Baumhummel auf Apfelbaumblüte

Neonicotinoide, Glyphosat, Bienensterben...

Die Schlagzeilen sind voll mit Meldungen über die Auswirkungen von Pestiziden auf unsere Umwelt und im Speziellen auf die Bienen. Neben der allseitsbekannten Honigbiene gibt es in Österreich fast 700 Wildbienenarten. In den letzten Jahrzehnten ist allerdings ein dramatischer Rückgang der Wildbienen in ganz Europa zu verzeichnen und viele der Bienenarten in Europa und Österreich gelten derzeit als gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Große Probleme bereiten den Bienen die Entwicklungen der modernen Land- und Forstwirtschaft, die Versiegelung von Böden, die „Bereinigung“ der Landschaft und der Gärten, der Einsatz von Pestiziden und auch der Klimawandel. Bienen finden heutzutage nicht mehr genug Nahrung (Blütenpflanzen) und Nistplätze. Deshalb hat das Ressort von Landesrat Rudi Anschober gemeinsam mit uns das Projekt „Bienenfreundiche Gemeinden Oberösterreich“ ins Leben gerufen. Dazu sehen wir uns verschiedenste Bereiche innerhalb der Gemeinde näher an, in denen wir Bienenschutzmaßnahmen setzen können.

Bienenfreundlich gestalten wollen wir:

  • den öffentlichen Raum - bienenfreundliche Gemeinde
  • Lebensmittel - bienenfreundliches Essen
  • den Einzelhandel - bienenfreundlich Einkaufen
  • private Gärten - bienenfreundlich Garteln
  • die Landwirtschaft - bienenfreundlicher Anbau
  • den Pflanzenschutz - Reduktion von Pestiziden

Ein Schwerpunkt liegt auf der Reduktion des Pestizideinsatzes im Gemeindegebiet. Durch einen vielfältigen Maßnahmenkatalog wird der komplette Verzicht auf das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat und andere Herbizide und Insektizide möglich. Dies dient dem vorbeugenden Schutz der Bevölkerung, insbesondere der GemeindearbeiterInnen, wie auch der Haustiere. Durch den Pestizidverzicht schützen wir außerdem Gewässer, Böden und die Artenvielfalt im Allgemeinen.

Bienenschutzfläche der Gemeinde Eferding

Sechs Pilotgemeinden

Bereits sechs Pilotgemeinden machen 2016 bei unserem Projekt mit. Viele verschiedene Maßnahmen werden bereits umgesetzt. Diese reichen von Blühstreifen und Parkplatzbegrünungen über Vorträgen für die Bevölkerung, Workshops in Schulen, „bienenfreundlichen Speisen“ in Gaststätten bis hin zu Garten-Olympiaden für den bienenfreundlichsten Garten und gemeinsames Basteln von Nisthilfen.

SchülerInnen der Volksschule Weibern beim Basteln von Samenbomben

Aufgrund des großen Erfolgs des Pilotprojekts werden die „Bienenfreundlichen Gemeinden“ auch 2017 vom oberösterreichischen Umweltressort unterstützt. Das Projekt wird von GLOBAL 2000 an das oberösterreichische Bodenbündnis übergeben, um bei letzteren die Kompetenzen und Infos für nachhaltige Themen in OÖ unter einem Dach zusammenzufassen. Insgesamt werden 2017 weitere fünf Gemeinden im Zuge des Projekts betreut, nämlich: Vöcklabruck, Utzenaich, Dorf an der Pram, Ottnang im Hausruck und Asten.