grünräume können mit einfachen Mitteln zu naturnahen Lebensräumen umgestaltet werden. Die Grundregeln dafür lauten:

  • Keine Pestizide , keine Überdüngung
  • Artenreichtum an Blütenpflanzen (am besten heimisch)
  • Blütenpflanzen die ganze Saison über
  • Nistplätze, Brutplätze und Winterquartiere für Tiere

Sie wollen Ihre Gemeinde bienenfreundlich gestalten? Dann melden Sie sich gleich bei Waltraud Novak
Den Flyer mit allen Infos zu unserem Projekt "Bienenfreundliche Gemeinden", sowie die Absichtserklärung für Ihre Gemeinde finden Sie unten im Downloadbereich.