Wie erkenne ich gentechnisch veränderte Lebensmittel?

GeschirrWenn ein Lebensmittel oder Teile davon gentechnisch verändert sind, muss das in der EU gekennzeichnet werden. Es muss also draufstehen, ob es ein gentechnisch veränderter Organismus (GVO) ist oder ob es gentechnisch veränderte Bestandteile enthält (und diese müssen benannt werden). Anders ist das etwa in den USA und Argentinien, wo einige Pflanzen fast ausschließlich gentechnisch verändert angebaut werden (Mais, Soja, Zuckerrübe, Raps). Dort gibt es keine Verpflichtung zur Kennzeichnung. Große Lebensmittelkonzerne wie Unilever haben sich jahrelang gegen die Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“ gewehrt, mit einem spannenden Argument: Die KonsumentInnen würden sich dann fragen, was in jenen Lebensmitteln drinnen ist, die nicht gekennzeichnet sind, und das würde zu einem Wettbewerbsnachteil führen. Mittlerweile gibt es jedoch auch Unternehmen, die eine freiwillige Kennzeichnung durchführen.

Ist wirklich keine Gentechnik in meinem Essen?

Hier müssen wir unterscheiden, ob tatsächlich gentechnisch veränderte Bestandteile verwendet wurden, oder ob das Produkt durch „Zuhilfenahme von Gentechnik“ hergestellt wurde. Lebensmittel dürfen in der EU grundsätzlich bis zu 0,9 Prozent Gentechnik enthalten. Das kann zum Beispiel Sojalecithin aus GV-Soja sein. Bis zu dieser Grenze muss nicht gekennzeichnet werden. Es dürfen aber nur Spuren von GVOs drinnen sein, die in der EU zugelassen sind. Genau diese Regelungen waren den Verhandlern von TTIP und CETA aber zu streng. Uns hingegen ist auch die 0,9 Prozent-Grenze zu hoch. Das Argument dafür lautet in einer EU-Richtlinie, dass eine gewisse Verunreinigung „technisch nicht vermeidbar“ sei. Wir meinen, dass das Problem erst dadurch entsteht, dass immer mehr Gentechnik angebaut und nach Europa importiert wird.

Gentechnik entlang der Produktionskette

Auf dem Weg zu einem tierischen Lebensmittel kommt es hingegen noch immer häufig vor, dass Gentechnik eingesetzt wird, und zwar als Futtermittel zur Schweine-, Rinder- oder Geflügelmast, für Milchkühe oder Legehennen. Die Tiere bekommen in der EU vor allem GV-Soja als Futtermittel. Das heißt also, dass zwar nicht das Fleisch, die Milch oder die Eier direkt gentechnisch verändert sind, aber dass zu ihrer Herstellung Gentechnik eingesetzt wird. Und das ist leider bis jetzt auch in der EU nicht kennzeichnungspflichtig.

Um es den KonsumentInnen leichter zu machen, haben einige EU-Länder eine Kennzeichnung für Lebensmittel eingeführt, die ohne den Einsatz von Gentechnik auskommen. In Österreich ist dies das grün-weiße Label „Ohne Gentechnik hergestellt“ der ARGE Gentechnikfrei. Frisches Obst und Gemüse und Biolebensmittel enthalten keine Gentechnik.