Statusbericht Chemischer Pflanzenschutz

Seit mittlerweile 15 Jahren setzt die REWE International AG am österreichischen Markt das von GLOBAL 2000 entwickelte PestizidReduktionsProgramm (PRP) um. Im Rahmen des Programms werden von GLOBAL 2000 wöchentlich risikobasiert Proben von konventionellem Frischobst und Frischgemüse aus den Frischdienstlagern gezogen, in unabhängigen, akkreditierten Labors auf Pestizidrückstände untersucht und von GLOBAL 2000 auf die gesundheitliche Gesamtbelastung durch Pestizide bewertet. Die aktuellen Untersuchungsergebnisse werden auf der BILLA und MERKUR Homepage veröffentlicht.

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Im Jahr 2017 wurden 1612 Proben von 120 verschiedenen Produkten auf Pestizidrückstände untersucht und durch GLOBAL 2000 bewertet. 75 % der Proben (1014) waren mit Rückständen über der Nachweisgrenze belastet (2012: 72 %, 2013: 71 %, 2014: 74 %, 2015: 71 %, 2016: 71 %), und in 55 % der Proben (888) wurde mehr als ein Pestizid nachgewiesen. Die höchste Anzahl an Mehrfachrückständen betrug 14 Pestizide bei Kirschen aus Kanada und der Türkei. Die Wirkung dieser Mehrfachrückstände ist weitgehend unerforscht, wird im PRP aber über die Summenbelastung kontrolliert.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Bei 11 Proben (0,7 %) wurde der gesetzliche Höchstwert überschritten. Solche Ware ist nicht verkehrsfähig und wurde aus den Regalen geholt. Bei 2 Proben (Pfefferoni und Pfirsiche) waren die nachgewiesen Pestizidrücksrände gesundheitlich bedenklich, insbesondere für sensible Verbraucher (z.B. Kinder und Ungeborene), da die ARfD überschritten wurde. Diese Produkte wurden ebenfalls aus dem Verkauf genommen.

Bei 8,2 % der Proben wurden die strengen Grenzwerte des PRP nicht eingehalten. Summenbelastungsüberschreitungen (siehe S.328) wurden am häufigsten in Schalotten, Grapefruits, Vogerlsalat, Orangen, Petersilie, Brombeeren, Zitronen und Kirschen (26 % bis 40 % der Proben) ermittelt. Österreichische Proben schneiden insgesamt besser ab. Hier lag der Anteil an SBÜberschreitungen bei 5,7 % (39 Proben von insgesamt 686). Insgesamt wurden bei etwa 39 % der 128 kontrollierten verschiedenen Obst- und Gemüseprodukte eine SB-Überschreitung festgestellt.

Bei Überschreitungen werden die Lieferanten informiert, die Produkte werden in Folge häufiger untersucht und im Wiederholungsfall wird das Produkt dieses Lieferanten gesperrt. Die Einhaltung der strengen Grenzwerte im PRP gewährleistet eine geringe Belastung durch gesundheitlich bedenkliche Pestizide.

Im Vergleich zum Vorjahr gab es trotz der neuen Reduktionsstufe für hormonell wirksame Pestizide im PRP (wirksam seit Oktober 2016) einen klaren Rückgang der SB-Überschreitungen.

Im Sinne einer konsequenten, stufenweisen Reduktion der Pestizidbelastung von Obst und Gemüse gelten seit Oktober 2016 die halbierten PRP-Obergrenzen für hormonell wirksame Pestizide. Durch diese strengeren Grenzwerte soll die Belastung für die Konsumenten durch diese Pestizide so gering wie möglich werden.

Ein Ziel für 2020 ist ein Nullrückstand für die zehn hormonell wirksamen Pestizide, deren Schädlichkeit am besten belegt ist und denen die Konsumentinnen und Konsumenten durch den Verzehr von Obst und Gemüse am meisten ausgesetzt sind.

Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig die risikobasierten Kontrollen für sicheres Obst und Gemüse sind. Die Durchführung der Kontrolle, die gesundheitliche Bewertung der Proben und die Überprüfung der Sanktionen durch eine unabhängige Organisation ist zudem eine gute Basis für die Sicherstellung der Einhaltung des Vorsorgeprinzips für den Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten sowie der Umwelt.

Sie finden die Statusberichte der vergangenen Jahre unten im Downloadbereich. Noch ältere Berichte finden Sie hier: Statusbericht 2012, 2011, 2010, 2009, 2008 & 2007.