Publikation, 20.09.2019

Lebensraum Garten - Wie Sie Nützlingen ein Zuhause geben

Bienen, Schmetterlinge, Käfer, Ameisen und Co sind die wahren Helden der Natur. Durch ihre vielfältigen Leistungen sichern sie unser aller Überleben. Doch Insekten und auch viele andere Tiergruppen sind stark bedroht. Sichern wir deshalb gemeinsam ihren Fortbestand! Ein wichtiges Rettungsboot kann dabei Ihr Garten oder Balkon sein. Lernen Sie die Welt der Nützlinge kennen und erfreuen Sie sich an deren Vielfalt und Schönheit. Helfen Sie der Natur sich zu entfalten. Sie wird es Ihnen vielfach zurück geben.

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Lebenraum Garten - Wie Sie Nützlingen ein Zuhause geben

Artenvielfalt verliert an Boden

Die Hauptursache für das Artensterben ist der Verlust von Lebensräumen. Werden Ökosysteme zerstört, werden die Tiere und Insekten die darin leben, vertrieben. Mithilfe naturnaher Gartengestaltung kann man dazu beitragen, ein gesundes Ökosystem zu erhalten - Tiere und Pflanzen werden es Ihnen danken.

1x1 des naturnahen Gärtnerns

Um das eigene Grün wirklich naturnah zu halten und Tieren, Insekten und Pflanzen den Lebensraum bieten zu können, den sie so dringend brauchen, gibt es einfache Grundlagen die eingehalten werden sollten: Das 1x1 des naturnahen Gärtnerns.

Dazu zählen der Verzicht auf Pestizide und Kunstdünger, die Verwendung torffreier Erden und die gezielte Förderung von Tier- und Pflanzenvielfalt. 

Die Nützlinge

Nützlinge sind nicht nur wichtige Bestandteile unseres Ökosystems, sie können auch praktische Hilfestellungen in der Gartenarbeit bieten. Ihr Lebensraum ist jedoch genauso bedroht wie jener anderer Insekten- und Tierarten. Besonders wichtig sind zum Beispiel die Bestäuber. Wild- und Honigbienen, Hummeln oder Schmetterlinge sind ihre prominenten Vertreter und gehören konkret gefördert und geschützt.

Bestäuber

Ein großer Teil der heimischen Bestäuber gilt bereits als gefährdet. Dabei sind jedoch 80% aller Pflanzenarten weltweit und 2/3 unserer Nahrungspflanzen auf tierische Bestäuber angewiesen. Um ihnen möglichst viel und guten Lebensraum bieten zu können sollte man auf den Einsatz heimischer, pestizidfreier Pflanzen achten. Vor allem Wildblumen und Küchenkräuter sind Oasen für Bestäuber.

Vogel

Auch heimische Vögel brauchen gerade besonders viel Schutz. Etwa 103 der 212 österreichischen Brutvögel sind gefährdet. Auch die Zahl der Siedlungsvögel geht immer weiter zurück. Der gezielte Vogelschutz in Gärten wird deshalb immer wichtiger.

Wichtige Maßnahmen in Gärten sind die Förderung von Vielfalt (Hecken, Büsche, Bäume), heimische Wildblumen wachsen zu lassen und "sterile", öde Rasenflächen zu vermeiden.

Igel

Auch die Igel stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Durch EU- und Landes-Naturschutzrecht gelten sie sogar als geschützt. Rasenroboter, Kellerschächte, Gruben und unnötiger Chemieeinsatz bedrohen sie jedoch weiter. Um ihnen wichtigen Raum zurückgeben zu können sollte man daher Nistmöglichkeiten schaffen, Schlupflöcher im Zaun belassen und regelmäßig frisches Trinkwasser bereitstellen

Regenwurm

Regenwürmer produzieren den weltbesten Dünger und sollten daher unbedingt weiter gefördert werden. Sie sind entscheidend für die Bodenfruchtbarkeit und sorgen für eine lockere, gut durchlüftete Bodenstruktur. Pestizide können sie jedoch schnell vertreiben oder gefährden. Für einen gesunden, nährstoffreichen und für Regenwürmer idealen Boden sorgen Mulch, die Verwendung von rein organischen Düngern und Komposthaufen.

Schädlingsbekämpfer

Nicht nur für das Ökosystem und die Bodenbeschaffenheit, sonder sogar gegen lästige Schädlinge im Garten helfen einige Nützlinge. So sind Marienkäfer als reine Fleischfresser hilfreich gegen Blattläuse und Mehltau. Florfliegen halten Thripse und Spinnmilben fern und Schwebfliegen befreien den Garten von Blattwespen und Schildläusen. Auch Ohrenschlüpfer können nützlich sein, wenn sie gegen Apfelwickler und Milben antreten, so wie Schlupfwespen bei Schmetterlingsraupen und Käferlarven Abhilfe schaffen. Oft gefürchtet aber dennoch nützlich sind außerdem Laufkäfer, Tiegerschnegel und Ameisen.