Obst und Gemüse

Durch das PestizidReduktionsProgramm konnte die Pestizidbelastung von frischem Obst und Gemüse bei der REWE International AG deutlich gesenkt werden.

Die Zusammenarbeit des GLOBAL 2000-Teams mit den ProduzentInnen und LieferantInnen ist der wichtigste Schlüssel, um die Pestizidreduktion voranzutreiben. Gemeinsam werden Lösungen erarbeitet. So werden beispielsweise Feldversuche mit alternativen Wirkstoffen durchgeführt, neue Techniken erprobt, Versuche mit Nützlingen gestartet oder problematische Wirkstoffe ersetzt.

Durch diese intensive Zusammenarbeit konnten zahlreiche Verbesserungen erreicht werden. Bei einigen Produktgruppen wurde eine Reduktion der Pestizidbelastung um mehr als die Hälfte erreicht. Die Anzahl an Überschreitungen der PRP-Grenzwerte ist in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen. Auch Überschreitungen der gesetzlichen Höchstwerte kommen kaum mehr vor, und die akute Toxizitätsgrenze (ARfD) wird noch seltener überschritten.

Hier finden Sie einen Auszug aus unseren konkreten Erfolgen:

Paprika

Einst Auslöser für das PRP, ist bei Paprika heute die Anbautechnik im konventionellen Landbau bereits so gut entwickelt, dass durch den Einsatz von Nützlingen nahezu ohne Insektizide produziert werden kann. In den Gewächshäusern werden beispielsweise Raubmilben gegen schädliche Spinnmilben eingesetzt. Mittlerweile arbeiten ProduzentInnen europaweit mit Nützlingen, die auch in der Produktion von anderem Fruchtgemüse wie Tomaten oder Melanzani zum Standard zählen.

Äpfel

Grafik PRP Erfolge: Äpfel aus Österreich

Der Einsatz des Insektizids Chlorpyrifos konnte 2003 noch bei 80 % der bei REWE angebotenen Äpfel aus Österreich nachgewiesen werden. Im Jahr 2017 wurde das Pestizid auf keinem einzigen Apfel mehr gefunden. Ein Grund dafür ist der großflächige Einsatz umweltschonender Verfahren zur Schädlingsbekämpfung (z. B. Verwirrung der Insekten mit Sexualduftstoffen). Chlorpyrifos wurde zur Bekämpfung des Apfelwicklers eingesetzt, ist hormonell wirksam und hochtoxisch für Vögel, Fische und Bienen. Durchschnittlich werden im Rahmen des PRP rund 75 Äpfel jährlich beprobt.

Italienische Tafeltrauben

Italienische Trauben haben sich seit 2007 von einem Produkt mit häufigen Überschreitungen zu einem Obst mit geringen Belastungswerten entwickelt. Die durchschnittliche Belastung der italienischen Trauben konnte bis 2011 halbiert werden und hält sich seitdem auf niedrigem Niveau. Seit Jahren wurden keine Überschreitungen der PRP-Obergrenzen gemessen.

Erdäpfel

Grafik PRP Erfolge: Keimhemmungsmittel auf Erdäpfel

Um das Auskeimen von Erdäpfeln über die natürliche Keimruhe hinaus zu verhindern, wird bei konventionellen Knollen u.a. das Keimhemmungsmittel CHLORPROPHAM eingesetzt, das in Verdacht steht beim Menschen Krebs zu verursachen. Durch Workshops mit Erdäpfel Lieferanten bei REWE konnten der Einsatz und die Rückstände von Chlorpropham in den letzten Jahren stark reduziert werden.

Türkische Sultana-Trauben

Türkische Sultanas waren auf Grund hoher Belastungen wiederholt in den Medien. Ab 2005 arbeitete das PRP-Team intensiv an der Verbesserung der kleinen, süßen, kernlosen Trauben. Allerdings konnte keine zufriedenstellende Reduktion der Rückstandsmenge erzielt werden. Deshalb wurden bei der REWE International AG in den letzten drei Jahren keine türkischen Sultanas verkauft.

Kirschen

Der Hauptschädling im Kirschenanbau ist die Kirschfruchtfliege, deren Larve die Kirschen zerstört. Das Pestizid Dimethoat ist einer der stärksten Wirkstoffe gegen diesen Schädling, aber auch hochgiftig für den Menschen. Dimethoat hat daher einen entsprechend niedrigen PRP-Grenzwert, der weit unter dem gesetzlichen Höchstwert liegt, was häufig zu PRP-Überschreitungen führte. In Zusammenarbeit mit den ProduzentInnen wurden Versuche durchgeführt, die Spritztechnik und die Wartezeiten angepasst sowie der Wirkstoff Dimethoat durch einen anderen, weniger giftigen Wirkstoff ersetzt. Schritt für Schritt gelang es, die Belastung von Kirschen deutlich zu reduzieren - ohne große Ertragseinbußen. Bereits 2006 konnte die durchschnittliche Belastung der Kirschen auf ein Fünftel des Wertes von 2005 gesenkt werden. Seit 2009 liegt die durchschnittliche Belastung bei weniger als einem Zehntel im Vergleich zum Jahr 2005.

Steinobst

Im Winter kommen Pfirsiche, Nektarinen und Kirschen überwiegend aus Chile und Südafrika. Um den langen Schiffstransport zu überstehen, wurden die Früchte mit Fungiziden behandelt. Überschreitungen der PRP-Obergrenzen waren häufig. Seit mehreren Jahren arbeiten LieferantInnen und ProduzentInnen daran, den Pestizideinsatz zu senken, mit dem Erfolg, dass Steinobst aus Übersee nur noch gering belastet ist.

Grafik PRP Erfolge: Nektarinen aus Chile

Seit 2007 konnten die Rückstände des krebserregenden und hormonell wirksamen Fungizids Iprodion auf allen bei REWE beprobten Nektarinen aus Chile durch die Arbeit des PRP stark reduziert werden.

Ribisel und Stachelbeeren

Bei Ribisel und Stachelbeeren war die Belastung durch Fungizide sehr hoch. Es wurden Versuche zum Abbauverhalten der Fungizide durchgeführt, die Spritzmittelmengen verringert und wo notwendig die Sprühtechnik verbessert. Durch diese Maßnahmen können die anspruchsvollen PRP-Obergrenzen jetzt in den meisten Fällen eingehalten werden.

Bellaflora – Pestizidreduktion im Gartenbau

Nicht nur im Lebensmittelbereich, sondern auch bei Zierpflanzen für den Garten werden in der Produktion teilweise besorgniserregende Mengen an Pestiziden eingesetzt. Bellaflora setzt daher bei seinen Pflanzen auf Pestizidreduktion und die Zusammenarbeit mit GLOBAL 2000. GLOBAL 2000 entwickelte für Bellaflora unter anderem den ersten Grenzwertkatalog für Pflanzen und setzt auch hier auf weniger umweltschädliche Mittel und ein genaues Monitoring der Rückstände.