Forschungsprojekt: Keimhemmungsmittel im Kartoffellager

Um das Austreiben von gelagerten Erdäpfeln zu verhindern, werden Keimhemmungsmittel eingesetzt. Oft sind das chemisch-synthetische Mittel mit unerwünschten Nebenwirkungen. Biologische Alternativen dazu hat das GLOBAL 2000-PestizidReduktionsProgramm (PRP) erkundet.

Erdäpfel werden im Herbst geerntet und dann über einen längeren Zeitraum gelagert, damit wir bis zur neuen Ernte heimische Erdäpfel genießen können. Um das Austreiben der Knollen im Lager zu verhindern, werden Keimhemmungsmittel eingesetzt. Diese haben oft unerwünschte Nebenwirkungen, weshalb wir mit den Lieferanten von REWE daran arbeiten, den Einsatz dieser Mittel zu reduzieren.

Verbot des Keimhemmungsmittel Chlorpropham

Das bedeutendste Keimhemmungsmittel - weil einfach einzusetzen, mit guter Wirkung und preiswert - Chlorpropham stand wegen des Verdachts auf krebserregende Wirkung schon lange auf der Roten Liste des PRP. Durch intensive Zusammenarbeit mit den Lieferanten der REWE konnte der Einsatz dieses Mittels über die letzten Jahre stetig reduziert werden.

Grafik PRP Erfolge: Keimhemmungsmittel auf Erdäpfel

2018 erkannten auch die europäischen Behörden die Problematik, im Jahr 2019 wurde das Mittel endlich zum letzten Mal eingesetzt. Dieses Verbot freut uns sehr.

 

Forschung forciert

Deshalb wurde bereits 2016 ein Projekt gestartet, das von GLOBAL 2000 initiiert, vom Lebensmittel Cluster Niederösterreich koordiniert und von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und Kartoffelverarbeitern finanziert wurde. In dem dreijährigen Branchenprojekt „MIKAP – Mikroorganismen in der Kartoffelproduktion“ wurden von den ForscherInnen des Austrian Institute of Technology (AIT) und der Landwirtschaftlichen Fachschule Hollabrunn biologische Alternativen zur Pestizidreduktion in der Kartoffelproduktion und -lagerung getestet. Ziel war die Wettbewerbssituation der heimischen Produktion zu verbessern.

Bakterien zur Keimhemmung

Die ForscherInnen des AIT machten sich auf die Suche nach geeigneten Mikroorganismen. 500 Bakterien- und Pilzstämme wurden von Kartoffelknollen isoliert und davon 300 Bakterien auf ihre keimhemmende Wirkung getestet. Einige wenige zeigten diese gewünschte Wirkung. In einem zweiten Schritt wurden praxistaugliche Aufbringungsmethoden gesucht. Am Ende des Projekts gibt es zwar noch kein fertiges Produkt, das direkt an einen Hersteller auslizenziert werden könnte, allerdings konnte gezeigt werden, dass Mikroorganismen die Keimung von Kartoffeln hemmen können. Deshalb sollen in einem geplanten Folgeprojekt die Bakterienstämme weiter untersucht werden und die Formulierung eines Präparates sowie die Aufbringungsmethoden im Lager verfeinert werden.

Bis es soweit ist, können Sie hier nachlesen, wie Sie Kartoffeln zuhause richtig lagern.