Salatversuche

Das PestizidReduktionsProgramm von GLOBAL 2000 führte im Zeitraum von 2011 bis 2014 ein Forschungsprojekt durch, welches den Einsatz alternativer Methoden zur Regulierung von Pilzkrankheiten bei der Produktion von Häuptelsalat unter die Lupe nahm. Außerdem wurde das Potential der getesteten Methoden zur Reduktion des konventionellen Pestizideinsatzes ermittelt. Durch direkte Zusammenarbeit mit erfahrenen Landwirten wurde die Praxistauglichkeit der getesteten Methoden gewährleistet. Im Fokus standen die Pflanzenkrankheiten Schwarzfäule (Rhizoctonia solani), Grauschimmel (Botrytis cinerea) und Falscher Mehltau (Bremia lactucae).

Neuheit und Vorteile

  • Neue Lösungsansätze in der konventionellen Landwirtschaft, die nicht auf standardisiertem Pestizideinsatz beruhen
  • Verringerung des Pestizideinsatzes durch Einsatz von Pflanzenhilfsmitteln und nützlichen Mikroorganismen
  • Verbesserung der Wettbewerbssituation der Produzenten durch geringere Rückstände
  • Installation einer Tröpfchenbewässerung zur Senkung des Krankheitsdruckes und Einsparung von Gießwasser
  • Ergebnisse wurden an wirtschaftlichen Betrieben erhoben und können dadurch eins zu eins in die Praxis übernommen werden
  • Zusammenarbeit verschiedener LieferantInnen, ProduzentInnen und BeraterInnen und WissenschaftlerInnen

Getestete alternative Methoden

Angießen von jungen Salatpflanzen mit Bodenhilfsstoffen
  • Einsatz der Pflanzenstärkungsmittel Trianum-P® (Trichoderma harzianum T-22), Trichostar® (T. harzianum T-58), Promot (T. harzianum + T. koningii) und Rhizovital® 42 (Bacillus amyloliquefaciens) gegen den bodenbürtigen Schaderreger Rhizoctonia solani.
  • Einsatz des biotechnologischen Präparates Boni Protect forte® (Aureobasidium pullulans) gegen die pflanzenpathogenen Pilze Botrytis cinerea und Rhizoctonia solani.
  • Einsatz der Pflanzenstärkungsmittel Alginure BioSchutz® und Phos-Aktiv® gegen Falschen Mehltau (Bremia lactucae)
  • Installation einer Tröpfchenbewässerung
  • Verwendung eines Prognosemodells zur Ermittlung der optimalen Behandlungszeitpunkte gegen Falschen Mehltau

Ergebnisse: erfolgreiche Behandlungsmethoden

  • Trianum-P und Rhizovital gegen Rhizoctonia: Bei acht von zehn Versuchen war eine deutliche Verbesserung gegenüber der unbehandelten Kontrolle erkennbar. In sechs von neun Fällen wurde ein mit konventionellen Fungiziden vergleichbarer Wirkungsgrad erreicht. Die Kombination der beiden Mittel war fast immer besser als Trianum-P alleine. Eine zweimalige Behandlung der Jungpflanzen brachte keine Verbesserung gegenüber der einmaligen Anwendung.
  • Trichostar gegen Rhizoctonia: In fünf von sechs Versuchen mit Trichostar war eine Verbesserung gegenüber der Kontrolle festzustellen. In drei der sechs Fälle wurde ein vergleichbarer Wirkungsgrad wie bei der konventionellen Standardbehandlung erzielt. Es gab keine zusätzliche Verbesserung durch Kombination mit Rhizovital.
  • Alginure BioSchutz / Phos-Aktiv gegen Falschen Mehltau: Es wurde eine signifikante Reduktion der Befallshäufigkeit bei vorbeugender, mehrmaliger Anwendung (drei- bis viermal) erzielt.
  • Boni Protect forte gegen Botrytis: Die Befallshäufigkeit wurde bei mehrmaliger Applikation (drei- bis viermal) signifikant reduziert. Die Wirkung war in einzelnen Versuchen sogar besser als jene der konventionellen Fungizide.

Die detaillierten Berichte mit allen Ergebnissen aus den drei Forschungsjahren stehen unten zum freien Download zur Verfügung.

Unterstützt wurde das Projekt durch:

Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), die Landwirtschaftskammer, die Lebensmittelversuchsanstalt (LVA G.m.b.H.), LGV-Frischgemüse Gen.m.b.H., Geißlmayr Obst und Gemüse G.m.b.H., bio-ferm G.m.b.H., biohelp G.m.b.H., Gemüsebau Mayr, Gemüsebau Schindl, Gemüsebau Felderer, Gemüsebau Perlinger und die Gärtnerei Schneider.