Publikation, 15.07.2020

Statusbericht chemischer Pflanzenschutz

Das PRP-Team erstellt jährlich den "Statusbericht chemischer Pflanzenschutz" für die REWE International AG. Hier finden Sie den aktuellen Statusbericht mit den Analysen des Jahres 2019.

Seit 2003 setzt die REWE International AG am österreichischen Markt das GLOBAL 2000 PestizidReduktionsProgramm (PRP) um. Von GLOBAL 2000 werden wöchentlich Proben von konventionellem Frischobst und Frischgemüse aus den Frischdienstlagern nach einem risikoorientierten Plan gezogen, in unabhängigen, akkreditierten Labors auf Rückstände von Pestiziden untersucht und von GLOBAL 2000 auf die gesundheitliche Gesamtbelastung durch Pestizide bewertet. Die aktuellen Untersuchungsergebnisse werden auf der BILLA Website veröffentlicht.

Statusbericht downloaden

Einen Überblick über die Ergebnisse und die Arbeit des PRP-Team finden Sie auch im Jahresbericht 2020.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Im Jahr 2020 wurden 1533 Proben von 118 verschiedenen Produkten auf Pestizidrückstände untersucht und durch GLOBAL 2000 bewertet. 79 % der Proben (1206) waren mit Rückständen über der Nachweisgrenze belastet (2012: 72 %, 2013: 71 %, 2014: 74 %, 2015: 71 %, 2016: 71 %, 2017: 75 %, 2018: 76 %, 2019: 77 %), und in 61 % der Proben (930) wurden 2 und mehr Pestizide nachgewiesen. Bei jedem der 118 Produkte gab es Proben mit Pestizidrückständen.

Mehr als die Hälfte der nachgewiesenen Pestizide haben gesundheitsschädliche
Eigenschaften, sie sind krebserregend, fortplanzungsschädigend, mutagen oder wirken wie
Hormone.

Die höchste Anzahl an Pestiziden in einer Probe betrug 11 Pestizide bei Birnen der Sorte
Abate Fetel (Italien), Nektarinen (Italien) und hellen, kernlosen Trauben (Italien). Die Wirkung
dieser Mehrfachrückstände ist weitgehend unerforscht, wird im PRP aber über die
Summenbelastung kontrolliert.

Bei 19 Proben wurde der gesetzliche Höchstwert überschritten. Solche Ware ist nicht verkehrsfähig und wurde aus den Regalen geholt. Bei keiner der Proben waren die nachgewiesenen Pestizidrückstände akut gesundheitlich bedenklich, insbesondere für sensible Verbraucher (z.B. Kinder und Ungeborene).

Grenzwertüberschreitungen und ihre Folgen

Bei 12,20 % der Proben wurden die strengen Grennwerte des PRP nicht eingehalten.
Aufgrund der deutlichen Senkung der PRP-Grenzwerte von 10 häufigen Pestiziden, die wie
Hormone wirken, gab es im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg an SB-Überschreitungen
(2019: 8,75 %, 2018: 9,24%).

Bei Überschreitungen der Grenzwerte des PRP tritt das sogenannte Pronedere in Kraft: (1)
die Lieferanten werden informiert, (2) die Produkte werden in Folge häufiger untersucht und
(3) im Wiederholungsfall wird das Produkt dieses Lieferanten gesperrt. Die Einhaltung der
strengen Grenzwerte im PRP gewährleistet eine geringe Belastung durch gesundheitlich
bedenkliche Pestizide.

Hormonell wirksame Pestizide

Im Sinne einer konsequenten, stufenweisen Reduktion der Pestinidbelastung von Obst und
Gemüse gelten seit Oktober 2016 halbierte PRP-Obergrenzen für alle hormonell wirksamen
Pestizide und seit 2020 nochmals deutlich gesenkte Grenzwerte für zehn hormonell
wirksame Pestizide, deren Schädlichkeit am besten belegt ist und denen KonsumentInnen
durch den Verzehr von Obst und Gemüse am meisten ausgesetzt sind. Durch diese
strengeren Grenzwerte soll die Belastung für KonsumentInnen durch diese Pestizide so
gering wie möglich werden.

Die Gesamtbelastung durch zehn hormonell wirksame Pestizide, deren Schädlichkeit am
besten belegt ist und denen KonsumentInnen durch den Verzehr von Obst und Gemüse am
meisten ausgesetzt sind, konnte seit Beginn des EDC-Reduktionsprogramms 2016 um etwa 40 % verringert werden.

Unser Fazit

Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig unsere risikobasierten Kontrollen für sicheres Obst und
Gemüse sind. Die Durchführung der Kontrolle, die gesundheitliche Bewertung der Proben
und die Überprüfung der Sanktionen durch eine unabhängige Organisation ist zudem eine
gute Basis für die Sicherstellung der Einhaltung des Vorsorgeprinzips für den Schutz der
KonsumentInnen sowie der Umwelt.

Sie finden die Statusberichte der vergangenen Jahre unten im Downloadbereich. Noch ältere Berichte finden Sie hier: Statusbericht 201520142013 & 2012.