Gemeinsam mit uns geht die Gemeinde Trumau als Vorreiter in Niederösterreich 2017 den Schritt, Bienen umfassend zu schützen. Das bedeutet, chemisch-synthetische Pestizide im Gemeindegebiet drastisch zu verringern, den Bienen ein vielfältiges Nahrungs- und Nistplatzangebot zu bieten und alle Player mit ins Boot zu holen, von Privatgärten angefangen über die Landwirtschaft bis zu Schulen, Gaststätten und Lebensmittelgeschäften. Alle können dazu beitragen, die Artenvielfalt in ihrer Gemeinde zu bewahren.

Lobby für die Wildbienen

Jetzt summen sie wieder, die Mauerbienen, Waldhummeln, Wollbienen oder die Schneckenhausbienen. Bei Bienen denken die meisten zuerst an die Honigbiene, aber neben der allseits bekannten fleißigen Pollen-Sammlerin gibt es in Österreich fast 700 verschiedene Wildbienen Arten. In den letzten Jahrzehnten wurde jedoch ein dramatischer Rückgang der Wildbienen in ganz Europa verzeichnet. Viele der Bienenarten in Europa und Österreich gelten derzeit als gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht. Neben dem Einsatz von Pestiziden macht den Bienen vor allem die Versiegelung von Böden und die 'Bereinigung' der Landschaft und der Gärten zu schaffen. Bienen finden heutzutage nicht mehr genug Nahrung und Nistplätze. Deshalb hat sich die Gemeinde Trumau entschlossen, aktiv zum Schutz der Bienen beizutragen. Bürgermeister Andreas Kollross ist von dem Projekt begeistert: „Wildbienen haben keine Lobby. Daher wird Trumau zur ersten niederösterreichischen 'Bienenfreundlichen Gemeinde'." Gemeinsam mit GLOBAL 2000 wurden die verschiedensten Bereiche innerhalb der Gemeinde näher beleuchtet um im Anschluss Maßnahmen zum Bienenschutz und zur Bienenförderung erarbeiten zu können.

Folgende Bereiche sollen bienenfreundlicher gestaltet werden:

  • Öffentlicher Raum
  • Lebensmittel - bienenfreundliches Essen
  • Einzelhandel - bienenfreundlich Einkaufen
  • private Gärten - bienenfreundlich Garteln
  • Landwirtschaft - bienenfreundlicher Anbau

„Bienenfreundlich“ bedeutet dabei einerseits der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und andererseits die Förderung der Vielfalt, sei es nun durch bienenfreundliche Blühwiesen statt einheitlichen Blumenrabatten oder durch „wilde Ecken“ in Parks und Privatgärten statt „sterilem“ Englischen Rasen. Das Basteln von „Insektenhotels“ mit Schulkindern gehört genauso dazu wie die Erhöhung des Angebots an regionalen österreichischen Bio-Lebensmitteln in Schulküchen, Restaurants und Geschäften.

Seit zwei Jahren kein Glyphosat

Die Gemeinde hat bereits vor zwei Jahren beschlossen, auf allen Gemeindeflächen gänzlich auf das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat zu verzichten. Nun werden gemeinsam mit GLOBAL 2000 innovative Lösungen erarbeitet, damit das Ortsbild bunt und vielfältig wird, während gleichzeitig Gefahren oder Unannehmlichkeiten für die BewohnerInnen vermieden werden.

In Trumau soll vor allem Bewusstsein geschaffen werden. Die Hälfte der Trumauer Bevölkerung wohnt nicht im großvolumigen Wohnbau. Daher will man aktiv auf die Gärtner im eigenen Garten zugehen. Dazu wird auch eine Infobroschüre erarbeitet, die kostenlos zur Verfügung stehen wird.

Pestizidreduktion zum Schutz aller

Die Reduktion des Einsatzes von chemisch-synthetischen Pestiziden trägt zum Schutze aller bei. Zum Schutze der Bevölkerung, aber auch insbesondere von GemeindearbeiterInnen, wie auch von Haustieren. Durch den Pestizidverzicht werden außerdem Gewässer, Böden und die Artenvielfalt im Allgemeinen geschützt.

Dass Trumau als erste niederösterreichische Gemeinde aktiv Bienenschutz betreibt ist auch für GLOBAL 2000 ein großer Erfolg. Wir wünschen uns im Namen der Wildbienen viele Nachahmer und noch viele weitere bienenfreundliche Gemeinden in ganz Österreich!

Was jede/r einzelne von uns zum Wildbienenschutz beitragen kann, erfahren Sie hier: Tipps zum Wildbienenschutz